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Aktualisiert: vor 11 Stunden 34 Minuten

Österreichs Kirchen: Ungebrochene Solidarität mit der Ukraine

Fr, 23/02/2024 - 12:20
Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich anlässlich des zweiten Jahrestags des Angriffs Russlands auf die Ukraine

Wien (epdÖ) – „Die Menschen in der Ukraine brauchen unsere ungebrochene Solidarität.“ – Das betont der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) in einer Erklärung zum zweiten Jahrestags des Angriffs Russlands auf die Ukraine. Wörtlich heißt es in der am Freitag veröffentlichten Erklärung: „Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen. Wir dürfen in unserer Unterstützung für die Ukraine nicht nachlassen.“ – Im Fall der Kirchen sind dies besonders die humanitäre Hilfe sowie das Gebet.

Der Angriff sei ein „fundamentaler Bruch des Völkerrechts“ und habe millionenfach Tod, Not und Vertreibung mit sich gebracht. Der Krieg zerstöre die Zukunft der Menschen in der Ukraine, und er zerstöre zugleich auch die Zukunft und die Chancen der Bevölkerung Russlands, in einem freien und demokratischen Staat zu leben, der den Prinzipien der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit verpflichtet ist.

Der Dank des ÖRKÖ gelte all jenen Menschen und Organisationen in Österreich, die in den vergangenen zwei Jahren den Menschen in der Ukraine und den vielen Geflüchteten geholfen haben. „Wir appellieren zugleich eindringlich, in dieser Hilfe und Solidarität nicht nachzulassen. Die Ukrainerinnen und Ukrainer müssen wissen, dass sie nicht vergessen sind und nicht im Stich gelassen werden“, heißt es in der Erklärung. Der ÖRKÖ-Vorstand ruft zugleich anlässlich der aktuellen ökumenischen Friedensgebete in ganz Österreich dazu auf, an diesen Gebeten teilzunehmen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden für die Hilfe vor Ort:
IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333 | BIC: GIBAATWWXXX
Spenden-Kennwort: Ukraine-Nothilfe
Online: www.diakonie.at/ukraine-nothilfe-spenden

Krieg in der Ukraine: Bischof Chalupka ruft zum Gebet auf

Fr, 23/02/2024 - 11:32
Bischof fordert Integrationsperspektive für Ukraine-Vertriebene – „Nach zwei Jahren braucht es ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt und keine Hindernisse“

Wien (epdÖ) Vor dem zweiten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine hat der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka zum Gebet aufgerufen. „Ich lade die evangelischen Pfarrgemeinden in Österreich dazu ein, das Gebet der evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer der Ukraine mitzubeten“, so der Bischof gegenüber dem Evangelischen Pressedienst.

„Vater unser, der Du voller Liebe bist, zu Dir rufen wir heute. Nach zwei Jahren zermürbenden Krieges, der jeden Tag Zerstörung und Tod bringt, fühlen wir uns erschöpft. Die Stimme unseres Rufes klingt leiser, aber umso zuversichtlicher: Wir wissen, dass Du uns hörst“, heißt es in diesem Gebet, das die Pfarrer:innen der Ukraine vor kurzem auf dem Pfarrkonvent in Odessa formuliert hatten. An dem Pfarrkonvent nahm auch der Generalsekretär der Evangelischen Kirchen in Europa, Mario Fischer teil, der einen Solidaritätsbesuch zur lutherischen Kirche der Ukraine unternommen hatte.

„Es ist wichtig, die Stimmen der Menschen und Gläubigen in der Ukraine hier aufzunehmen“, betont Bischof Chalupka. Er wird dieses Gebet auch beim ökumenischen Friedensgebet am Samstag im Stephansdom sprechen.  Eingeladen hatte zu dem Friedensgebet, das am Samstag um 17.00 Uhr beginnt, Kardinal Christoph Schönborn. Neben dem Kardinal und dem evangelisch-lutherischen Bischof werden an dem Gebet auch der päpstliche Gesandte in Österreich, Nuntius Erzbischof Pedro Lopez, der armenisch-apostolische Bischof und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Tiran Petrosyan, der griechisch-orthodoxe Metropolit und Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich, Arsenios Kardamakis sowie Chorepiskopus Emanuel Aydin von der Syrisch-Orthodoxen Kirche mitwirken. Auch mehrere Vertreter:innen aus Politik und Diplomatie werden zu dem Friedensgebet erwartet.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden für die Hilfe vor Ort:

IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333 | BIC: GIBAATWWXXX
Spenden-Kennwort: Ukraine-Nothilfe
Online: www.diakonie.at/ukraine-nothilfe-spenden

Nach zwei Jahren sei es dringender denn je, den vom Krieg betroffenen Menschen zu helfen und dabei den Konflikt und das Leid „nicht aus dem Bewusstsein zu verlieren“, erklärt Bischof Chalupka und verweist auf das Engagement der Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort. „Helfen und beten. Das können wir in Österreich tun“, so Chalupka. Die Regierung sei darüber hinaus aufgerufen, den Ukrainerinnen und Ukrainern, die in Österreich Zuflucht gefunden haben, „endlich nach zwei Jahren eine wirkliche Integrationsperspektive aufzuzeigen“. Es sei „dringend notwendig“, dass die aus der Ukraine vertriebenen Menschen in Österreich „anerkannten Flüchtlingen gleichgestellt werden und nicht mehr im System der Grundversorgung verbleiben müssen“, fordert der Bischof und unterstreicht: „Nach zwei Jahren braucht es ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt und keine Hindernisse.“

Das Friedensgebet der evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrern in der Ukraine  finden Sie hier.

Das Friedensgebet aus der Ukraine im Wortlaut:

Gott der Hoffnung, barmherziger Vater,
wir erheben unsere Herzen zu Dir!
Inmitten der Dunkelheit des Krieges sehen wir das Licht Deines Königreichs,
mitten in der Verzweiflung erfahren wir das Geheimnis der ewigen Hoffnung,
inmitten der brutalen Realität des Krieges entdecken wir die Tiefen des Glaubens.

 Unser liebevoller Vater, zu Dir rufen wir heute.
Nach zwei Jahren zermürbendem Krieg,
der täglich Zerstörung und Tod bringt,
sind wir müde geworden.
Die Stimme unseres Schreies erklingt leiser, aber zuversichtlicher:
Wir wissen, dass Du uns hörst.

Wir sehen Dich, den Unsichtbaren, mit den geistlichen Augen,
wir hören die Stimme Deines Geistes, die ohne Worte in unseren Herzen spricht,
wir erkennen Dein Antlitz in der Barmherzigkeit und Liebe Deiner Kinder.
Gott, unser Glaube ist nicht verloren – er ist tiefer geworden.

Herr unserer Erlösung!
Jetzt fühlen wir die Ewigkeit näher als zuvor,
weil sie sich öffnet inmitten von Schmerz, Ruinen und Tod.
Ihre Wurzeln reichen immer mehr in die Realität Deines Königreichs hinein.

Barmherziger Vater, unsere Hoffnung!
Heute stehen wir vor mehr Ungewissheit als vor einem Jahr.
Im Winter vor einem Jahr gab es in der Ukraine kein elektrisches Licht,
aber Menschen erwarteten, dass das Licht der Befreiung kurz bevorsteht.
Der Nebel der Unsicherheit ist dichter geworden,
aber unsere Hoffnung wird durch den Heiligen Geist ungeahnt gestärkt.
Wir glauben, dass der Tag Deiner Wiederkunft kommen wird,
der Tag der Befreiung und des gerechten Lohns,
der Tag, an dem die Sünde verschwinden wird und die Macht der Ungerechtigkeit für immer ihr Ende nehmen wird,
an dem die Lippen, die Lügen reden, für immer zum Schweigen gebracht werden.

Unser Gott, erbarme dich der Ukraine!
Angst begleitet das Leben der Menschen,
viele Menschen sind gestorben, Familien wurden auseinandergerissen.
Tröste alle, die Angehörige verloren haben, die Witwen und elternlosen Kinder,
rette die zerstörten Städte und Dörfer durch Deine Gnade,
lass Menschen wieder zurückkehren können in ihre Heimat,
führe die Familien zusammen.

Lindere die Wut und den Schmerz der Leidenden,
gib den Regierenden Einsicht und Weisheit
und schenke den verwundeten Körpern und gebrochenen Herzen echte Hoffnung auf Leben.
Gott, schenke Frieden!
Segne deine Kirche.

 Dein ewiges Königreich komme!

 Komm, Herr Jesus!

Salzburg: Früherer Erzbischof Alois Kothgasser verstorben

Fr, 23/02/2024 - 11:12
Superintendent Dantine würdigt Kothgassers Eintreten für die Ökumene

Salzburg (epdÖ) – Der emeritierte römisch-katholische Erzbischof von Salzburg Alois Kothgasser ist tot. Er starb am Donnerstagabend im Alter von 86 Jahren in seiner Wohnung im Priesterseminar in Salzburg. Alois Kothgasser war zuletzt schwer krank, nachdem er im vergangenen November eine Gehirnblutung erlitten hatte. Noch am 9. Februar konnte der Erzbischof aber an einem Gottesdienst zur Feier des 60-Jahr-Jubiläums seiner Priesterweihe in der Kapelle des Salzburger Priesterseminars teilnehmen.

Im Namen der Evangelischen Superintendenz A.B. Salzburg und Tirol sprach Superintendent Olivier Dantine der Erzdiözese Salzburg sowie der Diözese Innsbruck seine aufrichtige Anteilnahme aus. „Erzbischof Alois war die Ökumene immer ein großes Anliegen. In seiner Zeit als Diözesanbischof von Innsbruck führte er den Weg des Miteinanders der christlichen Kirchen weiter“, so Dantine. Die Erzdiözese Salzburg habe Kothgasser in einer ökumenisch herausfordernden Situation übernommen und mit viel persönlichem Einsatz und großer Sensibilität gegenseitiges Vertrauen wiederhergestellt. „Persönlich wird mir seine menschliche Wärme und sein feinsinniger Humor in Erinnerung bleiben“, so Dantine in seinem Kondolenzschreiben.

„Erzbischof Alois Kothgasser war ein Vorbild an Sanftmut und ein menschennaher Bischof.“ Mit diesen Worten hat Kardinal Christoph Schönborn dessen Wirken gewürdigt. „Wir haben in der Bischofskonferenz dankbar seine Gabe der Vermittlung und Versöhnung schätzen gelernt“, hielt er weiters fest. Als „menschennaher und herzlicher Bischof“ sei Alois Kothgasser „im besten Sinn des Wortes ein guter Hirt“ gewesen.

Alois Kothgasser wurde 1937 in der Südoststeiermark als Sohn einer Bauernfamilie geboren und gehörte dem Orden der Salesianer Don Boscos an. Er war zwischen 2003 und 2013 Erzbischof von Salzburg und zuvor von 1997 bis 2002 Bischof von Innsbruck.

Sozialexperte Schenk: „Welt-Unsicherheiten lasten auf den Kinderseelen“

Mi, 21/02/2024 - 11:40
Diakonie fordert, Therapielücke zu schließen

Wien (epdÖ) – Krieg, Teuerung, Armut, Klima, Pandemie. „Diese Welt-Unsicherheiten drücken ganz schön auf die Seele: Angstsymptome, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen sind auf dem Höchststand“, sagt der Psychologe und Sozialexperte der Diakonie Martin Schenk in einer aktuellen Aussendung. Die meisten jungen Leute könnten das gut bewältigen, andere aber seien verletzlicher, chronischem Druck und Enge ausgesetzt, hätten weniger Reserven. „Beengtes Wohnen und geringes Einkommen zu Hause verschärfen die Situation.“ Dass ein Teil der Kinder und Jugendlichen massiv unter Druck sei „merken wir am Krisentelefon, in den mobilen Therapien, Jugendnotschlafstellen oder Wohngemeinschaften“.

Therapielücke schließen

Kinder bräuchten Hilfe, wenn sie mit ihrem Alltag und sich selbst nicht mehr zu Recht kommen. „Dazu müssen Umfang und Zugang zu kassenfinanzierter Therapie verbessert, Therapieangebote und psychosoziale Notdienste außerhalb der Ballungszentren ausgebaut werden“, unterstreicht die Diakonie und fordert „die Therapielücke zu schließen“. „Die aktuell laufenden Projekte des Bundes haben ein Ablaufdatum“, so Schenk. Im Gesundheitssystem und in der Prävention gebe es große Herausforderungen und Lücken – gerade für Kinder, die krank und sozial benachteiligt sind.

Psychotherapie und psychologische Behandlung sind als Leistung der Gesundheitskassa anerkannt. Leistbare kassenfinanzierte Plätze seien aber Mangelware, der Selbstbehalt zu hoch. Diejenigen, die das Angebot am meisten bräuchten, sind diejenigen, die es sich am wenigsten leisten können, kritisiert die Diakonie. „Beispielsweise ein Gesetz für psychologische Behandlung zu beschließen, ohne es auch für die ärmsten Patient:innen leistbar zu machen, ist wie eine Wohnung anzubieten, aber den Schlüssel dafür nicht auszuhändigen“, bringt es Schenk auf den Punkt. „Der Schlüssel wäre eine ordentliche Finanzierung, die den Zugang für jeden sichert – egal ob arm oder reich. Und egal wo: im niedergelassenen Bereich, der Primärversorgung, in regionalen integrierten Therapiezentren oder mobilen Teams.“

Herausforderung, „Drei in Eins“ zu setzen

Der Finanzminister solle die versprochenen Budgetmittel dafür freigeben, fordert die Diakonie. Angesichts der psychosozialen Probleme seien das nicht nur Kosten, sondern vielmehr wirksame Investitionen in die Gesundheit. Die Versorgungslücke liege bei der Leistbarkeit, aber auch bei den langen Wartezeiten und der Mangelversorgung in ländlichen Regionen. „Es geht also um kassenfinanzierte Behandlung, um bessere regionale Versorgung und um diversere Formen der Angebote wie regionale Therapiezentren oder mobile Teams“, heißt es in der aktuellen Aussendung.

Die Herausforderung bestehe darin, „Drei in Eins“ zu setzen: Erstens Gesundheit und Soziales zusammenzudenken mit Krankenhaus, Sozialberatung, Kindergarten, Wohnsituation etc. Zweitens: Multiprofessionell und fächerübergreifend zu handeln mit Ärzt:innen, Psycholog:innen, Therapeut:innen und Sozialarbeit. Drittens: Sozialraumorientiert im Grätzel, im Straßenzug, in der Gemeinde zu agieren.

Verein „EvanQueer“ setzt sich für LGBTIQ-Menschen in evangelischen Kirchen ein

Mi, 21/02/2024 - 11:25
Für Sichtbarkeit und Gleichstellung – Neue Website informiert über Angebot

Wien (epdÖ) – Für „Sichtbarkeit und Gleichstellung nicht heteronormativer Lebensweisen in den evangelischen Kirchen in Österreich“ setzt sich der neugegründete Verein „EvanQueer“ ein. Konstituiert hat sich der Verein im November des Vorjahres, zur Obfrau wurde Claudia Marlen Schröder gewählt. Im Vorstand wird Schröder von den Theologiestudierenden Daniel Krizner und Jan Minack sowie den Pfarrerinnen Katharina Payk, Gerda Pfandl und Livia Wonnerth-Stiller unterstützt. Alle Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich für den Verein.

„Jeder Mensch ist als Ebenbild Gottes geschaffen und gewollt“, unterstreicht Schröder in einer Aussendung des Vereins und weist darauf hin, dass „entgegen dieser theologischen Überzeugung und christlichen Grundhaltung Menschen im LGBTIQ-Spektrum oft mit Ausgrenzung und Demütigung in der Kirche konfrontiert sind – nicht nur in der Geschichte, sondern auch heute noch“.

„EvanQueer“ wolle die „langjährige, erfolgreiche“ Arbeit der bisherigen „Plattform lesbische, schwule und bisexuelle Mitarbeiter*innen in den evangelischen Kirchen“ (LSM) fortsetzen. Mit dem neuen Namen würden „alle Schattierungen von Queerness ausgedrückt, darunter auch Trans- und Intergeschlechtlichkeit, polyamore Lebensweisen, schwule, lesbische und bisexuelle Identität“.

„Queere Menschen machen in kirchlichen und anderen religiösen Gemeinschaften die Erfahrung, dass ihre Genderidentität, ihre sexuelle Orientierung und/oder ihr Lebensmodell herabgewürdigt und verleugnet werden, bzw. dass diese als weniger wert als heteronormative Lebensweisen beurteilt werden. Diese Abwertung und Verneinung queerer Lebensweisen werden oft mit einer bestimmten Art, die Bibel zu interpretieren, legitimiert“, sagt Schröder, die auch als Gemeindevertreterin in der Pfarrgemeinde Wien-Hetzendorf aktiv ist.

„Dass wir mit Claudia Marlen Schröder nicht nur eine in unserer Kirche sehr engagierte, sondern auch eine transidente Person als Obfrau gewählt haben, unterstreicht unser Anliegen, möglichst in Vielfalt vertreten zu sein“, hebt Gerda Pfandl hervor, die viele Jahre als LGBTIQ-Seelsorgebeauftragte in der Diözese Wien tätig war.

Der Aufgabenbereich des Vereins reicht von kirchenpolitischer Arbeit über Bildungsarbeit bis hin zu Selbsthilfeangeboten für queere Menschen. „Dass die Mitglieder immer auch andere marginalisierte und diskriminierte Gruppen im Blick haben, ist dabei eine Selbstverständlichkeit“, heißt es in der Aussendung.

Von der früheren Plattform „LSM“ erbt der Verein auch die Verleihung des Prädikats „akzeptierend und offen für alle Lebensformen“ (a&o), das in vielen evangelischen Organisationen und Pfarrgemeinden die Akzeptanz queerer Personen nach außen jetzt schon sichtbar macht. Die Webseite evanqueer.at ist bereits online und informiert über das Angebot und die geschichtliche Entwicklung queerer Sichtbarkeit in den evangelischen Kirchen Österreichs.

Gemeinsam mit dem ökumenischen Verein „Queer Glauben“ bietet „EvanQueer“ unter dem Titel „Queere Christ*innen“ jeweils am 4. Dienstag im Monat um 19 Uhr ein offenes Treffen mit Impuls und Gruppengespräch im Albert-Schweitzer-Haus an. „Vorrangige Zielgruppe sind junge queere Christ*innen, die sich mit ihrem Glauben und ihrem Queersein auseinandersetzen wollen“, erklärt Schröder. Das Angebot werde seit Ende letzten Jahres von Menschen aus verschiedenen Konfessionen begrüßt und angenommen.

Ein besonderes Anliegen ist dem Verein das offene Gesprächs- und Informationsangebot für alle Menschen in den evangelischen Kirchen. „Wer Fragen zum Thema oder persönlichen Gesprächsbedarf hat, ist bei uns genau richtig“, sagt Katharina Payk, die unter anderem mit einer weiteren vom Verein nominierten Person in der Gleichstellungskommission der Evangelischen Kirche A.u.H.B. mitwirkt. Payk: „Wir sind keine geschlossene Gruppe, sondern freuen uns über Interessierte – ob queere Menschen oder Verbündete. Auch Unsichere dürfen sich gerne an uns wenden, denn es ist uns wichtig, dass wir durch Aufklärung und Begegnung Mauern abtragen und Akzeptanz und Solidarität in unseren Kirchen stärken.“

Info: evanqueer.at

Fastenvideos und Passionsgebete auf YouTube

Mi, 21/02/2024 - 11:20
Trumpes: „Geistlich und liturgisch durch die Passionszeit begleiten“

Wien (epdÖ) – Jeden Samstag in der Passionszeit sind auf dem YouTube-Kanal der Evangelischen Kirche in Österreich Fastenvideos zu sehen. Die kurzen Videos zum Thema Fasten und zu den verschiedenen Fastenarten mit kleinen Fastenansätzen gestaltet der Pfarrer und Fastenexperte Manfred Mitteregger aus der Pfarrgemeinde Gröbming.

Jeden Mittwoch wird zu Mittag ein zehnminütiges Passionsgebet zu den Wochensprüchen auf YouTube veröffentlicht. Den Anfang am Aschermittwoch, 14. Februar, macht Pfarrerin Anne Tikkanen-Lippl aus der Pfarrgemeinde Mödling. Die musikalische Untermalung der Passionsgebete kommt aus einer Zusammenarbeit mit Landeskantor Matthias Krampe und Johannes Leitner sowie von verschiedenen Wiener Organist:innen. Zu sehen und zu hören sind Orgeln aus der Kreuzkirche in Wien-Hietzing, der Christuskirche Matzleinsdorf und aus der Lutherischen Stadtkirche. Das Passionsgebet am Karfreitag, 29. März, wird der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld gestalten.

Die Thematik der Passionsgebete orientiert sich am jeweiligen Wochenspruch. Darüber hinaus folgt am Ostersonntag, 31. März, ein Video mit einem Ostergebet, das der lutherische Bischof Michael Chalupka gestaltet. „Die Videos wollen geistlich und liturgisch durch die Passionszeit begleiten“, erklärt Laura Trumpes, die im Presseamt für die Produktion und Redaktion des YouTube-Kanals der Evangelischen Kirche Österreich verantwortlich ist.

Hier geht es zu den Passionsgebeten auf YouTube

Vorarlberg: Demo für Demokratie und Menschenrechte

Mi, 21/02/2024 - 11:00
Stoffers: „Angehörige einer Minderheitenkirche wissen, was Vertreibung, Diskriminierung und Ausgrenzung bedeuten“

Dornbirn (epdÖ) – Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt!“ haben am Sonntag, 18. Februar, in Dornbirn zahlreiche Menschen „für Demokratie und Menschenrechte“ demonstriert. Aufgerufen hatte dazu die Vorarlberger Plattform für Menschenrechte, das Bündnis „Uns reicht ́s“ (www.unsreichts.at) und „PRIM“ – Die Plattform für Reformpädagogische Initiativen. Laut Veranstalter haben 4.000 Personen an der Demonstration teilgenommen, nach Angaben der Polizei waren es rund 2.000. Dem Aufruf angeschlossen hatten sich rund 40 Organisationen und Institutionen, darunter auch alle evangelischen Pfarrgemeinden in Vorarlberg.

Die Kundgebung begann mit einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen russischen Oppositionsführer Alexej Nawalny. Am Ende der Demonstration wurde der neun Opfer des rechtsextremistischen Anschlags von Hanau gedacht, der sich am 19. Februar zum vierten Mal jährte.

Wie schon zuvor in zahlreichen Städten in Österreich und Deutschland sollte auch „im Ländle ein starkes Zeichen für Demokratie, Solidarität und Vielfalt gesetzt werden“, so die Organisationen im Vorfeld. Die gesellschaftliche Spaltung und rechtsradikale Ideen seien „brandgefährlich“, erklärten die Initiator:innen, unter ihnen auch die Intendantin des Vorarlberger Landestheaters (Bregenz), Stefanie Gräve. Um die aktuellen Herausforderungen in ihrer Komplexität zu meistern, brauche es Solidarität und Mitmenschlichkeit, hieß es in dem Aufruf. Ausgelöst wurden die Demonstrationen, die an verschiedenen Orten in Deutschland und Österreich stattfinden, durch das Bekanntwerden eines Geheimtreffens Rechtsextremer in Potsdam.

„Das Einstehen für Toleranz, Vielfalt, Demokratie, Menschenrechte und Minderheitenschutz gehören sozusagen zur DNA der Reformierten Kirche, der evangelischen Kirchen in Österreich“, betont Pfarrer Ralf Stoffers aus der Pfarrgemeinde Bregenz, die gemeinsam mit den Pfarrgemeinden in Bludenz, Dornbirn und Feldkirch zur Evangelischen Kirche H.B. (evangelisch-reformiert) gehört. „Nicht zuletzt aufgrund unserer Geschichte und Gegenwart als Angehörige einer Minderheitenkirche wissen wir, was Vertreibung, Diskriminierung und Ausgrenzung gesellschaftlich und persönlich bedeutet haben und – leider da und dort immer noch – bedeuten. Und wir wollten mit unserer Teilnahme auch als Zeichen in die Gesellschaft hinein vermitteln: Das Kreuz der Christ:innen kennt keine Haken“, so Stoffers.

 

„Campus der Religionen“ verurteilt Vandalenakt auf jüdische Fahne

Di, 20/02/2024 - 13:07
Religionsvertreter bestürzt über erneuten Vandalismus in Wiener Seestadt Aspern: „Wo eine Religion angegriffen wird, sind auch alle anderen mitbetroffen“

Wien (epdÖ) – Die am Wiener „Campus der Religionen“ beteiligten Religionsgemeinschaften haben den erneuten Vandalenakt auf die jüdische Fahne auf dem Gelände in der Seestadt Aspern „aufs Schärfste“ verurteilt. „Wir sind betroffen und bestürzt über einen solchen Angriff gegen eine unserer Religionsgemeinschaften“, heißt es in einem schriftlichen Statement des Vereins am 20. Februar.

„Wir treten entschieden gegen jede Art von Respektlosigkeit und Feindseligkeit in unserer Stadt auf“, betonen die Religionsvertreter, „denn wo eine Religion angegriffen wird, sind auch alle anderen mitbetroffen, weil wir uns miteinander auf einem friedlichen und solidarischen Weg bewegen“. Der durch das Zerreißen der jüdischen Fahne gesetzte antisemitische Akt sei „ein Zeichen gegen den friedvollen Umgang miteinander, den wir in Wien schon lange pflegen“. Als Vertreter der acht beteiligten Religionsgemeinschaften stehe man weiterhin zur religiösen Vielfalt und bekenne sich zu einem freundschaftlichen Diskurs, der keine Diskriminierung oder Verletzung zulasse.

Zudem verurteilte der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig die aktuelle Tat. In Wien gebe es keinen Platz für Rassismus und Antisemitismus, schrieb Ludwig auf der Plattform X (vormals Twitter). Die Bundeshauptstadt sei eine Stadt des sozialen Zusammenhalts und Friedens, so der Bürgermeister.

Bereits mehrmals war die Flagge als Symbol des jüdischen Glaubens das Ziel von Vandalenakten, zuletzt war sie im Sommer des Vorjahres heruntergerissen worden. Im aktuellen Fall haben Zeugen eine Gruppe von sechs Personen beobachtet, wie sie die weiße Flagge mit dunklem Davidstern zerrissen haben, berichtete die Austria Presse Agentur (APA) am 19. Februar. Nun laufen Ermittlungen gegen die Unbekannten wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung und der Herabwürdigung religiöser Lehren.

Getragen wird der Campus von der Evangelischen, der Römisch-katholischen und der Neuapostolischen Kirche sowie der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ). Ebenso an dem interreligiösen Projekt beteiligt sind die Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft (ÖBR), die Hinduistische Religionsgemeinschaft in Österreich und die Sikh Gemeinde Österreich (SGÖ).

Wien: Gottesdienstreihe „Mit Gott wachsen“ in der Pauluskirche

Di, 20/02/2024 - 08:19
Wachstum aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet – ab 25. Februar

Wien (epdÖ) – „Mit Gott wachsen!“ lautet das Jahresmotto der Evangelischen Pfarrgemeinde Wien-Landstraße. Im Rahmen einer vierteiligen Gottesdienstreihe widmen sich an den Sonntagen von 25.2. bis 17.3. immer ab 17 Uhr verschiedene Personen dem Thema Wachstum aus ihren fachspezifischen Blickwinkeln. „Das alte Bild des Baumes begleitet uns als Symbol für Menschen, die mit Gott unterwegs sind“, erklärt Pfarrerin Elke Petri und verweist auf Psalm 52, wo es heißt: „Gott, ich bin wie ein Baum, der in deiner Nähe grünt und blüht.“ Die Gottesdienste der Reihe sieht Petri einerseits als „ein Zuckerl für die treue Kerngemeinde, andererseits erhoffen wir uns, dass die interessanten Gäste neue Leute anziehen“.

Vier Fragen zum Thema Wachsen

Den Start macht Werner Zollitsch am 25.2. mit „Unendlich wachsen? Wirtschaften im Dienst des Lebens“. Der Leiter des BOKU-Zentrums für globalen Wandel und Nachhaltigkeit weiß, dass unendliches Wachstum die Schöpfung gefährdet. Der engagierte evangelische Christ fragt, wie Wirtschaften im Dienst des Lebens aussehen kann.

Unter dem Titel „Trotzdem wachsen? Gedeihen als schrumpfende Kirche“ überlegt Patrick Todjeras am 3.3., was Wachstum für eine schrumpfende evangelische Kirche bedeutet. Der evangelische Pfarrer ist Rektor des Werkes für Evangelisation und Gemeindeaufbau.

Der jüngste Gast der Gottesdienstreihe ist der Klimaaktivist und Klimakläger Levi Resch. Unter dem Titel „Lebenswert wachsen? Großwerden in der bedrohten Schöpfung“ fragt der katholische Christ am 10.3., wie nachfolgende Generationen lebenswert in der bedrohten Schöpfung heranwachsen können.

Den Abschluss bildet am 17.3. das Thema „Ewig wachsen? Glauben an einen werdenden Gott“ mit Paula Neven Du Mont. In der Passionszeit fragt die Assistentin am Institut für Systematische Theologie, ob Gott selbst im Wachsen und Werden begriffen sein kann.

Impulse von der Kanzel und Gespräche „bei einem Glaserl Wein“

Bereits seit 2017 gibt es in der Pauluskirche Gottesdienstreihen mit Gastprediger:innen. Etwa zum Konzept Familie, zum Frieden, mit ehemaligen Geistlichen der Pauluskirche unter dem Titel „Was wurde eigentlich aus…?“, zur Zukunft der Kirche, zu den Wegen aus den Krisen und zum Thema Hören unter dem Titel „Echo des Himmels“. Im Hinblick auf die neue Reihe freut sich Pfarrerin Petri auf neue Impulse der Gäste, genauso wie „auf die Nachgespräche mit Gottesdienstbesuchenden in der Bar bei einem Glaserl Wein oder einer Tasse Tee“. Letztlich hofft sie, „dass wir als Evangelische in Wien durch solche Angebote zusammenwachsen – mit Gott wachsen eben!“

Die Gottesdienste beginnen um 17 Uhr in der Pauluskirche, Sebastianplatz 4, 1030 Wien. Ab 16 Uhr ist das Café geöffnet, im Anschluss die Bar. Parallel zu den Gottesdiensten wird ein Kinderprogramm angeboten.
Weitere Informationen unter: www.pauluskirche.at

PR-Profi, Presbyter und Autor

Mo, 19/02/2024 - 11:59
Im Porträt: Bernd Sibitz

Wien (epdÖ) – Die evangelische Zeitung für Österreich „SAAT“ porträtiert in jedem Heft Menschen, die sich in der Kirche engagieren. In der aktuellen Februar-Ausgabe ist es der PR-Profi, Presbyter und Autor Bernd Sibitz aus Klagenfurt.

„Fürchte Dich nicht, ich helfe Dir.“ Dieser Vers aus dem Buch Jesaja begleitet Bernd Sibitz seit seiner Jugend: Der einstige Konfirmationsspruch ist noch heute sein Lieblingsbibelvers. Seit Kindheitstagen ist der 79-Jährige der Evangelischen Kirche verbunden. Im neugewählten Presbyterium der Johanneskirche in Klagenfurt ist er zwar stellvertretender Schatzmeister, „aber ich bin von meinem Selbstverständnis her für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig“.

Das ist nicht verwunderlich, immerhin ist Sibitz ein waschechter PR- und Medienprofi: Jahrelang war er bei einer PR-Agentur angestellt, 1987 machte er sich in diesem Bereich selbständig. Er unterstützte die PR-Arbeit bei der UN-Menschenrechtskonferenz in Wien, leitete die Anzeigenabteilung der Zeitung einer großen Bank. Darüber hinaus lehrte er an der Universität Salzburg Öffentlichkeitsarbeit für Non-Profit-Organisationen sowie für Klein- und Mittelbetriebe.

Prägende Jahre in der Evangelischen Jugend der Johanneskirche

„Seit 2010 bin ich in Pension und zurück in Klagenfurt“, erzählt Sibitz. Geboren wurde er am 26.9.1944 zwar in Pernitz (NÖ), „im zarten Alter von 14 Tagen“ ist er aber nach Klagenfurt gekommen, wo er bis zum 21. Lebensjahr lebte. Prägend waren die Jahre in der Evangelischen Jugend der Johanneskirche. An Reisen mit dem Fahrrad in die Türkei, später mit dem Auto nach Syrien, Jordanien, Israel und Afghanistan erinnert er sich heute noch gerne zurück. Erfahrungen, die er auch jungen Menschen von heute empfiehlt. „Entdeckt die Kraft durch die Gemeinschaft und erlebt die positive Atmosphäre, sei es bei den Gottesdiensten oder bei kirchlichen Veranstaltungen und Feiern!“ Noch heute treffen sich die Jugendlichen von damals – die meisten 70 plus – wöchentlich und „halten Heimstunde“.

Neben seinem Engagement als Presbyter geht Sibitz gerne Schwimmen und macht lange Spaziergänge. Nicht zuletzt ist er seit Jahrzehnten als Schriftsteller tätig. Neben mehreren Büchern hat Sibitz auch Theaterstücke geschrieben, in denen er aktuelle Themen wie Kryptowährung, Klimakrise oder Erbschaftsstreitigkeiten beleuchtet. Vielseitigkeit und Hoffnungsfreude zeichnen ihn aus. Passt zu seinem Lebensmotto: „Positiv in die Zukunft sehen“ – und seinem Lieblingsvers aus der Bibel.

Die „SAAT“ erscheint monatlich und ist für 36 Euro im Jahresabo hier erhältlich.

Fasten gegen die Einsamkeit

So, 18/02/2024 - 07:00
Julia Schnizlein über eine besondere Aktion in der heurigen Passionszeit

Herrlich! Die Jausenbrote sind eingepackt, die Kinder auf dem Schulweg, der Partner in der Arbeit und man selbst macht es sich im Jogginganzug mit einer Tasse Kaffee auf dem Sofa bequem, um die Mails zu lesen: Homeoffice ist mittlerweile für viele Menschen an der Tagesordnung.

Was zunächst verlockend klingt, hat allerdings einen Haken: Home-Office macht krank. Denn wer in den eigenen vier Wänden, in den Bergen oder auch am Strand am anderen Ende der Welt arbeitet, tut dies meist allein. Die Einsamkeit wird zum ständigen Begleiter und die soziale Isolation steigt. Und das kann zum Problem werden. Denn Einsamkeit, das belegen Studien, birgt auf lange Sicht ein ebenso hohes Gesundheitsrisiko wie Rauchen, Alkoholmissbrauch oder Fettleibigkeit. Einsame ernähren sich schlechter, haben eine verminderte Immunabwehr, neigen eher zu depressiven Verstimmungen und sie schlafen auch schlechter, was die Widerstandskraft zusätzlich schwächt.

Das Problem der Einsamkeit betrifft freilich nicht nur Menschen, die im Homeoffice arbeiten. Studien zeigen, dass die Einsamkeit, vor allem auch unter Jugendlichen und älteren Menschen weltweit zunimmt. Sie gilt heute als eine der größten Volkskrankheiten!

Dass der Mensch nicht für die Einsamkeit geschaffen ist, thematisiert die Bibel schon auf ihren ersten Seiten. Dort heißt es: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist“ (1. Mose, 2). Und der Prediger Salomo resümiert ganz praktisch:

„So ist’s ja besser zu zweien als allein … Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft.“ Natürlich hat auch Gemeinschaft ihre anstrengenden und herausfordernden Seiten und manchmal muss man sich im Miteinander den Rat des Apostel Paulus zu Herzen nehmen: „Ertragt einander!“

Die diesjährige Fastenaktion der Evangelischen Kirche hat es sich jedenfalls zur Aufgabe gemacht, das Miteinander zu fördern. Dementsprechend steht die Passionszeit unter dem Motto: „Komm rüber – Sieben Wochen ohne Alleingänge!“ Vielleicht möchten Sie sich anschließen und in den nächsten Wochen gezielt auf andere zugehen! Es heißt, die Einsamkeit sei eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt. Ich denke, einen Versuch ist es wert!

Das Leid übertönen

Sa, 17/02/2024 - 07:00
Michael Chalupka über den politischen Lärm in einer Zeit der Besinnung

Der Bayerische Bauernbund hat den Politischen Aschermittwoch erfunden. Das Jahr 1919 gilt als das eigentliche Geburtsjahr. Der Brauch, gerade am Aschermittwoch politische Reden in Bierzelten zu schwingen, wurde im Laufe der Zeit auch von anderen in Deutschland übernommen. In Österreich hat damit Jörg Haider 1992 begonnen, und nun wird der Aschermittwoch munter für politische Veranstaltungen genutzt, als ob dieser Tag für nichts anderes gemacht wäre.

Was aber ist der Aschermittwoch? Mit dem Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. Christinnen und Christen erinnern sich in den rund sieben Wochen vor Ostern an die Leidensgeschichte Jesu: die Verurteilung, den Verrat und die Kreuzigung. Wie passt das zusammen? Auf den ersten Blick gar nicht. Mit dem Aschermittwoch beginnt eine Zeit der Besinnung, des Fastens und der Stille, das passt nicht zum Krach des Politischen Aschermittwochs.

In der Passionszeit wird auch an das Leiden in der Welt gedacht. Davon gibt es genug, an den Kriegsschauplätzen, aber auch ganz nah, dort wo Menschen krank sind oder in Armut leben. Die Passionszeit lädt dazu ein, hinzuschauen und das Leiden nicht zu ignorieren. Doch das schmerzt. Es scheint leichter zu fallen, darüber hinweg zu krakeelen und den politischen Gegner in den Schmutz zu ziehen. Vielleicht gibt es deshalb den Lärm des Politischen Aschermittwochs, um die leisen Stimmen des Leids nicht hören zu müssen.

(Das Bild wurde unter folgender Lizenz veröffentlicht: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0)