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Leben feiern
Hunderte Menschen haben diese Woche am Wiener Zentralfriedhof von Gerlinde Horn Abschied genommen: Darunter ihr Mann, ihre Kinder und Enkelkinder, viele Freundinnen und Kollegen aus vielen Zusammenhängen. Sie haben Abschied genommen von einer starken, bemerkenswerten, bewundernswerten, aber vor allem liebenswerten Frau.
Nach der Sommerpause werden ab Anfang September hunderte Menschen ihrer im „Häferl“, dem Armenwirtshaus der Diakonie in Gumpendorf, gedenken. Am Anfang dieser Wiener Institution stand Gerlinde Horn. Seit 1989 wird hier von Donnerstag bis Sonntag täglich warmes Essen gekocht und ab Punkt zwölf Uhr Menschen an den Tisch serviert, für die das alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Anfangs waren es vor allem Haftentlassene, mit der Zeit immer mehr von Wohnungslosigkeit und Armut Betroffene. 20 Tonnen Lebensmittel- und selbstlose Geldspenden machen es möglich, bis zu 400 Menschen pro Tag zu versorgen.
Viele unter den Gästen werden Gerlinde Horn nicht mehr persönlich gekannt haben, und dennoch muss an sie nicht erinnert werden. Sie braucht kein Denkmal und keine Gedenktafel. Denn in jeder zuvorkommenden Geste, in jeder respektvollen Frage, in jedem Gespräch, in jedem Lächeln, das geschenkt wird, und in jeder Träne, die vergossen werden wird, wird sie gegenwärtig sein. Im „Häferl“ wird das Leben gefeiert. Das Leben, das stärker ist als der Tod.
Wien: Superintendent und Erzbischof bekräftigen Zusammenarbeit
Wien (epdÖ) – Der Wiener Superintendent Matthias Geist und der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl haben bei einem Gespräch am 14. August im Wiener Erzbischöflichen Palais bekräftigt, dass sie die ökumenischen Beziehungen in der Bundeshauptstadt noch intensivieren wollen. Gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress betonten sie die Notwendigkeit, „als Kirchen so eng als möglich zusammenzurücken“, hob Geist hervor.
Natürlich versuche jede Kirche, sei es die Katholische, Evangelische oder Orthodoxe, ihre eigene Identität zu stärken und sich auch zu profilieren, erklärte Grünwidl. Aber zusätzlich brauche es immer stärker auch das Miteinander. Es gelte, als christliche Kirchen gemeinsam Position zu beziehen. Nur mit einer gemeinsam starken Stimme, so das katholische Oberhaupt, werde man auch gut in der Gesellschaft gehört.
Zu den Themen des Gesprächs im Erzbischöflichen Palais zählten u.a. das Projekt des „Campus der Religionen“ sowie Entwicklungen beim Religionsunterricht. Im Religionsunterricht gebe es bereits gute konfessionsübergreifende Modell, die freilich stetig weiterentwickelt werden müssten, sagte Grünwidl.
In Wien gibt es u.a. seit vielen Jahren den sogenannten „dialogisch-konfessionellen“ Religionsunterricht. Sechs christliche Kirchen (katholisch, evangelisch, orthodox, altkatholisch, freikirchlich, neuapostolisch) haben sich darauf geeinigt, dass sie, wenn es die Klassensituation nahelegt, den Religionsunterricht an eine jeweils andere Kirche gleichsam „delegieren“ können. Die Lehrenden müssen dabei verschiedene Lehrpläne beachten. Dieses Modell setzten über 160 Schulklassen in Wien bereits um.
Geist sprach von der „gemeinsamen Seelsorge an Orten, an denen die Gesellschaft uns wirklich braucht“. Ein Beispiel dafür sei die Gefängnisseelsorge, so der Superintendent, der unmittelbar vor dem Termin bei Grünwidl einen Gottesdienst in einer Wiener Justizanstalt gefeiert hat, „und zwar in einer katholischen Kapelle“.
Grünwidl nannte zudem als wichtige ökumenische Bereiche die Telefonseelsorge. Der Erzbischof unterstrich auch die Arbeit von Diakonie und Caritas, die in vielen Bereichen gemeinsame Herausforderungen und Anliegen hätten.
Zur Frage, ob sie auch konkrete Perspektiven für eine Eucharistiegemeinschaft zwischen Evangelischen und Katholiken sehen, wollten sich Geist und Grünwidl zeitlich nicht festlegen. Für Geist sei zentral, „dass wir spirituelle Erfahrungen bzw. Momente der Gotteserfahrung miteinander teilen“. Grundsätzlich bestehe die „ökumenische Neugier“ und die Bereitschaft, auch im spirituellen und im liturgischen Bereich aufeinander zu schauen, voneinander zu lernen und gemeinsam zu feiern, betonte Grünwidl. Dieser Bereich sei zwar immer noch in allen Richtungen ausbaufähig, allerdings zeigte sich der Erzbischof überzeugt: „Wir sind auf einem guten Weg.“
Gerlinde Horn in Wien zu Grabe getragen
Wien (epdÖ) – Hunderte Trauergäste sind zum Begräbnis am 18. August auf den Evangelischen Friedhof Wien-Simmering gekommen, um von Gerlinde Horn Abschied zu nehmen. Gerlinde Horn, Gründerin des Wiener „Häferl“ und vielseitig in diakonischen Projekten engagierte langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin in Wien, war am 24. Juli im 85. Lebensjahr verstorben. Den Begräbnisgottesdienst feierten mit der Trauergemeinde der frühere Kärntner Superintendent Manfred Sauer und Pfarrerin i.R. Lydia Burchhardt. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Michaela Skrieckova am Violoncello und Bertalan Ablonczy an der Orgel.
Sauer unterstrich in seiner Predigt, dass Horn stets versucht habe, die Liebe Gottes in der Welt sichtbar und erfahrbar zu machen. „Gerlinde Horn hat Dinge beim Namen genannt und Partei ergriffen für die, die nicht mehr für sich selbst einstehen können, und sie war auch widerständig im Leben und hat Kante gezeigt, wo es nötig war“, sagte Sauer.
„Ihr Lächeln war immer eine Einladung, Platz zu nehmen. Sie war sanftmütig und sehr sensibel, sie war eine Erscheinung, charmant, und sie hatte Stil“, betonte Sauer. Gerlinde Horn habe Spuren hinterlassen – Strahlkraft und Wärme ins Leben gebracht und sie geteilt, so der frühere Superintendent über die Verstorbene, die zahlreiche soziale Projekte initiiert hatte, darunter das Wiener „Häferl“, das warme Mahlzeiten für Menschen in Notlagen anbietet. Ursprünglich war die Einrichtung als Anlaufstelle für Haftentlassene und Freigänger gegründet worden. „Sie hat Menschen eingeladen zu einer Tischgemeinschaft und hat zu Tische gedient“, bekräftigte Sauer. Horn war auch viele Jahre als Gefängnisseelsorgerin tätig und leitete Entwicklungsprojekte in Afrika.
Gerlinde Horn hinterlässt ihren Ehemann, den ehemaligen Wiener Superintendenten Werner Horn, sowie fünf Kinder, zwei Enkelkinder und ihre Schwester.
Evangelische Frauenarbeit: „Natürlich ist Kinderbetreuung Arbeit!“
Wien (epdÖ) – „Dass Familie mehr ist als ein Geschäftsmodell, steht außer Frage. Aber daraus zu schließen, Kinderbetreuung sei keine Arbeit, ist ein gefährlicher Kurzschluss“, erklärte die Evangelische Frauenarbeit in ihrer Aussendung vom 7. August. Damit widersprach sie dem Bundeskanzler deutlich. Bei seiner Gesprächsreihe „Österreich im Gespräch“ am 6. August in Salzburg hatte Bundeskanzler Christian Stocker erklärt, er würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen. Familie sei schließlich kein „Business Case“, sondern bedeute gegenseitige Verantwortung. Kurz danach entschuldigte sich Stocker für die Aussage. Der Satz sei „falsch“, räumte er in einer schriftlichen Stellungnahme ein.
„Kinderbetreuung und andere Formen unbezahlter Sorgearbeit kosten Zeit und Kraft und tragen wesentlich dazu bei, dass unsere Gesellschaft und Wirtschaft überhaupt funktionieren“, betont die Evangelische Frauenarbeit. Noch immer werde der Großteil dieser Arbeit von Frauen geleistet. Die konkreten Folgen seien weniger Erwerbsarbeit und Einkommen, geringere Karrierechancen und niedrigere Pensionen.
„Unbezahlte Arbeit verschwindet nicht dadurch, dass wir sie nicht Arbeit nennen. Unsichtbar werden höchstens jene, die sie leisten – und das sind noch immer überwiegend Frauen“, unterstrich die Evangelische Frauenarbeit. Es brauche deshalb Rahmenbedingungen, die eine gerechtere Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit ermöglichen: verlässliche und leistbare Kinderbetreuung, bessere soziale Absicherung und eine Arbeitswelt, in der es für Männer ebenso selbstverständlich ist wie für Frauen, Betreuungsverantwortung zu übernehmen.
„Liebe braucht keine Lohnabrechnung. Aber Menschen, die Sorgearbeit leisten, brauchen Anerkennung, faire Rahmenbedingungen und ökonomische Sicherheit“, fordert die Evangelische Frauenarbeit. Deshalb gelte auch für die Aussage des Bundeskanzlers: Familie sei „viel mehr“ als ein Rechenbeispiel. „Aber wenn bei der gesellschaftlichen Rechnung am Ende wieder einmal vor allem Frauen draufzahlen, dann müssen wir sehr wohl anfangen zu rechnen“, so die Evangelische Frauenarbeit.
Diakonie Katastrophenhilfe: Bittere Armut in Afghanistan
Wien (epdÖ) – „Afghanistan gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und befindet sich auch 2026 in einer der größten humanitären Krisen weltweit“, betonte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser anlässlich des fünften Jahrestages der erneuten Machtübernahme der Taliban in Afghanistan am 15. August 2026. Seither hätten der Diakonie zufolge politische und wirtschaftliche Instabilität, Vertreibung und die weitgehende Entrechtung von Frauen und Mädchen die humanitäre Krise im Land weiter verschärft. Laut dem Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) seien rund 21,9 Millionen Menschen – etwa 45 Prozent der Bevölkerung – auf humanitäre Hilfe angewiesen.
„Das Leben in Afghanistan nach fünf Jahren Taliban-Herrschaft zu beschreiben, heißt, viele Superlative bemühen zu müssen“, unterstreicht Moser. Rund 30 Prozent der Menschen im Land seien der Diakonie zufolge unterernährt, und Grundbedürfnisse wie Nahrung, medizinische Versorgung sowie Bildung seien für viele Menschen nicht gesichert. Gleichzeitig steigen die Preise, während es kaum Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten gibt. Internationale Sanktionen, ein nur eingeschränkt funktionierendes Bankensystem sowie Schwierigkeiten beim Geld- und Warenverkehr verschärfen die wirtschaftliche Not zusätzlich.
„Hinzu kommt, dass zahlreiche Afghaninnen und Afghanen, die in den vergangenen Jahrzehnten in Nachbarländern wie Pakistan Schutz gesucht haben, zur Rückkehr gezwungen sind. Viele von ihnen kommen in ein Land zurück, in dem sie weder über eine Unterkunft noch über eine gesicherte Lebensgrundlage verfügen“, so die Diakonie in einer aktuellen Aussendung.
Darüber hinaus ist Afghanistan regelmäßig von Dürren und Ernteausfällen betroffen. Erdbeben, Erdrutsche und Überschwemmungen zerstören immer wieder Häuser, Infrastruktur und landwirtschaftliche Flächen. „Die Folgen solcher Katastrophen treffen eine Bevölkerung, deren Widerstandskraft nach Jahrzehnten von Konflikten und Krisen weitgehend erschöpft ist“, hebt die evangelische Hilfsorganisation hervor.
Frauen und Mädchen aus dem öffentlichen Leben verdrängtBesonders dramatisch sei die Situation von Frauen und Mädchen. „Bereits während der ersten Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001 waren ihre grundlegenden Rechte weitgehend außer Kraft gesetzt. Seit der erneuten Machtübernahme im Jahr 2021 wurden ihre Rechte abermals massiv eingeschränkt“, erklärt die Diakonie. Außerdem seien Frauen und Mädchen weitgehend aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. „Sie dürfen zahlreiche öffentliche Einrichtungen wie Parks, Fitnessstudios oder Sportvereine nicht besuchen und an vielen öffentlichen Veranstaltungen nicht teilnehmen. Mädchen dürfen nach der sechsten Schulstufe keine weiterführende Schule besuchen. Frauen sind zudem beinahe vollständig aus der Arbeitswelt ausgeschlossen“, so die Diakonie.
Hilfsorganisationen arbeiten unter schwierigen Bedingungen weiterNach der erneuten Machtübernahme der Taliban verließen viele internationale Hilfsorganisationen sowie zahlreiche gut ausgebildete afghanische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Land. Andere Organisationen setzen ihre Arbeit trotz der schwierigen Bedingungen fort. Seit vielen Jahren arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe in Afghanistan mit „Norwegian Church Aid“ zusammen. Die Partnerorganisation ist bereits seit den 1990er-Jahren im Land tätig und beschäftigt überwiegend einheimische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren unterstützte die Diakonie Katastrophenhilfe mittels Spenden Menschen, die von den schweren Erdbeben in Herat und Kunar betroffen waren, sowie insbesondere aus Pakistan abgeschobene bedürftige Familien.
Derzeit unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation Familien dabei, eine berufliche Perspektive aufzubauen. Jeweils 55 Frauen und 55 Männer nehmen getrennt voneinander an bedarfsgerechten Ausbildungskursen teil. Die Teilnehmenden erwerben unter anderem Kenntnisse in den Bereichen Handarbeit, Schneiderei, Autoreparatur und Elektrotechnik. Ziel ist es, ihnen die Herstellung und den Verkauf eigener Produkte oder das Anbieten handwerklicher Dienstleistungen zu ermöglichen. Zusätzlich erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer finanzielle Unterstützung, damit sie die notwendigen Werkzeuge und Materialien anschaffen können. Dadurch sollen diese Menschen langfristig ein eigenes Einkommen erwirtschaften und ihre Familien selbstständig versorgen können.
Aufgrund der starken Kürzungen öffentlicher Fördermittel ist die Fortsetzung dieser Hilfsangebote zunehmend gefährdet. Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner sind daher dringend auf Spenden angewiesen, um die Menschen in Afghanistan auch weiterhin unterstützen zu können.
Spendenkonto: Diakonie Austria gemeinnützige GmbH | IBAN: AT07 2011 1800 8048 8500 | BIC: GIBAATWWXXX | Spendenkennwort: Katastrophenhilfe
Online spenden: diakonie.at/katastrophenhilfe
Festakt in Wien würdigte Widerstandskämpfer Bernardis und Schmid
Wien (epdÖ) – Mit einem Festakt in der Roßauer Kaserne Bernardis-Schmid sowie einer Gedenkfeier auf dem Heldenplatz wurde am Freitag, 7. August, der „Tag des militärischen Widerstands“ begangen. Zudem standen eine Diskussionsrunde und kostenlose Führungen auf dem Programm. Bei der Veranstaltung am Vortag des eigentlichen Gedenktages wurde der Soldaten gedacht, die sich mit Mut und Verantwortungsbewusstsein dem NS-Regime widersetzten.
Der Verbindungsoffizier Robert Bernardis wurde 1941 Zeuge von Massenerschießungen, und in Charkiw erlebte er, wie hunderte, meist jüdische Einwohner in den Straßen öffentlich gehängt wurden. Bernardis schloss sich den Umsturzplänen zur „Operation Walküre“ an. Der von Stauffenberg geplante Umsturzversuch hätte dem NS-Regime und dem Zweiten Weltkrieg ein Ende bereiten sollen. Nach seiner Verhaftung wurde Bernardis und weiteren Mitverschwörern ein Schauprozess gemacht, der mit dem Todesurteil durch den berüchtigten Richter Roland Freisler endete.
Militärsuperintendent Karl-Reinhart Trauner zeichnete im Rahmen des Festakts die Wege des evangelischen Widerstandskämpfers Robert Bernardis und des katholischen Widerstandskämpfers Anton Schmid nach. Bernardis sei Trauner zufolge zunächst Teil des Systems gewesen, habe dann aber die Gräuel, vor allem an der jüdischen Bevölkerung, in Osteuropa miterlebt und sei daran „innerlich zerbrochen“. Ein langes und zähes Ringen um „das Richtige“ sei die Folge gewesen. Schmid habe begonnen, im Kleinen zu helfen und Jüdinnen und Juden zu retten. Was diese beiden so ungleichen Männer verbinde, sei ihr Humanismus, so der Militärgeistliche.
Bei der Gedenkveranstaltung in der Lichthofaula der Kaserne u.a. im Beisein von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, dem Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums (HGM) Georg Hoffmann sowie Ingeborg Heidlberger, Enkelin von Robert Bernardis, wurde zur Würdigung des Einsatzes von Soldaten, die Widerstand gegen das NS-Regime leisteten, ein Kranz niedergelegt.
Im Rahmen einer anschließenden Gedenkzeremonie beim Äußeren Burgtor am Wiener Heldenplatz sprachen Tanner und der Historiker Peter Steinbach, ehemaliger wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, sowie Dieter Binder von der Militärischen Denkmalkommission.
Heidlberger sowie fünf Grundwehrdiener lasen aus Briefen von Widerstandskämpfern. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Militärmusik Niederösterreich. Bereits vor dem Festakt hatte es anlässlich des Gedenktages Führungen für Grundwehrdiener:innen durch die Ausstellung „Gewalt – Gesellschaft“ im Heeresgeschichtlichen Museum gegeben.
Diskussion über militärischen WiderstandAm Nachmittag fand im Weltmuseum Wien eine Diskussion mit Expertinnen und Experten zur Frage „Was gilt als militärischer Widerstand?“ statt. Es diskutierten Maria Fritsche (HGM), Claudia Kuretsidis-Haider (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes / DÖW), Hanin Hannouch (Kuratorin Weltmuseum Wien) und General Bruno Hofbauer. Dabei beleuchteten sie historische und koloniale Perspektiven auf den Begriff des militärischen Widerstands. Außerdem wurden am Nachmittag zwei Stunden lang kostenlose Führungen durch das Kulturvermittlungsteam des HGM im Äußeren Burgtor angeboten. Im Mittelpunkt standen die Geschichte des Heldendenkmals, dessen nationalsozialistische Überformung sowie der Wandel der österreichischen Erinnerungskultur.
Auch am Gedenktag selbst, am Samstag, 8. August, fanden öffentliche Führungen bei freiem Eintritt statt: Von 10 bis 15 Uhr wurden Führungen im Äußeren Burgtor mit der HGM-Kulturvermittlung angeboten. Zudem bot eine Überblicksführung Einblicke in die Sammlung des Heeresgeschichtlichen Museums.
Der „Tag des militärischen Widerstands“ wurde 2025 von der Militärhistorischen Denkmalkommission eingeführt und erinnert an die Hinrichtung des österreichischen Widerstandskämpfers Oberstleutnant Robert Bernardis am 8. August 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee. Bernardis war an dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat an Adolf Hitler beteiligt gewesen. 2020 wurde der Roßauer-Kaserne der Traditionsname „Bernardis-Schmid“ verliehen.
Evangelische Pfarrer:innen aus ganz Österreich tagen in Frankenfels
Frankenfels (epdÖ) – „einfach. mal. machen. – Das tun, was man liebt und das tun, woran man glaubt“ lautet der Titel der diesjährigen gesamtösterreichischen Tagung für Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Vikar:innen in den Evangelischen Kirchen in Österreich. Das gesamtösterreichische Treffen findet vom Montag, 31. August bis Donnerstag, 3. September im Naturhotel Steinschaler Dörfl in Frankenfels (Bezirk St. Pölten) statt. Eingeladen haben zu dem Fortbildungstreffen die lutherische Bischöfin Cornelia Richter, der reformierte Landessuperintendent Ralf Stoffers und der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs.
Die Teilnehmer:innen erwartet ein „vielfältiges Programm mit kurzen Impulsen“, die „nicht nur neue Perspektiven öffnen wollen, sondern vor allem dazu einladen, diese Impulse direkt vor Ort zu erleben, zu testen und weiterzudenken“, heißt es in dem Einladungsschreiben von Richter, Stoffers und Schröckenfuchs. „Was hier entsteht, soll für das neue Arbeitsjahr inspirieren und stärken.“ Im Zentrum der Tagung stehe das Miteinander, „um Raum zu schaffen für Begegnung, Austausch und Gespräch“.
Feierlich eröffnet wird die Tagung um 18 Uhr im Rahmen eines Dorfplatzfestes. Um 20 Uhr wird zu einer Abendandacht eingeladen. Unter dem Titel „einfach. mal. hinhören.“ kommen am Dienstag, 1. September, um 9.30 Uhr Meike Barnahl, Kathrin Hagmüller und Susanne Zippenfenig ins Gespräch. Ebenfalls am Dienstag findet um 19 Uhr die Vollversammlung des Vereins evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Österreich (VEPPÖ) statt.
Eine Wanderung mit einem Berggottesdienst, Teambuilding, ein Kamingespräch oder kirchliche Visionsstatements sind weitere Programmpunkte. Die Tagung endet Donnerstag Mittag nach einer Familienandacht mit Abendmahl und einem gemeinsamen Mittagessen.
Diakonie: Schulstart für viele Familien „erhebliche finanzielle Belastung“
Wien (epdÖ) – Der bevorstehende Schulstart stellt für viele armutsbetroffene Familien in Österreich eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Das betonten die Diakonie und die Wiener Caritas in einer aktuellen Aussendung.
Dabei wies die Diakonie auf die rund 100.000 Volksschulkinder und 85.000 Kinder in der Unterstufe hin, die in einkommensarmen Haushalten leben. Für diese Familien können die Kosten für den Schulstart eine erhebliche Belastung darstellen. Daher sei eine Reform der Schülerbeihilfe notwendig, deren Auszahlung auch die 9. Schulstufe erfassen sollte. Außerdem würden bisher zu wenige Schüler:innen die Unterstützung in Anspruch nehmen, obwohl sie diese benötigten, so die Diakonie.
Ebenso könne der gemeinsame Einkauf von Schulmaterialien durch Schulen Kosten senken. Das Bildungsministerium und die Bildungsdirektionen sollten diese Möglichkeit stärker nutzen, regt die Diakonie an. Darüber hinaus schlägt die Hilfsorganisation einen Schulausgleichsfonds nach dem Vorbild eines im Rahmen der Coronavirus-Hilfen eingerichteten 6,8-Millionen-Euro-Fonds für Schulveranstaltungen vor, um einkommensschwache Schülerinnen und Schüler bei den Kosten für Schulreisen und andere Veranstaltungen zu unterstützen. Auch der angekündigte „Chancenbonus“ könne genutzt werden, um an benachteiligten Schulstandorten in Lernförderung und Infrastruktur zu investieren.
Über die Hälfte der Haushalte (55 Prozent) im untersten Einkommensdrittel gab laut der von der Arbeiterkammer Wien herausgegebenen Schulkostenstudie 2023/2024 an, bei den Schulkosten ihrer Kinder Abstriche machen zu müssen. Elf Prozent im ärmsten Einkommensdrittel konnten sich nicht alle notwendigen Anschaffungen leisten.
Schulstart-Aktion der DiakonieZum bevorstehenden Start in das neue Schuljahr unterstützt die Diakonie Familien mit einer Schulstart-Aktion. Dabei ruft sie zu Spenden auf, um sozial benachteiligten Kindern eine Sozialberatung, Schulmaterial für Familien in Krisen, Gutscheine für Schulmaterial für sozialpädagogisch betreute Familien in Not, finanzielle Überbrückungshilfen, langfristige Begleitung aus Krisensituationen sowie Lernhilfe für Kinder aus armutsbetroffenen Familien zur Verfügung zu stellen.
„Auch Kinder aus armutsbetroffenen Familien sollen alles haben, was sie für die Schule und fürs Lernen brauchen. Deshalb sammeln wir Spenden für einen guten Schulstart“, erklärt die Diakonie. Trotz öffentlicher Mittel und Leistungen blieben Lücken für Kinder, die es schwer haben. „In diese Lücken springen wir ein. Wir bitten um Spenden, um Kindern, Jugendlichen und Familien in schwierigen Situationen mit dem helfen zu können, was sie gerade dringend brauchen“, betont die Diakonie. „Nur wenn Kinder alles haben, was sie für die Schule brauchen, können sie im Unterricht bei allem gut mitmachen. Wenn sie gut ausgestattet in die Schule starten, stärkt das ihr Selbstvertrauen und sie sind weniger belastet und sorgenvoll“, so das evangelische Sozial- und Hilfswerk.
Sowohl in ihren Einrichtungen als auch in ihrer Öffentlichkeitsarbeit setzt sich die Diakonie für Kinder ein, etwa mit dem Vorschlag, benachteiligte Schulstandorte besser zu unterstützen, sowie mit der Forderung, Jugendlichen mit Behinderungen das Recht auf inklusive Bildung bis zur Matura zu erfüllen. Darüber hinaus stellt sie Eltern und Pädagog:innen einen Online-Ratgeber, der laufend erweitert wird, zur Verfügung.
Schulstart-Aktion der Diakonie: spenden.diakonie.at/
TV-Schlagergottesdienst „Hier ist ein Mensch“
Graz (epdÖ) – Unter dem Titel „Hier ist ein Mensch“ steht der Schlagergottesdienst aus der Christuskirche Graz-Eggenberg am Sonntag, 23. August. In dieser Stunde, die auch im Fernsehen und Radio live übertragen wird, erklingen Schlager-Klassiker der 1960er bis 1980er Jahre, interpretiert von Helmut Hussler, der bereits bei anderen Schlagergottesdiensten für die Musik sorgte.
Im Mittelpunkt steht die Bibelgeschichte über die Begegnung Jesu mit einer Frau, die von einer aufgebrachten Menge gesteinigt werden soll. Jesu Satz „Wer von euch ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein“ bildet die theologische Klammer des Gottesdienstes. „Bibel und Schlager treffen sich dort, wo das Leben ‚am echtesten‘ ist“, zeigt sich Ortspfarrer Friedrich Eckhardt überzeugt. „In der Leichtigkeit eines Sommerabends genauso wie in den Stunden, in denen einem plötzlich alles schwerfällt. Beides gehört zum Leben – und beides hat in der Kirche Platz.“
Während Roland Kaisers „Warum hast du nicht nein gesagt“ von Schuld und Scham erzählt, antworten Roy Blacks „Du bist nicht allein“ und Marianne Rosenbergs „Er gehört zu mir“ mit Zugehörigkeit und Trost. Den Schlusspunkt der Predigt setzt jenes Lied, das von der unaufhaltsamen Wiederkehr des Lichtes singt: „Immer wieder geht die Sonne auf“ von Udo Jürgens – für Eckhardt „eine kleine Auferstehungsgeschichte, unkompliziert von einem Schlager erzählt“.
Schlagergottesdienst „Hier ist ein Mensch“
Sonntag, 23. August, um 10 Uhr
Christuskirche Graz-Eggenberg
Live auf ORF III und in den ORF-Regionalradios

