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Aktualisiert: vor 50 Minuten 47 Sekunden

Synode H.B. verabschiedete Salzburger Erklärung

Mi, 29/04/2026 - 16:00
Reformierte Kirche ruft Grundsatzerklärung von 1996 in Erinnerung

Salzburg (epdÖ) – Anlässlich des bevorstehenden 30. Jahrestags der Grundsatzerklärung von 1996 hat die Synode H.B. bei ihrer Tagung vom 24. bis 25. April die „Salzburger Erklärung“ verabschiedet.

In der Grundsatzerklärung vom Oktober 1996 hatte die Synode der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich ihr Selbstverständnis gegenüber der Öffentlichkeit, den Geschwisterkirchen, insbesondere der lutherischen Schwesterkirche, dargelegt.

„Gerade in von Krisen, Umbrüchen und Fragen geprägten Zeiten ruft die Synode H.B. ihre vor 30 Jahren verabschiedete Grundsatzerklärung in Erinnerung“, betont Landessuperintendent Ralf Stoffers. Die Synode bekenne sich „auch heute zu deren Aussagen und Inhalten, denn die 1996 von der Synode H.B. verabschiedete Erklärung enthält nach wie vor wegweisende Aussagen zum Selbstverständnis der Reformierten Kirche, zu ihrer Rolle in der Ökumene und dem interreligiösen Gespräch sowie im gesellschaftlichen Dialog“.

Bei der aktuellen Synode, die in den Räumen der Pfarrgemeinde A.u.H.B. Salzburg-Christuskirche tagte, wurde festgehalten: „Wir erinnern daran, dass die Grundsatzerklärung im Vertrauen auf den lebendigen Gott, wie er in der Bibel und im Glaubensbekenntnis bezeugt wird, erwachsen ist, und bekräftigen die Gültigkeit der damaligen Grundsätze, die eine Aktualisierung des Bekenntnisses beinhaltet, wenn es dort heißt: ‚Das Bekenntnis muss in den jeweiligen Herausforderungen der Zeit an der Heiligen Schrift geprüft werden und sich vor ihr neu bewähren.‘“

Im Punkt 2 der Grundsatzerklärung von 1996 heißt es: „Jesus Christus hat eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern mit gleichen Rechten und Pflichten gestiftet. Darum hat die Kirche in ihrer Ordnung und in ihrem Handeln die Würde jedes einzelnen Menschen zu achten und für sie einzutreten. Niemand darf wegen seiner Herkunft oder seines Geschlechtes benachteiligt werden.“

Dies bedeute, so die Salzburger Erklärung, für die heutige Zeit: „Unsere Kirche steht ein für die Akzeptanz mehrerer Geschlechter und die Offenheit gegenüber unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und Identitäten sowie für den Respekt gegenüber allen Lebensformen und Partner:innenschaften, die die Würde des einzelnen Menschen achten.“

Zudem wird im Punkt 4 der Grundsatzerklärung die Rücksichtnahme auf „Schwächere“, insbesondere auch auf Minderheiten – nach innen wie nach außen – gefordert. Der Salzburger Erklärung zufolge sei dies ein Auftrag, „in unseren eigenen Gemeinden und Gemeinschaften sensibel miteinander umzugehen und nach außen die Stimme zu erheben, wenn Rechte verletzt oder Stimmen nicht gehört werden“.

Das prophetische Amt, das der ganzen Gemeinde aufgetragen sei, schließe auch die Kritik an den Herrschenden, an ungerechten Zuständen und Entwicklungen mit ein. „Das bedeutet, dass die Kirche sich gegen Krieg, Unterdrückung sowie gegen die Diskreditierung christlicher Grundwerte (wie zum Beispiel die Solidarität mit den Schwachen und das Mitgefühl mit den Notleidenden) ausspricht.“

In der aktuellen Erklärung warnt die Evangelische Kirche H.B. vor schleichendem Demokratieabbau ebenso wie vor dem Recht des Stärkeren, dass immer mehr zur Norm werde. „Das dürfen wir nicht hinnehmen, ebenso wenig die Zerstörung der Schöpfung“, das Bekenntnis fordere zum Widerstand auf, wenn Menschen diskriminiert oder bedroht, Schutzbedürftige abgeschoben oder gegen Minderheit gehetzt werde.

Geistliche Leitung versteht die Evangelisch-reformierte Kirche kollegial, sie habe sich gegenüber der Synode zu verantworten, das schließe auch eine Absage an ein Bischofsamt ein. Der Dialog mit anderen Religionen und Weltanschauungen wird hervorgehoben, der Judenmission eine „entschiedene“ Absage erteilt, Antisemitismus und Antijudaismus in jeder Form verurteilt. „Wir richten uns gegen alle Formen ethnischer und religiöser Diskriminierung“, hält die Synode auch angesichts verstärkter Aggression gegenüber Muslim:innen fest.

Deutlich spricht sich die Synode für soziale Gerechtigkeit und Bekämpfung der Armut aus. In Zeiten der Aufrüstung gelte es, „die Stimme des Friedens zu erheben“ und sich weiterhin für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. „Wir sehen es als wichtige Aufgabe an, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die gute Schöpfung Gottes nicht weiter zu belasten und die Energiewende voranzutreiben“, schließt die Salzburger Erklärung von 2026.

Den vollständigen Wortlaut der Salzburger Erklärung finden Sie hier.

Oberösterreich erinnert an Bauernkrieg 1626

Mi, 29/04/2026 - 15:50
Zahlreiche Veranstaltungen auf den Spuren des Bauernkriegs

Linz (epdÖ) – Der oberösterreichische Bauernkrieg vor 400 Jahren steht im Fokus zahlreicher Veranstaltungen. Mit einem breit angelegten Kulturprogramm und dem Leitmotiv „Mut“ widmet sich die „communale oö 2026“ mit rund 130 Projekten an 27 Orten vom 16. Mai bis November dem Gedenken an die Geschehnisse von 1626. Die „communale oö 2026“ will so die Ereignisse von 1626 aus heutiger Perspektive neu befragen und künstlerisch vermitteln.

Konkret stehen 130 Projekte (aus 400 Einreichungen) in 27 Gemeinden an. Das Programm der „communale oö 2026“ reicht von Volkskultur bis zeitgenössische Kunst und wird dezentral an sogenannten Themen- und Impulsorten umgesetzt, darunter auch sogenannte „Mut-Orte“ wie Gmunden, Ottensheim, Pram sowie Peuerbach. Zehn Projekte bieten Schwerpunkte (Themenorte), die anderen (Impulsorte) verschreiben sich „Einzelaktionen“. Allen gemein ist das Motto, das die Wut von 1626 ins Gegenteil verkehren soll: Mut. Auch Frieden, Zivilcourage und Gleichwertigkeit werden in den Programmpunkten beleuchtet.

Die zentrale Ausstellung „Bauernkrieg 1626 – Zwischen Geschichte und Fiktion“ mit einer kritischen Betrachtung der Quellen und Bestände wird am 8. Mai im Schlossmuseum Linz eröffnet.

Haag am Hausruck – die Heimat von Widerständler Achaz Wiellinger – wählte das Motto „Mut zum laut sei: aufsteh und g’hert werdn“. Am 9. Mai eröffnet dazu die Schau „Rebellen!“ im Heimatmuseum im Schloss Starhemberg. Hier wurden Aufständische gefangen gehalten und auch hingerichtet. Basierend auf Verhörprotokollen aus dem Schlossarchiv und Briefen werden Einzelschicksale beleuchtet.

Im Geburtsort von Bauernführer Stefan Fadinger (um 1585-1626) in St. Agatha hat man sich das Motto „Mut zu Tradition und Brauchtum: gwurzlt & gwochsn“ verpasst. Hier lädt man u.a. am 30. Mai zu „Land und Wille“. Mit großem Blasorchester und Männergesangsverein wird, basierend auf einer Neubearbeitung eines Werks des Haager Komponisten Georg Wiesinger, von den Bauernkriegen musikalisch und darstellerisch erzählt.

In Meggenhofen bringt Regisseur Georg Schmiedleitner am 3. Juni die von Fritz Egger verfasste Tragikomödie „Spaltboden“ zur Uraufführung – Theater zwischen (moderner) Landwirtschaft, Liebe, Familie, Tourismus und dem „Frankenburger Würfelspiel“.

Darüber hinaus sind auch Veranstaltungen mit Blick auf Religion geplant, wie ein „LandLaut Forum – Ein qualitativer, diskursiver Abend zwischen Geschichte, Heimatforschung und Religion“ am 19. Juni in Lembach im Mühlkreis.

Zudem läuft unter dem Titel „OÖ 1626: Meine, deine, unsere Geschichte?“ eine Veranstaltungsreihe mit verschiedenen Perspektiven zum Hinhören und Austauschen.
Die fünf Teile der Veranstaltungsreihe an wechselnden Orten bieten Kurzreferate, moderierte Diskussionen und Raum für Meinungsaustausch. Veranstalter ist das Evangelische Bildungswerk Oberösterreich (EBW-OÖ) in Kooperation mit dem Albert Schweitzer Haus Forum (ASH-Forum), dem Evangelischen Museum OÖ und der communale oö 2026 sowie örtlichen Gemeinden:

Der erste Abend in dieser Reihe findet am 8. Mai von 17 bis 18.30 Uhr im Würfelspielhaus Frankenburg statt, weitere Termine folgen im Emlinger Holz Eferding, am Bauernhügel Pinsdorf und beim Bauernkriegsdenkmal Wolfsegg. Mehr Infos und genaue Termine finden Sie hier.

„Frauen-Tragen – Die Rollen der Frauen am Beispiel des Bauernkrieges 1626“ lautet der Titel einer weiteren Veranstaltung im Evangelischen Museum OÖ am Dienstag, 19. Mai um 18.00 Uhr. Nach dem Impulsreferat zu der Frage „Männer sind stark im Kämpfen, Frauen im Tragen?“ folgt eine Podiumsdiskussion mit Oberkirchenrätin Ingrid Bachler, Klara Csiszar (Katholische Privatuniversität Linz), Ilse Achleitner (Biohof Achleitner) und Generalmajorin Silvia Sperandio (Österreichisches Bundesheer).

Symposium im Stift Kremsmünster

Im Vorfeld der Veranstaltungsreihe hat sich bereits am 18. April ein Symposium im Stift Kremsmünster mit den historischen Hintergründen beschäftigt. Religiöse Spannungen, soziale Missstände und Fremdherrschaft hätten Historikern zufolge den Konflikt maßgeblich ausgelöst. Der oberösterreichische Superintendent Gerold Lehner stellte dabei Fragen nach Wahrheitsansprüchen, Freiheit und dem Umgang mit Differenzen in den Mittelpunkt. Der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer verwies auf das Spannungsfeld zwischen Glauben und politischer Ordnung und betonte, Macht müsse „unter das Maß der Gerechtigkeit und der Wahrheit“ gestellt werden. Der Kirchenhistoriker Philipp Pilhofer zog Parallelen zum deutschen Bauernkrieg, und Gerhard Schwentner, Direktor des Diözesanarchivs, beleuchtete die Rolle der Katholischen Kirche.

Als unmittelbare Auslöser des Aufstands wurden die Rekatholisierung sowie die bayerische Fremdherrschaft genannt. Ziel der Bauern sei es gewesen, diese Herrschaft zu beenden und ihren Glauben zu bewahren. Auch soziale Faktoren wie Abgaben, Zwangsleistungen und wirtschaftliche Not hätten die Erhebung begünstigt. Harte Arbeit, Armut und die Abhängigkeit von Kirche und Adel hatten im 17. Jahrhundert das Leben in Oberösterreich geprägt. Dazu kamen der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648), Seuchen, Krankheiten sowie die „Kleine Eiszeit“. All dies, wie in dem Symposium hervorgehoben wurde, hatte den Nährboden des Bauernkriegs gebildet.

Am 10. Oktober 1625 wurden die mehrheitlich evangelischen Bürger im „Land ob der Enns“ – damals an Herzog Maximilian von Bayern verpfändet – gezwungen, bis Ostern katholisch zu werden oder das Land zu verlassen. Am 17. Mai 1626 starben sechs bayerische Soldaten als Folge einer Rauferei in Lembach, was als Auftakt des Bauernkriegs gilt. Anführer Stefan Fadinger starb am 5. Juli 1626 an den Folgen einer Verletzung in Ebelsberg. Aufständische, bayerische und kaiserliche Truppen kämpften in der Folge bis zur finalen Niederlage der Rebellen am 20. November 1626. Am 26. März 1627 wurden die überlebenden Hauptakteure in Linz hingerichtet.

Das Symposium im Stift Kremsmünster war eine Kooperation der Evangelischen und der Katholischen Kirche mit der „Communale“, welche die historische Aufarbeitung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen verbindet. „Im Zentrum steht die Frage, wie wir heute zusammenleben wollen, welcher Mut dafür nötig ist, Differenzen auszuhalten, Kooperationen zu wagen und Veränderungen zuzulassen“, erklärte dazu dessen künstlerischem Leiter Martin Honzik auf der Website des Kulturprojekts.

Infos unter: communale.at

Osterempfang: Ministerin Bauer für konfessionellen Religionsunterricht

Mi, 29/04/2026 - 15:30
Superintendent Geist: Gesellschaft braucht Feiertage zum Innehalten

Wien (epdÖ) – Die österreichische Regierung werde am bewährten Modell des konfessionellen Religionsunterrichts nicht rütteln. Das hat Kultusministerin Claudia Bauer am 27. April beim Osterempfang im Bundeskanzleramt betont. Vor den Vertreter:innen der Kirchen und Religionsgemeinschaften kritisierte Bauer, dass der Religionsunterricht dieser Tage durch den Europarat und damit auch das „bewährte österreichische Modell“ wieder in Frage gestellt wurde.

Dem bereits traditionellen „Empfang zur Osterzeit“ war ein Arbeitsgespräch der Spitzenvertreterinnen und -vertreter der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften mit Ministerin Bauer vorausgegangen. Dabei informierte die Ministerin auch über das Ansinnen von zwei Bekenntnisgemeinschaften – die „Pfingstkirche Gemeinde Gottes in Österreich“ und die „Frei-Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich“ – die den Status der gesetzlichen Anerkennung anstreben.

Österreich brauche die Kirchen und Religionsgemeinschaften mehr denn je als „Brückenbauer, Vorbilder und Stimmen der Versöhnung und der Hoffnung“, zeigte sich Bauer überzeugt. „Sie erreichen den Menschen dort, wo Politik selbst nicht hinkommt. Sie haben eine Stimme mit Gewicht“, sagte sie in Richtung der anwesenden Religionsvertreter:innen. „Was uns in dieser Runde verbindet – über alle Konfessionen hinweg, ist das gemeinsame Vertrauen auf einen Sinn des Lebens. Es ist die Sicherheit, dass es etwas gibt, das größer und wichtiger ist als wir selbst. Und es ist der gemeinsame Auftrag, sich für den Frieden einzusetzen“, so die Ministerin.

Die Gesellschaft brauche das österliche Hinschauen und Wahrnehmen, bekräftigte Superintendent Matthias Geist. (Foto: Paul Wuthe / Kathpress)

Karfreitag und Ostern

Der evangelische Superintendent Matthias Geist ging beim Empfang auf den biblischen Bericht von den Begegnungen des Auferstandenen mit Maria Magdalena ein. Diese erkennt Jesus Christus, weil er sie beim Namen angesprochen habe. Diese existentielle Erfahrung sei bedeutsam für das Zusammenleben. „Der Mensch wird Mensch, wo er nicht übersehen oder funktionalisiert wird“, unterstrich Geist. Dazu bekräftigte er: Die Gesellschaft brauche das österliche Hinschauen und Wahrnehmen. „Es braucht Räume des Innehaltens. Das ist und will auch der Karfreitag sein.“ Die Gesellschaft brauche diese Unterbrechung des Alltags und des Innehaltens – „dazu sind Feiertage da“, gab der Wiener Superintendent zu bedenken.

Ostern ohne Karfreitag wäre eine Illusion, eine billige Vertröstung, zeigte sich der katholische Linzer Bischof Manfred Scheuer überzeugt. Der Karfreitag ohne Auferstehung wäre andererseits aber eine einzige Katastrophe. Es wäre fatal, wenn das Christentum nur noch als symbolischer Klebstoff in der Gesellschaft dienen würde, erklärte Scheuer in seiner Ansprache beim Empfang im Kongresssaal des Bundeskanzleramtes. Eine Hoffnung ohne Mitleid mit den Schwachen, ein Glaube an die Auferstehung ohne Solidarität mit den Leidenden und Toten wäre hohl und leer. Mit bloßen Forderungen, Kommandos, Postulaten würden die Hungrigen noch nicht gespeist, mit Wunschträumen die Wunden noch nicht geheilt, mit Programmen allein gebe es noch keine Versöhnung, so der Vize-Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz.
Notwendiger denn je sei es, „zusammen mit dem Handeln das Gebet, die Spiritualität, den ökumenischen und interreligiösen Dialog als Wege des Friedens und als Formen der Begegnung zwischen Traditionen und Kulturen zu pflegen“, sagte Scheuer. Heute sei es mehr denn je nötig, „durch aufmerksame und fruchtbare pastorale Kreativität zu zeigen, dass der Friede keine Utopie ist“.

Der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis ging auf die gesellschaftliche Bedeutung des christlichen Auferstehungsglaubens ein. Als ein Ereignis des siegreichen Lebens über den Tod, schenke Ostern Hoffnung und sei „die Offenbarung des Sinnes der menschlichen Existenz“. In einer Welt, die von Konflikten, Unsicherheit, Hass und Kriegen geprägt sei, „tritt die Auferstehung Christi als Antwort hervor, die die Grenzen menschlicher Möglichkeiten übersteigt“, so Kardamakis. Der Vorsitzende der orthodoxen Bischofskonferenz hob die Verantwortung der Kirchen und Institutionen der Gesellschaft hervor, sich „unablässig für den Frieden und die Wahrung des internationalen Rechtes, das den größtmöglichen Schutz aller Menschen im Hier und Jetzt gewährleisten soll, einzusetzen“.

Zum Osterempfang bzw. dem Arbeitsgespräch gekommen waren u.a. von evangelischer Seite Bischöfin Cornelia Richter, Synoden-Vizepräsident Peter Stockmann, der evangelisch- methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs, Oberkirchenrätin Eva Lahnsteiner, Pfarrerin Karoline Rumpler, der Wiener Superintendent Matthias Geist, die Superintendentialkuratorinnen Petra Mandl und Christa Grabenhofer, Diakonie-Rektor Wolfgang Ernst und EJÖ-Vorsitzender Lukas Hauser.

Positiver Umgang mit religiöser Vielfalt alternativlos

Mi, 29/04/2026 - 15:10
Wien: Internationale interreligiöse Konferenz beleuchtete staatlichen Umgang mit Religionsgemeinschaften

Wien (epdÖ) – Damit religiöse Vielfalt in Gesellschaften ihr positives Potenzial entfalten kann, braucht es entsprechende rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen. Denn zu einem positiven Umgang mit religiöser Vielfalt gibt es in der Welt von heute keine Alternative. Dieses Fazit zogen Expertinnen und Experten bei einer internationalen und interreligiösen Tagung am Mittwoch, 29. April, an der Universität Wien. Die Konferenz war eingebettet in den bilateralen interkulturellen und interreligiösen Dialog Österreichs mit Indonesien, der in den vergangenen Tagen in Graz stattfand.

Bischöfin Richter: Einzigartiges ökumenisches und interreligiöses Verständnis

Zu Beginn stellten Kirchen- und Religionsvertreter die österreichische Situation dar. Die evangelisch-lutherische Bischöfin Cornelia Richter zeigte sich dabei „beeindruckt und dankbar für das außerordentlich gute ökumenische und interreligiöse Verständnis in Österreich, das in Europa wohl einzigartig ist, vielleicht sogar weltweit“. Gerade in Zeiten globaler Konflikte sei man auf gegenseitiges Verständnis und die gemeinsame Kraft angewiesen, „unsere Gemeinschaften zu einem friedlichen Zusammenleben zu führen“, so Richter.

Religiöse Gemeinschaften „dürfen niemals übersehen werden“, meinte Richter, denn sie seien von mindestens vier Aspekten geprägt: Erstens lebten religiöse Menschen nach Überzeugungen, die transzendente Vorstellungen beinhalten und über empirische Beweise hinausreichten. Zweitens würden sie oft von starken Emotionen und Zugehörigkeitsgefühlen getragen, und lebten drittens oft nach starken moralischen Überzeugungen. Alle drei Aspekte würden sich im vierten Punkt vereinen, wonach religiöse Individuen und Gemeinschaften in der Regel danach strebten, die soziale Welt, in der sie lebten, zu gestalten.

Weil religiöse Überzeugungen mit Lebensweisen, Modellen des Familien- und Generationenverständnisses, Rollen von Männern und Frauen und vielem mehr verbunden seien, spielten sie auch eine wichtige Rolle für die Gestaltung der Gesellschaft. Als Bischöfin komme ihr die Aufgabe zu, auch mit der innerkirchlichen Vielfalt umzugehen. Die dafür notwendige Sprachfähigkeit sei besonders wichtig, weil ein Bischof bzw. eine Bischöfin in der strikt demokratisch von unten nach oben aufgebauten Evangelischen Kirche kaum rechtliche Macht besitze. Wichtigstes Leitungsinstrument bleibe das Wort.

Als „hervorragend“ bezeichnete der römisch-katholische Militärbischof Werner Freistetter die Beziehungen zwischen Staat und Religionen in Österreich. Er hob die guten rechtlichen Grundlagen hervor, die es den Kirchen und Religionen ermöglichten, sich im Land zu entfalten und im Sinne des Gemeinwohls zu engagieren. Ein Aspekt dabei sei etwa der staatlich garantierte konfessionelle Religionsunterricht. Die geordneten rechtlichen Grundlagen seien auch die Basis für gute und vertrauensvolle Beziehungen unter den Religionen, so der Bischof.

Freistetter erinnerte an den Besuch von Papst Franziskus 2024 in Indonesien, wo er gemeinsam mit muslimischen Würdenträgern für gegenseitige Wertschätzung und den gemeinsamen Einsatz für Frieden und Menschenrechte warb. Die Bedeutung des interreligiösen Dialogs könne nicht hoch genug bewertet werden, zeigte sich Freistetter überzeugt. Wie sehr der Katholischen Kirche der interreligiöse Dialog ein Anliegen sei, zeige sich etwa in der Kommission für Weltreligionen der Bischofskonferenz sowie in zahlreichen bundesweiten und regionalen interreligiösen Initiativen und Gremien.

Passive Toleranz ist zu wenig

Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, betonte, dass religiöse Diversität kein Problem, sondern vielmehr eine Realität sei, mit der man entsprechend konstruktiv umgehen müsse. Dazu brauche es mehr als passive Toleranz. Als besondere interreligiöse Initiativen würdigte Vural u.a. die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich, den Campus der Religionen in Wien, den Wiener Religionsrat oder auch die Möglichkeiten der Militärseelsorge in Österreich. Zugleich räumte Vural ein, dass ihm populistische Strömungen oder auch antiislamische Rhetoriken große Sorgen bereiteten.

Warnung vor Realitätsverweigerung

Ein gelingender interreligiöser Dialog brauche zuallererst eine profunde Kenntnis der eigenen Religion, sagte Gerhard Weißgrab, Präsident der Buddhistischen Religionsgesellschaft in Österreich. Dazu komme die Bereitschaft, sich offen und profund mit der Religion des Dialogpartners auseinanderzusetzen und auch bestehen bleibende Unterschiede in Respekt anzuerkennen.

Weißgrab warnte weiters vor Tendenzen einer Realitätsverweigerung. Dies könne sich etwa in Form von Nationalismus oder auch eines unreflektierten Glaubens an grenzenloses Wirtschaftswachstum mit allen negativen Folgen zeigen. Diversität sei wichtig für eine gute gesellschaftliche Entwicklung, bekräftigte der Vertreter der Buddhisten.

Gegen Instrumentalisierung von Religion

Die Eröffnung der Tagung nahmen die Vize-Rektorin der Universität Wien, Prof. Manuela Baccarini, der Leiter der Abteilung für wissenschaftliche Zusammenarbeit und Dialog im Außenministerium, Alexander Wojda, und Botschafter Heru Hartanto Subolo vom indonesischen Außenministerium vor. Alle drei sprachen sich übereinstimmend gegen jede Form von Instrumentalisierung der Religionen aus. Der interkulturelle und interreligiöse Dialog sei so notwendig wie nie zuvor, bekräftigte Baccarini. Subolo hob für das gute Gedeihen einer religiös bunten Gesellschaft u.a. auch die Bedeutung der Bildung hervor. Und Wojda räumte ein, dass dem Thema Religion in der internationalen Politik bzw. der Diplomatie immer noch zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet werde.

Best-Practice-Modelle für religiöse Vielfalt

Die Konferenz widmete sich in verschiedenen Panels Best-Practice-Modellen für den Umgang mit religiöser Vielfalt in Österreich, Indonesien und im internationalen Bereich. Von internationaler Seite nahmen an der Konferenz u.a. eine hochrangige indonesische Delegation sowie Vertreter des Internationalen Dialogzentrums KAICIID teil.

Linz-Leonding: TV-Gottesdienst am Sonntag Kantate

Mi, 29/04/2026 - 15:00
Motto am 3. Mai: „Mit Musik geht alles leichter“

Wien / Linz (epdÖ) – Unter dem Motto „Mit Musik geht alles leichter“ steht der TV-Gottesdienst am Sonntag, 3. Mai, ab 10 Uhr in der reformierten Pfarrgemeinde in Linz-Leonding. Die Feier mit Landessuperintendent Ralf Stoffers und Pfarrerin Naemi Schmit-Stutz wird live auf ORF III übertragen. Der „Sonntag der Kirchenmusik“ wird in evangelischen Gemeinden jedes Jahr am vierten Sonntag nach Ostern, heuer am 3. Mai, gefeiert.

„Ob Dank- oder Loblied, Protest- oder Klagesong, ob Mut-mach-Lied oder besänftigende Instrumentalmusik, alles kann und darf dem Lob Gottes dienen“, betont Stoffers. Er selbst liebt Musik und spielt – auch im Gottesdienst – die Drehorgel: „Die Drehorgelmusik berührt Menschen jeden Alters. Es ist eine Herzensmusik, die Dreijährige genauso anspricht wie 85-Jährige. Mit Hilfe dieses Instruments kann ich Gospel, Choräle und Oper genauso spielen wie Bach, Mozart, Volkslieder oder Schlager.“

Neben der Drehorgel begleiten den Gottesdienst musikalisch das Vokalensemble „b.choired“ unter Leitung von Johann Baumgartner, Clemens Geißelbrecht an der Trompete sowie Landeskantor Matthias Krampe (Orgel), der auch die musikalische Gesamtleitung hat.

Mit etwa 600 Mitgliedern ist die evangelisch-reformierte Gemeinde Linz-Leonding die kleinste der neun Gemeinden Helvetischen Bekenntnisses in Österreich. Gegründet wurde sie Anfang der 1950er Jahre von Donauschwaben, die ihre Heimat im ehemaligen Jugoslawien gegen Ende des 2. Weltkrieges verlassen mussten.

TV-Gottesdienst aus der reformierten Pfarrgemeinde Linz-Leonding
Sonntag, 3. Mai, um 10 Uhr
Live-Übertragung auf ORF III
Homepage der Pfarrgemeinde: linz-hb.at

Kindernothilfe startet neue österreichweite Kampagne

Mi, 29/04/2026 - 14:30
„Jedes Lächeln ist wertvoll“ visualisiert nachhaltiges Ergebnis

Wien (epdÖ) – Mit der Headline „Jedes Lächeln ist wertvoll“ visualisiert die aktuelle Kampagne der Kindernothilfe das nachhaltige Ergebnis ihrer Arbeit und zeigt, dass schon eine kleine Spende Großes bewirken kann. Im Gegensatz zu Spendenkampagnen, die Not und Elend dramatisieren, steht im Mittelpunkt ein Kind, das lächelnd in einem Klassenzimmer sitzt.

„Mit unserer neuen Kampagne rücken wir bewusst die positive Kraft eines Kinderlächelns in den Mittelpunkt“, erklärt Kindernothilfe-Geschäftsleiter Gottfried Mernyi den Fokus des neuen Auftritts. Das Sujet zeige, was möglich ist, wenn Kinder die Unterstützung bekommen, die sie benötigen: Hoffnung, Bildung und echte Zukunftschancen. „Denn oft braucht es nicht mehr als die nachhaltige Arbeit der Kindernothilfe und eine Spende, um genau das zu ermöglichen“, ruft Mernyi zur Unterstützung auf.

Das Bild des lächelnden Kindes stehe symbolisch für Hoffnung, Perspektive und die nachhaltige Wirkung, die gezielte Hilfe vor Ort entfalten kann, so Mernyi weiter. „Denn genau dort setzt die Arbeit der Kindernothilfe an: Sie unterstützt Kinder und ihre Familien langfristig, stärkt ihre Rechte und schafft die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben frei von Armut, fehlender Bildung und Gewalt.“

Projekte in 33 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika

Die 1996 gegründete Kindernothilfe Österreich ist eine gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, möglichst vielen Kindern in den ärmsten Regionen dieser Erde ein besseres Leben zu ermöglichen. Die Kindernothilfe unterstützt Projekte in 33 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika, der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf Kinderrechten, ausreichender Ernährung, sauberem Trinkwasser, Gesundheitsversorgung und Zugang zu Bildung für Kinder und ihre Familien.

www.kindernothilfe.at

Feierliche Amtsübergabe an der Spitze der GEKE in Wien

Di, 28/04/2026 - 11:04
Susanne Schenk folgt als Generalsekretärin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa auf Mario Fischer

Wien (epdÖ) – Bei einem feierlichen Gottesdienst in der Lutherkirche in Wien-Währing wurde am Montagabend, 27. April, die neue Generalsekretärin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Susanne Schenk, in ihr Amt eingeführt. Sie übernimmt das Leitungsamt von Mario Fischer, der im Gottesdienst feierlich entpflichtet wurde. Fischer leitete als Generalsekretär die Geschäftsstelle der GEKE seit 2019 und wechselt nun an das Konfessionskundliche Institut in Bensheim (D). Geprägt war der Gottesdienst, an dem kirchenleitende Personen aus verschiedenen Teilen Europas teilnahmen, vom Dank an den scheidenden Generalsekretär und den Glückwünschen für die neue Generalsekretärin.

„Christus ist mitten unter uns – oft unerkannt, und doch geht er mit uns auf dem Weg.“ Diesen Leitgedanken der biblischen Emmaus-Erzählung stellten Fischer und Schenk ins Zentrum ihrer Dialogpredigt, die sie an verschiedenen Stationen der Kirche hielten. „Christen sind die, die sich auf den Weg machen, sie sind gemeinsam auf dem Weg“, sagte Mario Fischer. Und die Verantwortung, zu der Christen gerufen seien, sei eher „Weggemeinschaft statt Herrschaftsanspruch“, meinte Susanne Schenk. An der Emmaus-Geschichte zeige sich: „Aus Verwirrung wird Verstehen“. Es brauche diesen „Weg hinunter in unseren Alltag, damit uns bewusst wird, wie eine Einsicht unser Leben und unseren Alltag verändert“, sagte Mario Fischer. „Eine Gemeinschaft, die vom Himmel gespeist wird, trägt bis in die Tiefe. Auch ganz unten“, bekräftigte Schenk. Sie werde lebendig im geschwisterlichen Miteinander und in der Weggemeinschaft, die sich auch in „beglückenden Zusammenkünften über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg“ zeige ebenso wie im Leben einer einzelnen Gemeinde vor Ort. An der Kanzel hoben Fischer und Schenk die Vielfalt kirchlicher Traditionen hervor. Unterschiedliche Zugänge zu Christus seien keine Gegensätze, sondern Ausdruck gelebter Einheit: „Alle suchen Christus mit Ernst – und alle auf ihre Weise.“

Bei der Einführung würdigte der Württemberger Bischof Ernst-Wilhelm Gohl die neue Generalsekretärin als „kluge Theologin, die Menschen in wunderbarer Weise zugewandt ist“. Zugleich sei Schenk „ausgewiesene Ökumene-Expertin“, die die GEKE als „Netzwerk der Verständigung und Versöhnung“ weiterentwickeln werde. Mario Fischer dankte Gohl für seinen „unermüdlichen Einsatz“ in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern, die er „gestärkt und vertieft“ habe.

Bischöfin Richter: Selbstbewusst und aktiv auf Herausforderungen zugehen

Die Geschäftsstelle der GEKE hat seit 2007 ihren Sitz in Wien. Von hier aus entwickelt sie ihre Tätigkeit für 96 Mitgliedskirchen mit insgesamt 40 Millionen Mitgliedern. Darin liegen enorme „diplomatische Chancen und Aufgaben“, meinte die österreichische evangelisch-lutherische Bischöfin Cornelia Richter in ihrem Grußwort. Die GEKE biete ein „unverzichtbares Forum, weil sie vom aktiven und aufrichtigen Austausch lebt, weil wir in ihr voneinander lernen können, uns gegenseitig beraten und unterstützen“. In Krisenzeiten nehmen Kirchen und Religionsgemeinschaften „Gott sei Dank immer wieder eine tragende und dem Frieden dienende Rolle ein“, erklärte die Bischöfin, „sie helfen dabei, für einzelne Menschen und für die Gesellschaft als ganze Sinn, Gemeinschaft und Resilienz zu finden“. Es sei wichtig, „selbstbewusst und aktiv“ auf globale ebenso wie auf regionale Herausforderungen zuzugehen, dazu gehöre auch die Überzeugung, „dem drohenden neuen Fundamentalismus und der Tendenz zur Radikalisierung standzuhalten“. Dem scheidenden Generalsekretär dankte die Bischöfin, dass er die GEKE „mit beeindruckender Umsicht und Zukunftsorientierung“ geführt habe. Richter dankte auch der neuen Generalsekretärin, die die Agenden „nahtlos weiterführen“ und die „hohe Bedeutung der GEKE für Österreich und Europa theologisch und politisch nachhaltig zur Geltung bringen“ werde.

Der Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), Frank-Dieter Fischbach, betonte die Bedeutung der Ökumene für Frieden und Zusammenhalt in Europa. Angesichts wachsender nationaler Abschottung und gesellschaftlicher Polarisierung sei das gemeinsame christliche Zeugnis unverzichtbar und die Bedeutung ökumenischer internationaler Zusammenarbeit „nicht zu unterschätzen“.

Martin Fischer, Vertreter des Kultusamtes im Bundeskanzleramt, hob die institutionelle Entwicklung der GEKE in Wien hervor. Besonders die Anerkennung als Körperschaft öffentlichen Rechts im Jahr 2019 habe die operative Handlungsfähigkeit entscheidend gestärkt. Der Staat Österreich sehe es als „großes Renommee“, dass sich der Sitz der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa in Wien befinde, so der Vertreter des Kultusamtes.

Ins Amt einführt wurde Susanne Schenk durch die Präsidentin der GEKE, Rita Famos (Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz) gemeinsam mit den Ko-Präsidenten Bischof Marko Tiitus (Estnische Kirche) und Theologieprofessor Georg Plasger (D). Die Liturgie gestalteten die österreichische evangelisch-lutherische Oberkirchenrätin Ingrid Bacher gemeinsam mit der stellvertretenden Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf, sowie mehreren Vertreterinnen und Vertretern aus GEKE-Mitgliedskirchen. Für die musikalische Gestaltung sorgte ein internationales Ensemble u.a. mit Landeskantor Matthias Krampe (Orgel), Bischof Rolf Bareis (Trompete), Sophie Schenk (Orgel), Rev. Sam Rajumar (Keyboard), Pfarrer Gerhard Servatius-Depner (Geige) und Magdalena Bruckmüller (Gesang).

Zu den Personen

Mit Dr. Susanne Schenk übernimmt eine Theologin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg das Amt der Generalsekretärin. Sie war zuvor als Ökumenereferentin mit Schwerpunkt auf interkonfessionellen Dialogen und europäischen Kirchenbeziehungen tätig.

Der scheidende Generalsekretär Dr. Mario Fischer (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) leitete die GEKE seit 2019. In seiner Amtszeit wurden die kirchliche Gemeinschaft in Europa vertieft, neue Kirchen aufgenommen sowie die Zusammenarbeit mit anderen christlichen Traditionen ausgebaut. Zudem wurde die GEKE als Körperschaft öffentlichen Rechts in Österreich etabliert und als internationale NGO beim Europarat registriert. Fischer wechselt zum 1. Mai 2026 an das Konfessionskundliche Institut in Bensheim.

Zur GEKE

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist die protestantische Stimme Europas für 40 Millionen Gläubige. Ihr gehören 96 lutherische, reformierte, unierte und methodistische Kirchen in Europa und Übersee an. Die GEKE hat ihren Sitz seit 2007 in Wien.

Mit der Leuenberger Konkordie wurde 1973 ein kirchlicher Brückenschlag historischer Dimension vollzogen: Die gegenseitige Anerkennung der evangelischen Kirchen in Europa. Seither kann z.B. eine lutherische Pfarrerin auf einer reformierten Kanzel predigen und ein reformierter Gläubiger das Abendmahl bei einem lutherischen Gottesdienst empfangen.

Nähere Informationen zur GEKE finden Sie unter:
leuenberg.eu

Salzburg: Sponsoring-Lauf des Vereins „teilweise“

Di, 28/04/2026 - 11:00
Am 9. Mai – Erlös für die Offene Jugendarbeit im Süden der Mozartstadt

Wien / Salzburg (epdÖ) – Der evangelische Verein „teilweise“ lädt am Samstag, 9. Mai, zum bereits siebenten Sponsoringlauf ein. Er führt rund um das Jugendzentrum (JUZ) „Südpol“, das der Verein zur Förderung Offener Jugendarbeit im Salzburger Süden seit sechs Jahren betreibt. Mitlaufen und -sponsern kann jede und jeder, der erlaufene Erlös kommt der Offenen Jugendarbeit im „JUZ Südpol“ zugute.

„Es ist einfach cool, wenn durch die laufenden Kids, Jugendlichen und Erwachsenen die Jugendarbeit im Stadtteil sichtbar wird“, sagt Oliver Binder, Religionspädagoge, Gründer und Obmann des Vereins „teilweise“. Im letzten Jahr liefen circa 60 Läufer:innen insgesamt 630 Runden und erzielten knapp 4.700 Euro, die der Jugendarbeit zugutekamen. Heuer hofft man auf ein größeres Starterfeld: „Da die Offene Jugendarbeit im Verlauf der letzten Jahre stetig gewachsen ist, sucht der Verein dringend neue JUZ Räume im Stadtteil Salzburg Süd“, erklärt Binder. Der Erlös des Laufes ist entsprechend für voraussichtlich höhere Mietkosten vorgesehen.

„Schaut einfach vorbei und lernt unsere Arbeit kennen“, lädt Binder ein. Der Verein freue sich auf viele Teilnehmende, „egal ob sie laufen oder mit uns feiern“. Nachsatz: „Für Kaffee, Kuchen und JUZ-typische Schinken-Käse-Toasts ist gesorgt.“

Der Verein „teilweise“ hat sich im Oktober 2019 gegründet, im Namen steckt das Teilen von Räumen, Zeit, Werten und Anschauungen. Seit Februar 2020 betreibt er ein Jugendzentrum, das seit zwei Jahren den Namen „JUZ Südpol“ trägt. Es handelt sich laut Website www.teilweise.or.at um einen „attraktiven Anziehungspunkt für Kids, Jugendliche und junge Erwachsene im Salzburger Süden“. Seit 2024 ist „teilweise“ Mitglied der Diakonie Österreich.

Samstag, 9. Mai: Sponsoringlauf
Läufer:innen suchen sich selbst Sponsor:innen aus dem Familien- und Freundeskreis. Diese sagen einen vorher ausgemachten Geldbetrag pro Kilometer zu.
Treffpunkt: am JUZ in der Leitmeritzstraße 6/9 5020 Salzburg

15.00 Uhr: Anmeldung zum Lauf
16.00 – 17.00 Uhr: Lauf
17.30 Uhr: Sieger-Ehrung
Detaillierte Informationen auf: www.teilweise.or.at/ferienprogramm/

Villach: „Café Gl.u.eck“ startet Outdoor-Saison

Di, 28/04/2026 - 10:19
Pfarrer Körner: Kirche im Stadtpark als wichtiger Teil des Sozialraums

Villach (epdÖ) – Das „Café Gl.u.eck“ bei der evangelischen Kirche im Stadtpark in Villach startet am Freitag, 8. Mai, in die Outdoor-Saison. Jeden Dienstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr bietet das „Café gleich ums Eck“ (daher das Akronym „Gl.u.eck“) nicht nur Gratis-Kaffee und Kuchen, sondern vor allem auch ein offenes Ohr bei Sorgen und Problemen. Über den Winter war das Café im Pfarrhaus untergebracht, in der warmen Jahreszeit lädt ein kleiner Gastgarten direkt neben der Kirche zum Besuch ein.

Seit nunmehr einigen Jahren ist das „Café Gl.u.eck“ für viele Menschen „ein Zuhause geworden, in dem sie nicht nur immer einen warmen Kaffee (oder Tee) und ein Stück Kuchen erwartet, sondern auch Menschen, die zuhören, denen man wichtig ist und auf die man sich freut“, erklärt Yvonne Almeida. Die Sozialarbeiterin ist als Sozialraumkoordinatorin bei der Diakonie de La Tour für das Projekt zuständig.

Ins Leben gerufen wurde es von Pfarrer Thomas Körner und seiner Frau Astrid, Rektorin der Diakonie de La Tour: „Das Café Gl.u.eck gibt es, weil sich die Kirche im Stadtpark als wichtiger Teil des Sozialraums in Villach sieht. Sie wird zum Café – einem Ort der Gastfreundschaft und der Verbundenheit“, unterstreicht Ortspfarrer Körner. Der ursprünglichen Kooperation von Pfarrgemeinde und Diakonie hat sich vor kurzem auch das psychosoziale Dienstleistungsunternehmen „pro mente Kärnten“ angeschlossen.

Freilich: Ohne die tatkräftige Unterstützung eines großen Teams von Ehrenamtlichen wäre es nicht möglich, den Betrieb an zwei Nachmittagen in der Woche aufrecht zu erhalten. Mit dem Slogan „Werde Glücksbringer!“ sei die Einladung und Ermunterung ausgesprochen, „nicht nur konsumierend ins Café zu kommen, sondern auch selbst ein Teil des Netzes zu werden, das andere trägt“, lädt Almeida Interessierte zum Mitgestalten ein.

Café Gl.u.eck
Direkt bei der evangelischen Kirche Villach-Stadtpark
Ab 8. Mai dienstags & freitags von 16 – 19 Uhr
www.diakonie.at/cafe-glueck

Segens-reif

Sa, 25/04/2026 - 07:00
Michael Chalupka über die Aktion „Be Blessed!“ am Schulende

Der liebe Gott ist zwar ein lieber, wie wir Christen und Christinnen glauben, aber er schreibt keine Maturaarbeiten. Schon gar nicht in Mathematik. Denn das wäre ja dann eine höhere Mathematik, die jeden Maturastoff übersteigen würde.

Das wissen auch alle Maturantinnen und Maturanten an den österreichischen Schulen, die sich für die Aktion „Be blessed!“ – sei gesegnet – angemeldet haben. Denn der Segen ist keine Zauberei. „Be Blessed!“ ist eine Aktion der Katholischen und der Evangelischen Kirchen in Österreich, bei der um Ermutigung, Selbstvertrauen und Segen gebetet wird. Neben den Maturant:innen können auch Lehrlinge eine Kerze in einer Kirche für ihre bevorstehende Lehrabschlussprüfung anzünden lassen. Die Kerzen brennen für die Schüler und Schülerinnen, während sie ihre Prüfung schreiben. Per WhatsApp kommt ein Segensvideo aus der Kirche.

Geschrieben werden die Abschlussarbeiten dann selbstständig ohne fremde Hilfe, aber im Vertrauen, dass man das nicht alleine zu bewältigen hat, sondern in eine Gemeinschaft gestellt ist – und dass es schlussendlich Wichtigeres gibt als die Note, die dabei am Ende herauskommen wird. In dieser Gemeinschaft übernehmen die jungen Erwachsenen dann auch Verantwortung und können selbst anderen zum Segen werden. Vor allem denen, die Trost brauchen nach der Prüfung, weil sie mit ihrer Note unglücklich sind oder noch einmal antreten müssen.

Wien: Tagung rückte religiös geprägte Feiertage in den Fokus

Fr, 24/04/2026 - 19:18
Jungwirth: Karfreitag als Ausdruck einer universalen Botschaft

Wien (epdÖ) Mit der sich verändernden Rolle religiös geprägter Feiertage in Österreich befasste sich eine interdisziplinäre Tagung am Freitag, 24. April, in Wien. Expertinnen und Experten spürten der Frage nach, wie diese Feiertage zur Identitätsbildung beigetragen haben und wie sie heute im Spannungsfeld von Pluralisierung, Gleichbehandlung und staatlicher Neutralität stehen.

Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften brachten dabei ihre Perspektive ein.
Auf das vielschichtige politische Symbol des Karfreitags ging der evangelische Kirchenhistoriker Leonhard Jungwirth ein. „Der Karfreitag war in Österreich nie nur private Angelegenheit des Glaubens. Seine Stellung war stets das Ergebnis politischer Aushandlungsprozesse“, so der theologische Leiter im ASH-Forum der Zivilgesellschaft. Die Geschichte des Karfreitags als Feiertag sei immer eng mit jener des 8. Dezembers, des katholischen Feiertags Maria Empfängnis, verbunden gewesen, der ja als Marienfeiertag stark mit dem Geschehnissen der Gegenreformation zusammenhänge. Der politische Durchbruch 1955, als beide gesetzliche Feiertage wurden, habe die Voraussetzungen für „healing of memories“ geschaffen, nicht nur im Verhältnis zwischen römisch-katholischer und evangelischer Kirche, sondern auch zwischen christlich-sozialem und sozialdemokratischen Lager, so Jungwirth, dessen Forschungsschwerpunkte in der Kirchlichen Zeitgeschichte liegen.

Karfreitag als “Angebot an die gesamte Gesellschaft”

Leonhard Jungwirth: Neue Akzentuierung des Karfreitags. (Foto: epd/T. Dasek)

Mit der Abschaffung des Karfreitags als Feiertag sei 2019 eine „Privatisierung des Religiösen“ erfolgt, sagte der Kirchenhistoriker, „der Karfreitag wurde zu einem Symbol für den auch politisch vorangetriebenen Rückzug religiöser Praxis aus dem öffentlichen Raum“. Seitens der Evangelischen Kirche sei erneut die eigene Geschichte zur Legitimation ins Feld geführt worden, gleichzeitig wurde die Bedeutung des Karfreitags ebenso wie das öffentliche und immer wieder auch politisch instrumentalisierte Symbol des Kreuzes mit einer „Solidaritätsverpflichtung für alle Leidenden, für Bedürftige und Schwache“ verknüpft. Gerade angesichts der neuerlichen geschichtspolitischen Aufladung des Karfreitags als Erinnerungs- und Identitätsort zeige diese Akzentuierung „eine neue Qualität“, wenn nun auch eine „politisch- und existential-theologische Tiefendimension“ in den Vordergrund rücke. Im heutigen Diskurs erscheine der Karfreitag nicht mehr ausschließlich als Symbol konfessioneller Identität oder Marker historischer Ungleichheit, sondern als Ausdruck einer „universalen Botschaft“, die über konfessionelle Grenzen hinausweise. So werde der Karfreitag zum „Angebot an die gesamte Gesellschaft“, „ein Feiertag nicht nur für eine Minderheit, sondern – im Sinne seiner theologischen Grundlegung – ein stiller Feiertag für alle“.

Bedeutung über das Religiöse hinaus

Feiertage seien „Ausdruck von kultureller und religiöser Identität“, unterstrich die römisch-katholische Soziologin und Theologin Katharina Renner. Die Bedeutung der Feiertage habe sich auch in der katholischen Kirche gewandelt, „für mich persönlich hat ein religiöser Feiertag keine größere Bedeutung als der Sonntag“, sagte Renner. Feiertage hätten jedoch eine Bedeutung „über das Religiöse hinaus“, ist Renner überzeugt. „Wir brauchen diese Anlässe, wir müssen sie uns bewahren, weil diese Feiertage Gemeinschaft erlebbar machen und auch zivilgesellschaftliches Engagement ermöglichen“, so die Vizepräsidentin der Katholischen Aktion.

Kritik an “Ermessungspraxis” für Freistellungen

Sowohl der jüdische als auch der muslimische Diskussionsteilnehmer kritisierten die Ermessungspraxis rund um die „Bittstellung“, wenn es am Arbeitsplatz oder in der Schule um Freistellungen für die Teilnahme an religiösen Feiertagen gehe. „Wichtig wäre für uns ein verbrieftes Anrecht auf die Einhaltung der Regeln der Feiertage mit Arbeitsverbot“, sagte Willy Weisz von der Israelitischen Kultusgemeinde. Der Jurist und Politikwissenschaftler Michael Kramer, der vor 20 Jahren zum Islam konvertierte, merkte kritisch an, dass im christlich geprägten Feiertagskalender islamische Feiertage nicht berücksichtigt würden. Generell sei im Islam das Zeitfenster für das Freitagsgebet wichtig, dieser Tag gelte jedoch nicht als Ruhetag.

Willy Weisz, der auch Vizepräsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit ist, erklärte, dass im Judentum der Sabbat, der schon am Vorabend beginne, „wichtigster und heiligster“ Feiertag sei. Generell nehmen die Feiertage mit Arbeitsverbot im Judentum einen besonderen Platz ein, das damit einhergehende Ruhegebot, das für alle Teile der Gesellschaft gilt, sei „göttlich eingesetztes Menschenrecht“, betonte Weisz.

In den Freikirchen in Österreich spielen religiös geprägte Feiertage nur eine untergeordnete Rolle, führte Frank Hinkelmann aus. Die ursprünglich stark antikatholisch geprägte Grundhaltung habe sich auch auf den Umgang mit Feiertagen ausgewirkt. In den letzten Jahren sei aber zu beobachten, dass auch in freikirchlichen Gemeinden etwa Gottesdienste oder Andachten zu Weihnachten, Ostern, Pfingsten oder Christi Himmelfahrt stattfinden.

Der orthodoxe Religionslehrer Nebojsa Djurkic hob den liturgischen Aspekt orthodoxer Feiertage hervor. Feiertage, so Djurkic, ermöglichten die Teilnahme an Ereignissen, „die wesentliche Grundlagen des christlichen Glaubens“ sind.

„Weniger Bevorzugungen, weniger Benachteiligungen“ wünscht sich Wilfried Apfalter von der Atheistischen Religionsgesellschaft beim Umgang mit religiösen Feiertagen. Er ortet „angesichts der Weltlage“ generell drängendere Probleme.

Organisiert wurde die Tagung von einem Team rund um die Kirchenhistoriker Astrid Schweighofer und Leonhard Jungwirth sowie die Religionswissenschaftler Robert Wurzrainer und Dirk Schuster. Die Tagung bot Beiträge aus den Bereichen Geschichte, Recht, Religionswissenschaft, Politikwissenschaft und Medienanalyse. Zu den Referentinnen und Referenten gehörten unter anderem die Zeithistorikerin Lucile Dreidemy, der Religionsrechtler Stefan Schima, die Religionswissenschaftlerin Astrid Mattes-Zippenfenig und die ORF-Journalistin Kerstin Tretina.