News Evangelische Kirche Österreich
NÖ: Superintendentialkuratorin legt Amt mit Ende des Arbeitsjahres zurück
St. Pölten (epdÖ) – Die niederösterreichische Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour hat angekündigt, ihr ehrenamtliches Leitungsamt mit Ende des Arbeitsjahres im September zurückzulegen. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, „nach 15 Jahren in diesem Amt mit drei Superintendenten, drei Wahlen und zweieinhalb Jahren Vakanz kann ich auf eine durchaus herausfordernde, aber auch äußerst erfüllte Zeit zurückblicken“, schreibt Malekpour in einem Brief, der am Montag, 22. Juni, an alle Mitglieder der Superintendentialversammlung verschickt wurde. Darin dankt Malekpour den Delegierten der Pfarrgemeinden für das „wertschätzende, freundliche und gedeihliche Miteinander“, insbesonders auch den ehemaligen und derzeitigen Mitgliedern des Superintendentialaussschusses für die „langjährige, professionelle und auch freundschaftliche“ Zusammenarbeit.
Die niederösterreichischen evangelischen Pfarrgemeinden sind nun aufgerufen, bis zum 10. September jeweils bis zu zwei Personen als Wahlvorschlag für die Wahl zum/zur Superintendentialkurator/in zu übermitteln. Der/Die Superintendentialkurator/in bildet nach der evangelischen Kirchenverfassung gemeinsam mit dem/der Superintendent/in die Spitze der Diözese. Wählbar zum Superintendentialkurator bzw. zur Superintendentialkuratorin ist jedes wahlfähige weltliche Mitglied der Evangelischen Kirche A.B. in der Superintendenz Niederösterreich. Der Termin für die Wahlsitzung wird noch durch den Superintendentialausschuss festgelegt.
Am Donnerstag, 18. Juni, hatte der amtierende niederösterreichische Superintendent Michael Simmer „aus persönlichen, privaten“ Gründen seinen Rücktritt mit Ende des Arbeitsjahres angekündigt. Nach der Wahl eines/einer Superintendentialkurator/in bei der nächsten Sitzung der Superintendentialversammlung startet dann das Prozedere für die Wahl des/der neuen Superintendent/in. In der Zeit einer Vakanz übernehmen die Seniorinnen und Senioren, d.h. die Stellvertreter:innen des Superintendenten, gemeinsam mit dem/der Superintendentialkurator/in die Amtsgeschäfte der Superintendentur.
Dr. Gisela Malekpour (geb. 1957) ist seit 2011 Superintendentialkuratorin der Superintendenz Niederösterreich der Evangelischen Kirche A.B. Bis 2012 war Malekpour als Oberärztin im Krankenhaus St. Pölten tätig und führte eine chirurgische Praxis in Lilienfeld. Auf gemeindlicher Ebene engagierte sich Malekpour bereits von 1984 bis 2015. Zudem ist sie seit 2018 Aufsichtsratsvorsitzende der „Diakonie eine Welt“ und war über mehrere Jahre auch 2. Vizepräsidentin der gesamtösterreichischen Synode A.B.
TV-Gottesdienst aus Rutzenmoos
Rutzenmoos / Wien (epdÖ) – Unter dem Motto „Ich bin getauft!“ steht der TV-Gottesdienst am Sonntag, 28. Juni, live aus der evangelischen Kirche Rutzenmoos (OÖ). Rund um das alte Taufbecken der Kirche feiern Kinder und die Pfarrgemeinde ihre Tauferinnerung.
„Heute denken wir miteinander daran: Ich bin getauft!“, freut sich Ortspfarrer Roman Fraiss auf die gemeinsame Feier. Taufsymbole weisen auf das, was in der Taufe passiert und unterstützen den bedingungslosen Zuspruch Gottes: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein! Das Licht der Taufkerze etwa zeige, „dass Gottes Licht ins Leben hinein leuchtet. In der Taufe kommt Gott zu uns“, bekräftigt Fraiss. Im Gottesdienst werden auch Kinder zu Wort kommen und von ihren Vorstellungen zur Taufe erzählen. Am Schluss werden sie gesegnet, ein Zuspruch der Kraft und Hilfe für die kommende Zeit.
Die Gemeinde feiert mit Pfarrer Fraiss, Gemeindepädagoginnen der Pfarrgemeinde und 16 Kindern. Die musikalische Begleitung kommt vom Posaunenchor Rutzenmoos unter der Leitung von Manuel Kofler, an der Orgel ist Daniel Bollhorst
Übertragen wird der Live-Gottesdienst am 28. Juni in ORF 2 und im ZDF. Beginn ist 9.30 Uhr.
Salzburg-Tirol: Fachinspektor Peter Pröglhöf von seinem Amt entpflichtet
Hallein (epdÖ) – In einem feierlichen Gottesdienst in der Schaitbergerkirche Hallein wurde Fachinspektor Peter Pröglhöf am Mittwoch, 17. Juni, durch Superintendent Olivier Dantine von seinem Amt entpflichtet. Nach seiner Tätigkeit als Pfarrer wirkte Pröglhöf 26 Jahre lang als Fachinspektor für den Evangelischen Religionsunterricht an allgemeinbildenden Schulen in Salzburg und Tirol, später auch für den Bereich der weiterführenden Schulen und schließlich für Vorarlberg. Zahlreiche Gäste aus Kirche, Bildung und Ökumene – etwa die Fachinspektor:innen für evangelische Religion aus ganz Österreich – würdigten Pröglhöfs Einsatz als Fachinspektor, Seelsorger, Brückenbauer und engagierten Gestalter der Kirche. Die Entpflichtung wurde als Kantatengottesdienst gefeiert. Zur Aufführung gelangte die Bach-Kantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ durch das Ensemble „BachWerkVokal Salzburg“ unter der Leitung von Diözesankantor Gordon Safari.
Vonseiten des Oberkirchenrates dankten Oberkirchenrätin Ingrid Bachler und Oberkirchenrätin Eva Lahnsteiner für Pröglhöfs Dienst als „Pfarrer, als Fachinspektor, Mentor, Seelsorger und als engagierter Gestalter unserer Kirche“. Er habe es „auf bewundernswerte Weise verstanden, durch deinen persönlichen Einsatz und durch die Qualität deiner Arbeit Akzeptanz zu schaffen und Entwicklungen anzustoßen, die unsere Kirche nachhaltig geprägt haben“. Mit großer Klarheit und Beharrlichkeit habe er Fragen der Gleichbehandlung eingebracht. „Besonders wichtig war dein Einsatz für die rechtliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften in der Evangelischen Kirche in Österreich“, betonten die Oberkirchenrätinnen. Er habe damit wichtige Debatten angestoßen, Brücken gebaut und Veränderungen ermöglicht, „nicht nur innerhalb unserer Kirche, sondern auch weit darüber hinaus“.
Dantine: „Zielgerichtet, mit Geduld und Beharrlichkeit“In seiner Festpredigt widmete sich Superintendent Olivier Dantine der Versorgung durch Gott, dem Sich-Sorgen für andere und der Hoffnung. Christliche Hoffnung führe nicht dazu, „sich beruhigt ins fromme Kammerl zurückzuziehen, sondern hinauszugehen und sich der Welt in Liebe zuzuwenden“, so Dantine. Genau das habe man in allen Arbeitsbereichen Pröglhöfs gespürt: Sei es als Fachinspektor, „wo du an einer Schaltstelle zwischen Kirche und Staat warst, und damit diese Weltzugewandtheit der Kirche nicht nur repräsentierst sondern auch lebst“. Gleichermaßen auch in der Schulseelsorge oder der Kirchenmusik, „die die christliche Verkündigung auch für Menschen außerhalb der Kirche zugänglich macht“. Nicht zuletzt sei an Pröglhöfs Einsatz für die Anerkennung und Gleichstellung von Menschen der LGBTIQ+ Community in der Evangelischen Kirche und für die Hochzeit gleichgeschlechtlicher Paare zu denken. „Ich habe dich dabei einerseits sehr zielgerichtet, und doch mit Geduld und Beharrlichkeit erlebt. Also mit dieser christlichen Gelassenheit, die nicht einfach hinnimmt, was ist, aber beharrlich daran arbeitet, dass es besser wird“, so der Superintendent.
Religionsunterricht als Lernort für FriedenIn seiner Dankesrede bekannte Pröglhöf, dass die Fachinspektorenstelle „ehrlich gesagt nicht Liebe auf den ersten Blick“ gewesen sei, „sondern ein langsames Erkennen, dass das tatsächlich eine große Aufgabe, eine erfüllende Aufgabe sein kann“. Als Grundpfeiler eines Religionsunterrichtsverständnisses, das den Religionsunterricht als Teil der Allgemeinbildung und wesentliches Element der öffentlichen Schule sieht, nannte er „Miteinander und voneinander lernen, das Fremde wertschätzen, im Eigenen zuhause sein, den ganzen Menschen im Blick haben“. So sei es ihm wichtig gewesen, dass der Religionsunterricht „Stachel im Fleisch des Schulwesens“ bleibe. „Der Religionsunterricht zeigt: Ein anderes Lernen ist möglich.“ Ein Lernen, das nicht durch Notendruck, Kompetenzmessungen und Standardüberprüfungen geprägt ist, „sondern ein Lernen, das auf Liebe beruht: auf Beziehung, auf Freude am Lernen, auf Liebe zum Dialog“, betonte Pröglhöf.
Angesichts der aktuellen Kriege sei für ihn auch offenkundig, dass der Weg der Waffen immer der falsche sei. Pröglhöf: „Wer Gott vertraut, der kann auch lernen, dem Mut zum Frieden zu vertrauen. Ich halte das für eines der wichtigsten Zukunftsthemen, und der Religionsunterricht muss dafür ein Lernort sein.“
Nachfolgerin von Pröglhöf als Fachinspektorin ist die Salzburger Pfarrerin Karin Kirchtag.
Abschied
Es passiert. Das Leben steht still. Gerade noch war alles in Bewegung. Alles war im Fluss, war unbeschwert und heiter. Betriebsam, rastlos, vielleicht ein wenig lärmig und störend drängt der Tag voran. Aber auf einmal diese Stille, wenn uns die Nachricht erreicht, dass ein Leben zu Ende gegangen ist. Es geschieht jeden Tag an vielen Orten. In Österreich stirbt alle sechs Minuten ein Mensch. Der Tod ist mitten unter uns. Leise und nur dort, wo Menschen von uns gehen, die in der Öffentlichkeit gestanden sind, nehmen wir Notiz davon.
Diese Stille ist kaum zu ertragen. Und der Abschied braucht Zeit. Auch der Trost braucht Zeit. Trost, der zu früh kommt, geht am Ziel vorbei. Denn nichts wird mehr, wie es früher war. Alles wird anders. Das Land, das hinter der Trauer liegt, zeigt sich noch nicht am Horizont. Der Trost, der im Glauben liegt, ist noch ferne Verheißung, wenn es in der biblischen Offenbarung heißt: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Es braucht Zeit, bis diese Verheißung gehört werden kann in der tosenden Stille des Verlusts.
Und es braucht jemanden, der bereit ist, einfach da zu sein. Der einem den Arm um die Schulter legt und bei einem bleibt, um das Unerträgliche zu ertragen. Es braucht wen, die mit einer weint und eine spüren lässt, das Leben ist nahe.
Bischöfin zum Weltflüchtlingstag: Flüchtlingsschutz darf nicht ausgehöhlt werden
Wien (epdÖ) – Der Schutz von Menschen auf der Flucht und das Recht, Asyl zu suchen, seien „ein Testfall für die Achtung der Menschenwürde und für den Wert, dem wir einem Menschenleben beimessen“, betonten Bischöfin Cornelia Richter und die Direktorin der Diakonie Österreich, Maria Katharina Moser, im Vorfeld des Weltflüchtlingstags am 20. Juni. Denn beim Flüchtlingsschutz gehe es um das Leben von Menschen. „Menschen, die Schutz vor Verfolgung suchen, dürfen nicht an geschlossenen Grenzen abgewiesen und nicht in Folter, Gewalt oder Tod zurückgeschickt werden. Das garantiert die Genfer Flüchtlingskonvention seit 75 Jahren. Diese Garantie hat unzählige Menschenleben gerettet“, bekräftigte Richter.
Diakonie und Evangelische Kirche A.B. fordern ein klares Bekenntnis zur Genfer Flüchtlingskonvention, deren Verabschiedung sich heuer zum 75. Mal jährt. Die Genfer Flüchtlingskonvention gieße in moderne völkerrechtliche Regelungen, was schon in der Bibel verankert ist: Das Recht soll dem Schutz der Fremden dienen. „Dieser ethische Grundsatz ist auch heute leitend für unsere Kirche“, erklärt Bischöfin Richter. Sie kritisiert die Verschiebung in der Ausgestaltung des Asylrechts weg vom Schutz von Menschen auf der Flucht hin zu Abschottung als „Bruch mit unseren christlichen und gesellschaftlichen Werten. Unsere Werte – Schutz von Leib und Leben, Sicherheit, Freiheit, Familie – können wir nur leben, wenn wir sie auf alle gleichermaßen anwenden. Auch die Herkunft eines Menschen darf daran nichts ändern“, sagte die Bischöfin und verwies auf Artikel 1 der Kirchenverfassung, demzufolge die Evangelische Kirche A.B. „in ihrem Handeln die Würde jedes einzelnen Menschen zu achten und für sie einzutreten“ habe. „Die Bedeutung, welche die Evangelische Kirche dabei dem Flüchtlingsschutz beimisst, zeigt sich auch an der hohen Zahl der Resolutionen zum Thema Flucht und Asyl, die von der Synode, dem obersten Gremium der Evangelischen Kirche, verabschiedet wurden“, so Richter.
Genfer Flüchtlingskonvention ist Schutzauftrag für die Gegenwart„Die Genfer Flüchtlingskonvention ist entstanden aus dem Wissen, was geschieht, wenn Menschen auf der Flucht keinen Schutz finden. Sie ist keine bloß historische Errungenschaft, sondern ein konkreter Schutzauftrag für die Gegenwart“, sagte Diakonie-Direktorin Moser. „Wer Schutzsuchenden den Zugang zu einem fairen Asylverfahren verwehrt, rüttelt an den Grundfesten von Menschenwürde und Rechtsstaat. Österreich muss seiner humanitären Tradition und seiner völkerrechtlichen Verantwortung gerecht werden“, hob Moser hervor.
„Als Kirche und Diakonie erinnern wir daran, dass der Schutz von Menschen in Not nicht verhandelbar ist. Europa und Österreich müssen Orte bleiben, an denen Menschen nicht abgewehrt, sondern gehört und geschützt werden“, unterstreichen Richter und Moser. Zugleich brauche es konkrete, politisch gewollte Maßnahmen, um Geflüchteten einen schnellen Zugang zum Erlernen der deutschen Sprache, zu Ausbildung und Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Das gelte besonders für die konstruktive Begleitung minderjähriger Geflüchteter, so Richter und Moser.
Gewalt an den europäischen AußengrenzenWährend die Genfer Flüchtlingskonvention Schutz garantiert, zeige sich der Diakonie zufolge an Europas Grenzen vielfach das Gegenteil: „Rechtswidrige Pushbacks, Gewalt gegen Schutzsuchende und Praktiken, durch die Menschen daran gehindert werden, überhaupt einen Asylantrag zu stellen.“ Seit Jahren unterstützt die Diakonie unter anderem ein Projekt in Bosnien (Bihac, nahe dem Camp in Lipa). Dieses hilft, Menschen notzuversorgen, denen alles genommen wurde und die Pushbacks an der kroatischen Südgrenze erlebt haben.
Bildquelle: depositphotos.com
NÖ: Superintendent Michael Simmer kündigt Rücktritt an
St. Pölten (epdÖ) Der Superintendent der evangelischen Diözese Niederösterreich, Michael Simmer, hat seinen Rücktritt angekündigt. In einem Schreiben vom Donnerstag, 18. Juni, informiert Simmer die Mitglieder der Superintendentialversammlung, in der die Delegierten der niederösterreichischen Pfarrgemeinden vertreten sind, dass er sein Amt „aus persönlichen, privaten Gründen“ nach Ende des laufenden Arbeitsjahres im September niederlegt.
Der Superintendentialausschuss wird bei seiner Sitzung am 25. Juni den Ort und fristgerechten Sitzungstermin für die Superintendentialversammlung im September festlegen, bei der dann nach der evangelischen Kirchenverfassung die freiwillige Amtsniederlegung durch die Superintendentialversammlung anerkannt werden muss.
Daraufhin wird das Prozedere für die Wahl eines Nachfolgers bzw. einer Nachfolgerin festgelegt. In der Zeit einer Vakanz übernehmen die Seniorinnen und Senioren, d.h. die Stellvertreter:innen des Superintendenten, gemeinsam mit der Superintendentialkuratorin die Amtsgeschäfte der Superintendentur.
Michael Simmer ist seit September 2024 niederösterreichischer Superintendent. Davor wirkte er als Fachinspektor und Jugendpfarrer.
Krumpendorf: Evangelische Kirche bietet „Champing“ an
Wien / Krumpendorf (epdÖ) – Zum zweiten Mal nach dem letzten Sommer bietet die evangelische Kirche Krumpendorf am Wörthersee auch heuer für Urlaubsgäste „Champing“ an. Die Wortkreation aus „Church“ und „Camping“ zeigt, worum es geht: um eine Übernachtungsmöglichkeit in der Kirche. Schlicht, preisgünstig und eine besondere Erfahrung.
Ihn habe die Möglichkeit fasziniert, dass Menschen „Kirche ganz anders erleben“ können, erzählt Ortspfarrer Martin Madrutter über die Entstehung des ungewöhnlichen Angebotes. „Nicht als Besucher eines Gottesdienstes, sondern als Gast in der Nacht. Der Raum wirkt dann anders – ruhiger, intensiver, vielleicht sogar spiritueller. Ich finde, das ist eine Chance“, so Madrutter.
Freilich ist die Martin Luther-Kirche kein Luxushotel, wie es deren etliche am Wörthersee gibt. Für Matte, Schlafsack und Polster müssen die „Champer“ selbst sorgen, eine kleine Küche sowie ein WC sind vorhanden. „Wir stellen den Raum – warm, trocken und besonders. Den Rest bringt jede und jeder selbst mit“, erklärt Isabella Angerer. „Der Wörthersee ist zu Fuß nur fünf Minuten entfernt“, weist die Kuratorin der Muttergemeinde Pörtschach auf die besondere Lage der Predigtstelle in Krumpendorf hin. Vor allem aber ist es auch für sie ein Anliegen, dass die Gäste Zeit zum Innehalten finden und zur Ruhe kommen können. Und „vielleicht auch Gott auf neue Weise begegnen.“
Das „Champing“-Angebot hängt mit einer sich verändernden Gesellschaft und damit auch der Rolle der Kirche zusammen, betont Madrutter: „Es wird in Zukunft nötig sein, über alternative Nutzungen von Kirchenräumen nachzudenken – und zwar mit Kreativität und Offenheit. Champing ist da ein Beispiel, wie Spiritualität und neue Formen der Begegnung Hand in Hand gehen können.“
Die Übernachtungskosten pro Person belaufen sich auf 5 Euro. Kinder unter zwölf Jahren schlafen kostenlos.
Buchungsmöglichkeit: znvygb:ct.cbregfpunpu@rinat.ng">ct.cbregfpunpu@rinat.ng
Aktion „Einfach heiraten“ jetzt auch in den Kitzbüheler Alpen – am 26. Juni
Wien (epdÖ) – Beziehungen in persönlicher und offener Atmosphäre unter den Segen Gottes zu stellen: Das ist das Ziel der Aktion „Einfach heiraten“ der Evangelischen Landeskirche Bayerns, die heuer in ihr viertes Jahr geht. Erstmals dabei sind heuer auch die Salzburg-Tiroler Gemeinden „Evangelische Kirche im Pinzgau“ (mit den Kirchen Zell am See und Saalfelden), Kitzbühel und Kufstein.
Somit wird es auch in den Kitzbüheler Alpen die Möglichkeit zu einer Beziehungs-Feier zwischen zwei Menschen geben, sei es in Form einer kirchlichen Trauung, einer Segnung oder der Erneuerung des Eheversprechens – unabhängig von der jeweiligen sexuellen Orientierung. Bereits zum zweiten Mal beteiligt sich die Pfarrgemeinde Reutte in Kooperation mit der Bayerischen Nachbargemeinde Füssen an dieser Aktion.
„Einfach Heiraten“ sei für sie „eine wunderbare Gelegenheit, Menschen in einem der wichtigsten und entscheidendsten Momente ihres Lebens zu begleiten: Dem Wunsch, ihre Beziehung und den gemeinsamen Weg zu segnen“, sagt Pfarrerin Rahel Hahn vom Pfarrgemeindeverband „Evangelische Kirche im Pinzgau“. Freilich geschehe das auch bei „normalen“ Trauungen, „aber hier ist Kirche kein Gebäude, in das man rein- und dann wieder rausgeht – sondern sie ist mittendrin“, betont Hahn. So werde Kirche im gemeinsamen und sehr persönlichen Feiern erlebbar und Wirklichkeit. „Das ist das Besondere und als Modell für mich auch zukunftsweisend: Kirche muss raus aus ihren Mauern und mitten unter die Menschen.“
Individuell und persönlich gestaltete FeierVor jeder Feier findet ein ca. 20-minütiges Gespräch mit einer der mitwirkenden Pfarrpersonen statt, um die Feier individuell und persönlich gestalten zu können. Voranmeldungen sind möglich, jedoch nicht Voraussetzung. Auch vor Ort spontan Entschlossene sind herzlich willkommen.
Die Aktion findet am 26. Juni von 10-16 Uhr am Jakobskreuz Buchensteinwand (St. Ulrich am Pillersee) statt. Voranmeldungen unter: znvygb:ct.xvgmohrury@rinat.ng">ct.xvgmohrury@rinat.ng
Auch am Tegelberg in Hohenschwangau (Region Füssen-Reutte) wird „einfach heiraten“ von 10-16 Uhr angeboten. Informationen zu diesem Ort erhalten Sie bei: znvygb:zvpunry.wnrtre@ryxo.qr">zvpunry.wnrtre@ryxo.qr
Nähere Infos erteilen auch die genannten Pfarrgemeinden. Infos zur Gesamt-Aktion finden Sie unter: https://einfachheiraten.info/
NGOs: Sparmaßnahmen treffen Kinder und armutsbetroffene Familien
Wien (epdÖ) – Diakonie, Caritas und Volkshilfe kritisieren die seitens der Bundesregierung geplante Streichung der Familienbeihilfe für subsidiär Schutzberechtigte. „Wer bei Kindern spart, gefährdet ihre Zukunftschancen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so Anna Parr, Generalsekretärin der Caritas Österreich. Man sei sich bewusst, dass die Budgetkonsolidierung schwierige Entscheidungen erfordern würde, „aber wer bei den Schwächsten spart, verschärft soziale Probleme, statt sie zu lösen“, meinte Parr in einer Aussendung am Freitag, 12. Juni. Zweifel an Vereinbarkeit mit EU-Recht äußerte zudem Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser: „Jedes Kind in unserem Land muss uns gleich viel wert sein. Leistungen für Kinder dürfen nicht vom Status der Eltern abhängen.“
Hintergrund sind medial kolportierte Pläne, dass subsidiär Schutzberechtigte in der Grundversorgung künftig keine Familienbeihilfe erhalten. Betroffen wären Familien mit Kindern, die ihren Lebensunterhalt derzeit nicht selbst sichern können. Die Pläne nähren laut der Hilfsorganisationen die Sorge vor weiteren Einschnitten zulasten besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen.
Moser: Familienbeihilfe zentrale UnterstützungDie Diakonie-Direktorin verwies in diesem Zusammenhang auf die neue europäische Statusverordnung, die mit dem Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS) am 12. Juni in Kraft trat. Diese gestehe subsidiär Schutzberechtigten grundsätzlich dieselben Leistungen der sozialen Sicherung zu wie Staatsangehörigen. Ausnahmen sind lediglich in eng begrenzten Bereichen der Sozialhilfe vorgesehen. „Die Familienbeihilfe ist eine zentrale Unterstützung für Familien mit Kindern und daher jedenfalls zu gewährleisten. Wir bezweifeln daher, dass die geplante Maßnahme mit europäischem Recht vereinbar ist“, so Moser.
Caritas, Diakonie und Volkshilfe appellieren an die Bundesregierung, die geplante Maßnahme zu überdenken und die Bekämpfung von Kinderarmut sowie die soziale Absicherung von Familien nicht weiter auszuhöhlen. Sollte sich die Streichung der Familienbeihilfe für subsidiär Schutzberechtigte als unionsrechtswidrig erweisen, könnte der politische Druck steigen, den Anspruch auf Familienbeihilfe generell für Sozialhilfe-Beziehende einzuschränken, so die Befürchtung vonseiten Volkshilfe, Caritas und Diakonie. „Das Risiko besteht darin, dass die Familienbeihilfe am Ende allen Familien in der Sozialhilfe gestrichen wird. Dann wären nicht nur subsidiär Schutzberechtigte betroffen, sondern auch tausende österreichische Familien. Rund 71.000 Kinder leben derzeit in Haushalten, die auf Sozialhilfe angewiesen sind“, warnte Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.
Familienbeihilfe als unverzichtbarer Bestandteil des HaushaltsbudgetsGerade für Familien mit geringem Einkommen stelle die Familienbeihilfe einen unverzichtbaren Bestandteil des Haushaltsbudgets dar, hieß es. Laut den aktuellen Referenzbudgets der Schuldnerberatung sind für ein angemessenes, wenn auch bescheidenes Leben eines Kindes monatlich rund 1.000 Euro erforderlich. Die Grundversorgung hingegen beträgt pro Monat 425 Euro für einen Erwachsenen, für jedes minderjährige Kind kommen 145 Euro dazu. Damit müssten alle Ausgaben des täglichen Lebens bestritten werden, so die Hilfsorganisationen.
Im „SAAT“-Porträt: Julia Focke-Tengler
Wien (epdÖ) – In jeder Ausgabe der Evangelischen Zeitung für Österreich „SAAT“ wird eine Person vorgestellt, die sich in der Kirche engagiert. In der aktuellen Ausgabe ist es die Gemeindepädagogin Julia Focke-Tengler aus Linz:
„Mein persönliches Steckenpferd ist das Zugehen auf andere Menschen.“ Glaubwürdiger kann dieser Satz aus dem Mund der Gemeindepädagogin Julia Focke-Tengler nicht klingen, wenn man ihr ansteckendes Lachen hört – und vor allem ihr vielseitiges Engagement für unterschiedliche Altersgruppen kennt.
Dieses Engagement spannt sich vom Religionsunterricht an Linzer Volksschulen bis zur Organisation von Freizeitangeboten in ihrer Pfarrgemeinde Linz-Innere Stadt. So ist Focke-Tengler etwa für Gruppenangebote zu Sturzprävention und Gedächtnistraining für Senior:innen verantwortlich. Auf diese Weise sollen bei älteren Personen Stress reduziert, die Konzentration gefördert und die körperliche sowie mentale Fitness im Alltag und Sport verbessert werden. Dazu stehen Bewegungsformen wie Tanzen – ohne Partner, in der Gruppe oder als Sitztanz – regelmäßig auf dem Programm. Außerdem begleitet Focke-Tengler Frauen und Männer in der „Mittwochrunde“, einem gemütlichen Treffpunkt, wo die Teilnehmer:innen miteinander plaudern und Rummikub spielen. „Auch das Feiern kommt nicht zu kurz“, lacht die die Heil- und Sonderpädagogin aus Leonding, der eines besonders wichtig ist: „Den Menschen soll es bei uns gut gehen, sie sollen sich hier wohl fühlen.“
Darüber hinaus organisiert Focke-Tengler Frühlingsfreizeiten und im Sommer traditionell eine „Fahrt ins Blaue“ mit bis zu 50 Personen ihrer Pfarrgemeinde. Sie freut sich, dass viele Leute einander kennenlernen, „weil diese Fahrten so gemeindeübergreifend sind“. Engagiert ist die 53-jährige zudem ehrenamtlich bei den Elternvereinen in der HTL und beim Lions Clubs Linz Danubius, der Bedürftige in der Region Linz unterstützt.
Auch gemeinsam mit ihrer Familie lernt sie immer wieder andere Menschen und Orte kennen. „Wir sind Camper und fahren viel mit dem Wohnwagen auf Urlaub – das ist ‚Quality time‘“, betont die Mutter eines 18- und eines 16-jährigen Sohnes. Anderen Menschen zu begegnen und etwas über ihre Lebensweisen zu erfahren, findet Focke-Tengler „einfach schön“ – und fügt hinzu: „Ich finde es sehr wichtig, neue Freunde zu finden, denn dann ist man auch im Alter gut aufgehoben.“
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Bischöfin Richter: Privates Volksbegehren zum Karfreitag macht Unruhe deutlich
Wien (epdÖ) – Den Karfreitag als Feiertag für alle fordert ein privatrechtliches Volksbegehren, das vom 15. bis 22. Juni zur Unterzeichnung aufliegt. 2019 wurde der Karfreitag als gesetzlicher Feiertag für Angehörige der Evangelischen Kirche A.B., der Evangelischen Kirche H.B., der Altkatholischen und der Methodistischen Kirche durch die damalige ÖVP-FPÖ-Regierung abgeschafft, betroffen sind davon in der Folge auch freikirchliche Arbeitnehmer:innen. Vorangegangen war ein komplizierter Rechtsstreit, in dem ein konfessionsloser Arbeitnehmer auf Zahlung eines Feiertagsentgelts am Karfreitag geklagt hatte. Übrig geblieben ist letztlich der Karfreitag als „persönlicher Feiertag“, der allerdings aus dem Urlaubskontingent in Anspruch genommen werden muss.
„Das war ein Schlag ins Gesicht der Evangelischen“, blickt die evangelisch-lutherische Bischöfin Cornelia Richter zurück. Seitdem „brodelt es in vielen Pfarrgemeinden sehr“ – nahezu bei jedem Besuch werde sie auf den Karfreitag angesprochen. Wer die Geschichte kenne, verstehe besser, „weshalb die Evangelischen so bitter enttäuscht sind“, erklärt die Bischöfin gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. „Die Evangelischen Kirchen haben durch die Gegenreformation so viel verloren, dass sie ohnehin zur Minderheitenkirche reduziert worden sind“, führt Richter aus, „und dann nimmt man ausgerechnet denjenigen Feiertag weg, der seit Jahrhunderten bis heute identitätsstiftend ist, und der 1955 wenigstens als ein Zeichen der Wiedergutmachung als gesetzlicher Feiertag gewährt wurde.“ Es sei daher kein Wunder, dass der Ärger und die Enttäuschung noch nach mehreren Jahren deutlich spürbar seien. Auch die private Initiative von Helmut Kern und Martin Wabl, ein Volksbegehren aufzulegen, sei ein Ausdruck dafür und könne gerne von vielen Evangelischen unterschrieben werden.
Die Evangelische Kirche als Institution unterstütze das Volksbegehren dennoch nicht direkt, weil die juristischen, sozialpolitischen und ökonomischen Aspekte „in ihrer Komplexität weit über die Forderung des Volksbegehrens hinausgehen“, hält Richter fest. Die Kirchenleitung, vor allem die Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B., sei gemeinsam mit der Superintendentin und den Superintendenten sowie den Superintendentialkurator:innen der Diözesen intensiv damit befasst, das Thema des Karfreitags „konsensorientiert in die Gespräche mit Vertreter:innen der politischen Parteien“ einzubringen, gleichzeitig werde auch laufend auf ökumenischer Ebene eine Verständigung gesucht.
Karfreitag erzählt „Drama der Menschheitsgeschichte“Der Karfreitag sei „untrennbar verbunden mit Ostern, dem Fest der Auferstehung Jesu Christi“, so die Bischöfin. Darin komme dem Karfreitag auch eine historische und theologische Bedeutung zu, die für die gesamte Gesellschaft relevant sei, „denn in ihm wird ein Drama der Menschheitsgeschichte erzählt“, betont die Bischöfin. „Und zwar eines, das bis heute zugleich zur politischen Vorsicht mahnt als auch Hoffnung gibt.“
Der Karfreitag erinnere theologisch an das Leiden und Sterben von Jesus Christus, „einem jungen Mann, der ausgezogen ist, um die Welt zu verändern“, und der sich „Gott auf einzigartige Weise als Sohn verbunden“ wusste. Diese Nähe habe er anderen nahegebracht und dabei mit Menschen gesprochen, deren Not niemand sonst sehen wollte. „Er hat hingeschaut, und sie fühlten sich ernst genommen, heilsam berührt – er hat ihnen ihre Würde zurückgegeben“, sagt Richter. Hoch umjubelt sei er dann mit vielen Anhängern in Jerusalem eingezogen. Bis die Stimmung kippte und er verraten wurde. Richter: „Man hat ihm den Prozess gemacht, und obwohl er vor Gericht für unschuldig befunden wurde, hat eine wütende Menge seinen Tod gefordert. Er wurde gefoltert und ans Kreuz genagelt. Allein diese Geschichte muss uns bis heute ein Mahnmal sein, weil sie weltweit alle Menschen treffen kann, die sich politisch und sozial für andere einsetzen.“
Damit, so die Bischöfin weiter, hätte die Geschichte aus sein können, „aber zum Erstaunen der Zeitgenossen Jesu ist sie weitergegangen“, denn nach seinem Tod hätten sie verstanden, „dass Jesus Christus durch sein Wort, durch seine Predigt, durch sein versöhnendes Handeln und durch all das, was er war und wie er Menschen zusammenbringen konnte, weiter gewirkt hat“.
Für diese Erfahrung, dass Gott auch in Leid und Tod bei den Menschen sei, dass sie durch Leid und Tod hindurch neues Leben sehen konnten und dass der Tod daher vor Gott nicht das letzte Wort habe – für diese bis heute für viele Menschen unerwartete und überwältigende Erfahrung stehe das Osterfest, das Fest der Auferstehung, des Neuwerdens und der „unbändigen Hoffnung auf neues Leben“, unterstreicht die Bischöfin.
Landessuperintendent Stoffers kritisiert „Umspringen mit Minderheiten“In einem Leserbrief, der in der Tageszeitung „Die Presse“ (6. Juni) erschienen ist, nimmt auch der reformierte Landessuperintendent Ralf Stoffers zum Karfreitag Stellung. Wenige Tage davor hatte dort Hans Winkler in einem Kommentar religiöse Feiertage kritisch hinterfragt und für eine Reduktion plädiert. Zu der Abschaffung des Karfreitags als gesetzlicher Feiertag im Jahr 2019 schreibt Stoffers: „Und ‚traurig‘ finde ich nach wie vor, wie die damaligen Regierungsparteien (ÖVP/FPÖ) mit – in dem Fall: religiösen – Minderheiten ‚umgesprungen‘ sind. Wer dieses Prinzip heute noch verständnisvoll kommentiert, akzeptiert damit eine grundsätzlich inakzeptable Vorgehensweise“, so der Landessuperintendent. „Viel trauriger“ sei allerdings, „dass eine Gesellschaft trotz zahlreicher individueller wie auch gesellschaftlich-politischer Leid-, Schmerz- und Scheitern-Erfahrungen auf die Auseinandersetzung mit dem Inhalt und der Bedeutung des Karfreitags verzichten zu können meint“.
Jugendverbände fordern Abbau klimaschädlicher Subventionen
Wien (epdÖ) – Kurz vor der Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer am Mittwoch, 10. Juni, überreichten Vertreter:innen eines breiten Zusammenschlusses österreichischer Kinder- und Jugendorganisationen einen offenen Brief an das Bundesministerium für Finanzen.
Gemeinsam treten sie für ein Budget ein, das langfristig finanzierbar, sozial ausgewogen und ökologisch verantwortungsvoll gestaltet ist. Auslöser des offenen Briefes sind die angekündigten Einsparungen im Bildungs- und Sozialbereich. Nach Ansicht des Bündnisses, dem u.a. auch die Evangelische Jugend Österreich (EJÖ) angehört, würden diese Maßnahmen insbesondere junge Menschen und vulnerable Bevölkerungsgruppen stark belasten.
Die Organisationen vertreten zusammen rund 705.000 junge Mitglieder und warnen davor, dass dadurch Kosten auf kommende Generationen verlagert werden – auf jene Menschen, die heute noch keinen Einfluss auf budgetpolitische Entscheidungen haben. „Wir verstehen die Herausforderungen und Spar-Notwendigkeiten, vor denen die Politik steht“, sagt Lukas Hauser, Vorsitzender der EJÖ, wendet jedoch ein: „Kürzungen an Jugend, Bildung und Sozialem können nicht die Lösung sein.“ Die EJÖ wolle Lösungen mitgestalten, betont Bettina Növer, Jugendpfarrerin für Österreich. „So wenden wir uns heute gemeinsam mit weiteren Jugendorganisationen mit konkreten Ideen und Vorschlägen zur Bewahrung der Schöpfung und sozialen Gerechtigkeit an die Politik“, bekräftigt die Pfarrerin.
Das Bündnis fordert konkret eine Reform des Dienstwagenprivilegs, eine Anpassung der Wegekostenrichtlinie zugunsten klimafreundlicher Mobilität, den Abbau des Dieselprivilegs, eine Erhöhung der Flugticketabgabe auf ein kostendeckendes Niveau sowie die Abschaffung der Stellplatzverpflichtung. Die dadurch frei werdenden Mittel sollen für soziale Ausgleichsmaßnahmen, Investitionen in den öffentlichen Verkehr und die Budgetkonsolidierung verwendet werden, ohne dabei zentrale Zukunftsbereiche zu schwächen. Aus Sicht des Bündnisses belastet ein Budget, das Ausgaben in die Zukunft verschiebt, vor allem jene Generationen, die derzeit noch keine politische Stimme besitzen.
Zu dem Bündnis zählen neben der EJÖ die Katholische Jugend Österreich, die Katholische Jungschar Österreichs, die Alpenvereinsjugend, die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs, die Roten Falken Österreich, die Naturfreundejugend Österreich sowie die Muslimischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder Österreichs.
50 Jahre lutherisch-europäische Zusammenarbeit von Kirche und Judentum
Straßburg (epdÖ) – Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens traf sich vom 28. Mai bis zum 2. Juni die Lutherische Europäische Kommission Kirche und Judentum (LEKKJ) in Straßburg. Mit dabei waren Teilnehmende aus insgesamt 13 Ländern als Vertreterinnen und Vertreter ihrer jeweiligen lutherischen Kirchen sowie jüdische Teilnehmende und Rabbiner aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Schweden, Israel und Australien. Aus Österreich nahm der langjährige LEKKJ-Delegierte Pfarrer Roland Werneck aus Wels teil.
Bei der Eröffnungsveranstaltung waren Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Straßburg, des Oberabbinates sowie der protestantischen Kirchen in Frankreich anwesend. Zudem wurde der diesjährige LEKKJ-Preis für besondere Verdienste im Christlich-Jüdischen Gespräch verliehen. Der Preis ging an Serge Wüthrich als Anerkennung für dessen Beitrag zu den Beziehungen zwischen den Religionen in Frankreich.
Thematisiert wurde bei dem Treffen auch die aktuelle Zunahme antijüdischer Vorfälle in Europa, die mit der Gewalt im Nahen Osten in Verbindung gebracht wird. „Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren und geben nicht auf, den gesellschaftlichen Politisierungen und Polarisierungen etwas entgegenzusetzen“, sagte der Präsident der LEKKJ, Andreas Wöhle, aus den Niederlanden.
Weitgehend Konsens herrschte unter den Anwesenden, dass Antisemitismus eine historische und damit veränderbare Entwicklung sei und weiterhin christlichen Überlegenheitsvorstellungen gegenüber dem Judentum entgegengewirkt werden müsse. „Dialogarbeit braucht einen langen Atem und ist immer auch Arbeit an der eigenen Haltung“, betonte LEKKJ-Vizepräsidentin Ursula Rudnick.
Neben dem Austausch von Länderberichten zum Stand des christlich-jüdischen Miteinanders stand auch der gemeinsame Besuch einer Kabbalat Schabbat Feier und des sonntäglichen Gottesdienstes mit dem Großrabbiner Luxemburgs, Alexander Grodensky, auf dem Programm. Am letzten Tag machte sich die Kommission in die ländliche Umgebung Straßburgs auf, um noch vorhandene Spuren und Orte vergangenen jüdischen Lebens im Elsass zu erkunden.
Die Lutherische Europäische Kommission Kirche und Judentum ist die offizielle europäische Vertretung für den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den lutherischen Kirchen und dem Judentum. Im nächsten Jahr ist das Treffen der LEKKJ in der Slowakei geplant.
Evangelische Beiträge in Radio und TV
25.5. Gottesdienst aus der evangelische Kirche A.B. Oberwart
Der Pfingstgottesdienst zum Motto „Wenn das Herz brennt“. Mit Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser über den Vers „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“
17.5. Pressestunde mit Maria Katharina Moser (ORF2)
Ob Pflege oder Asyl: Die Direktorin der Diakonie mahnt Reformen und mehr Unterstützung für Betroffene ein. Im Hinblick auf zunehmende Einsamkeit verweist sie auf die Kirchen, wo Menschen „einfach hinkommen können“.
10.-16.5. Morgengedanken (ORF Regionalradios) in der ESC-Woche
„Von der Musik und ihrer Wirkung“ – Superintendent Olivier Dantine
10.5 Zwischenruf (Ö1)
„Zwischen Dinoschuhen und Business-Kostüm“
Kirchenrätin Kim Kallinger über den Muttertag
3.5. TV-Gottesdienst aus Linz-Leonding (ORF III)
Zum Sonntag Kantate: „Mit Musik geht alles leichter“
3.5. Lebenskunst (Ö1)
„ÜberBrücken“ – „Nicht aufgeben, weitergehen und dann bleiben“ – Die Kärntner Superintendentin Andrea Mattioli
6.4. TV-Gottesdienst aus der Kreuzkirche Graz (ORF III)
Zum Ostermontag: „Ostern, das wäre doch gelacht“
3.4. TV-Gottesdienst aus Mödling (ORF III)
Zum Karfreitag: „Das Dunkel durchKREUZt“
2.4. Hinter den Schlagzeilen (ORF 2)
Bischöfin Cornelia Richter zu Gast bei Patrick Budgen.
29.3. „Das Kreuz mit dem Karfreitag“ (ORF 2)
Die kreuz & quer Reportage zeigt die religiöse Bedeutung des Karfreitags für die evangelischen Kirchen, zeichnet die Geschichte des Protestantismus in Österreich nach und beleuchtet die facettenreiche Diskussion über das „Karfreitagsurteil“, die bis heute andauert.
Juni-„SAAT“: „Im Ehrenamt“
Wien (epdÖ) – Tausende Ehrenamtliche und freiwillig Engagierte sorgen in Österreich dafür, dass kirchliches Leben nicht nur am Leben erhalten wird, sondern in großer Vielfalt aufblühen kann. Und das auf allen Ebenen, von der Pfarrgemeinde über diözesane Aufgabenbereiche bis hinein in die Synode, das österreichische „Kirchenparlament“. Allein mehr als 500 Lektor:innen tragen in den evangelischen Pfarrgemeinden in Österreich das gottesdienstliche Leben mit. „Ehrenamtliche Mitarbeit ist ein Herzstück unserer Identität, sie ist unverzichtbar“, unterstreicht Oliver Binder, Referent für Ehrenamtsbildung im Werk für Evangelisation und Gemeindeaufbau (WeG). „Ohne Ehrenamt keine Kirche“, bringt es Bischöfin Cornelia Richter auf den Punkt.
Außerdem: Eine ganz besondere Übernachtungsmöglichkeit gibt es neuerdings in Krumpendorf am Wörthersee: Die Pfarrgemeinde Pörtschach bietet „Champing“ (eine Zusammensetzung aus „Church“ und „Camping“) in ihrer Predigtstelle, der Martin Luther-Kirche, an. „Champing ist ein Beispiel, wie Spiritualität und neue Formen der Begegnung Hand in Hand gehen können“, zeigt sich Pfarrer Martin Madrutter überzeugt.
Und: In sorgfältiger Handarbeit werden in der Werkstätte des Diakoniewerks Gallneukirchen Kreuze aus Glas hergestellt. Dort arbeiten rund 34 Menschen mit Behinderungen in unterschiedlichen Bereichen.
Das alles und mehr in der Juni-„SAAT“, die Sie um 40 Euro im Jahr auf shop.evang.at abonnieren können. In der aktuellen Aktion lesen Sie die SAAT bis Jahresende sogar gratis.

