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Aktualisiert: vor 11 Stunden 29 Minuten

Insgesamt 49.026 Stimmen für Karfreitag-Volksbegehren

Mi, 24/06/2026 - 13:10
Bischöfin Richter dankt Initiatoren – „Hohes Engagement für wichtigen Feiertag“


Wien (epdÖ) – Insgesamt 49.026 Stimmen konnten für das private Volksbegehren „Karfreitag-Feiertag für Alle“ gesammelt werden, wie das Innenministerium bekanntgegeben hat. Die Eintragungsfrist ist am Montag, 22. Juni, zu Ende gegangen.

In einer Stellungnahme gegenüber dem Evangelischen Pressedienst dankt die Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B., Cornelia Richter, den beiden Initiatoren des Volksbegehrens, Helmut Kern und Martin Wabl, für ihre private Initiative und würdigt „ausdrücklich das hohe Engagement für diesen wichtigen Feiertag“. Gleichzeitig dankt die Bischöfin „ebenso allen Menschen, die das Volksbegehren unterzeichnet haben“.

Wenn etwa ohne große öffentliche Diskussion, ohne direkte Unterstützung der Kirchen, des Gewerkschaftsbundes oder der Arbeiterkammern dennoch fast 50.000 Menschen „aus ihrer Privatsphäre herausgetreten sind und unterzeichnet haben“, zeige dies doch eine Verankerung des Karfreitags als kirchlicher Feiertag in der Bevölkerung.

Das Volksbegehren, so Richter, sei ein Instrument der konfrontativen politischen Auseinandersetzung, aber kein Rechtsbehelf oder Institut zur Wahrnehmung von Rechten vor Gerichten. Es sei daher „nicht hinreichend geeignet für den Aufbau von Verhandlungsgesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik“. Parallel zu dieser privaten Initiative gehe die Kirchenleitung deshalb in enger Abstimmung mit den ökumenischen Schwesterkirchen alternative Wege. Ziel seien Lösungen, die ein angemessenes Feiern des Karfreitags ermöglichen, dabei dem verfassungsrechtlichen Prinzip der Parität der Kirchen und Religionsgesellschaften und der unionsrechtlichen Gleichbehandlungsrahmenrichtlinie entsprechen sowie sonstige weitere rechtliche und wirtschaftliche Gegebenheiten angemessen berücksichtigen. Die zugehörigen Vorschläge sollen in den nächsten Monaten vorgestellt werden, kündigt Richter an.

Zusätzlich zu den Gesprächen auf politischer Ebene sei die Kirchenleitung im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Tourismus, Sozial- und Gesundheitswesen, weiteren Interessensverbänden und mit den Vertreterinnen und Vertretern aller übrigen Religionsgemeinschaften.

Denn, so betont die Bischöfin noch einmal, „der Karfreitag erinnert an ein Drama der Menschheitsgeschichte, mit dem sich weltweit viele Menschen in Ohnmacht, Angst und Sorge identifizieren. Es ist daher kein Wunder, dass das Christentum überall dort rasant wächst, wo Menschen unter Armut und Gewalt leiden, ohne Zugang zu medizinischer Versorgung, wo es keine soziale Absicherung gibt und der Besuch einer Schule ein Privileg ist. Für viele dieser Menschen ist mit dem Karfreitag die tröstliche Botschaft verbunden: ‚Gott schaut Dich an und bleibt an Deiner Seite. Leid und Tod sind Gott nicht fremd.‘“ Zugleich sei der Karfreitag untrennbar mit der Osterbotschaft verbunden, „also mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu Christi“. Mit ihr gehe, so die Bischöfin, „die unbändige Hoffnung einher, dass neues Leben selbst dort möglich ist, wo wir es kaum noch erwarten. Denn vor Gott hat nicht einmal der Tod das letzte Wort – neues Leben, neues Licht sind möglich.“

Kirchen würdigen Lebenswerk und Lebenszeugnis von Oberin Gleixner

Mi, 24/06/2026 - 12:50
Ökumenischer Gottesdienst im Wiener Stephansdom


Wien, 23.06.2026 (epdÖ) – Genau vor 100 Jahren, am 22. Juni 1926, wurde die Ökumene-Pionierin Oberin Christine Gleixner (1926-2015) geboren. Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes im Wiener Stephansdom gedachten Vertreterinnen und Vertreter der 18 im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zusammengeschlossenen Kirchen der römisch-katholischen Ordensfrau, die für ihr Lebenswerk auch als „Mutter der Ökumene“ bezeichnet wird.

Dem Gottesdienst stand der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl vor. Dass die Ökumene in Österreich heute so gut und so breit aufgestellt sei, habe maßgeblich mit Oberin Gleixner zu tun, bekräftigte Grünwidl zu Beginn des Gottesdienstes. Von vielen Seiten wurde die „zierliche aber so bestimmte und von allen geschätzte“ Ordensfrau beim Gedenk- und Dankgottesdienst gewürdigt, vor allem auch als „Brückenbauerin“: zwischen den Kirchen, den Religionen, aber auch hin zur Welt und Politik.

Auf Gleixners Wirken in der Erzdiözese Wien kam beim Gottesdienst die langjährige Wiener Diözesanarchivarin und spätere Privatsekretärin von Kardinal Franz König, Annemarie Fenzl, zu sprechen. König habe sich in Ökumene-Fragen auf Gleixner – was durchaus ungewöhnlich war – „zu 100 Prozent verlassen und sie hat ihn nie im Stich gelassen“. Ein gutes ökumenisches Klima setze ein gutes menschliches Klima voraus. Es genüge nicht, Gräben zuzuschütten, es gehe ebenso darum, das Verbindende zu stärken. Sowohl König als auch Gleixner seien diesbezüglich „Glücksfälle für die Ökumene“ gewesen, zeigte sich Fenzl überzeugt.

Gleixner gehörte dem Orden der Frauen von Bethanien an. In Bethanien bei Betlehem lebten die Schwestern Maria und Marta sowie ihr Bruder Lazarus, über die die Bibel erzählt. In ihrer Predigt über die Begegnung Jesu mit Maria und Marta bezeichnete die evangelische Oberkirchenrätin Ingrid Bachler Gleixner als eine Frau des Handelns, die Kirche und Gesellschaft aktiv mitgestaltet habe. Zugleich sei Gleixner eine Frau von großer geistlicher Tiefe und unerschütterlicher Hoffnung auf die Einheit der Christen gewesen. „Sie zeigte, dass tiefes Hoffen auf Gott und entschlossenes Handeln für die Menschen keine Gegensätze sind“, erklärte Bachler und würdigte Gleixner als eine „Ordensfrau mit weitem Herzen“ und „Brückenbauerin zwischen den Kirchen“.

An der Spitze des Ökumenischen Rates

An Gleixners Verdienste im Blick auf den Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich erinnerte der emeritierte evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker. So habe sie wesentlich dazu beigetragen, dass die Römisch-katholische Kirche 1994 Vollmitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich wurde, was zu diesem Zeitpunkt noch in keinem anderen europäischen Kirchenrat der Fall war. Gleixner war später von 2000 bis 2005 auch Vorsitzende des Ökumenischen Rates. In ihre Amtszeit fielen so wegweisende Ereignisse wie der erste „Tag des Judentums“, die erste „Lange Nacht der Kirchen“ oder auch das „Sozialwort der christlichen Kirchen“ in Österreich. Gleixner sei für eine „Ökumene auf Augenhöhe gestanden“ und habe damit eigentlich schon das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) über die dort noch gesetzten ökumenischen Grenzen hinaus auf Zukunft hin interpretiert, betonte Bischof Bünker.

Der langjährige Leiter der Katholischen Sozialakademie, Pater Alois Riedlsperger, und der emeritierte evangelisch-lutherische Bischof und frühere langjährige Diakoniedirektor Michael Chalupka erinnerten daran, dass Gleixner treibende Kraft für das Ökumenische Sozialwort der Kirchen in Österreich (2003) war, das gemeinsam von allen damals im ÖRKÖ vertretenen Kirchen auf breiter Basis erarbeitet wurde. Für die Oberin sei das Sozialwort ein „Kompass“ bzw. eine Orientierungshilfe gewesen sowie eine Einladung für einen weiterführenden Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft, so Riedlsperger.

Chalupka hob die enge Zusammenarbeit von Gleixner und dem orthodoxen Metropoliten Michael Staikos hervor, die bei der Erarbeitung des Dokuments das „starke Duo“ repräsentiert hätten, das federführend involviert war. So sei es letztlich auch möglich gewesen, dass alle 14 damals im ÖRKÖ vertretenen Kirchen das Dokument mittrugen, sagte Chalupka. Für Gleixner sei es zudem wohl auch sehr wichtig gewesen, dass im Sozialwort vor allen Forderungen an Politik und Gesellschaft die Selbstverpflichtung der Kirchen steht.

Mahnende Stimme beim Österreich-Konvent

Der Präsident des Verfassungsgerichtshofes, Christoph Grabenwarter, rief Gleixners Mitwirken beim „Österreich-Konvent“ in Erinnerung. Gleixner arbeitete von 2003 bis 2005 beim Verfassungskonvent des österreichischen Nationalrates namens der Kirchen mit und war in der Diskussion über Vorschläge für eine grundlegende Staats- und Verfassungsreform wesentlich eingebunden. Bei der Abschlussveranstaltung im Jänner 2005 appellierte Gleixner an die politischen Verantwortungsträger, dass es zukunftsfähige Lösungen nur dann geben könne, wenn es zugleich zu einem Verzicht auf jegliches parteipolitische Taktieren kommt, sagte Grabenwarter. Dieser Appell habe bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren.

In Vertretung der Medien in Österreich würdigte der Journalist Peter Wesely Oberin Gleixner. Gleixner gestaltete etwa lange Zeit die ORF-Radioreihe „Ökumenische Morgenfeier“ mit, die nach den Worten des früheren Wiener Weihbischofs Helmut Krätzl zur „ökumenischen Drehscheibe in Österreich“ wurde. Gleixner sei bei den oft sehr intensiven Vorbereitungen der Sendungen eine der wichtigsten Persönlichkeiten gewesen, wusste Wesely. Sie habe Kompetenz und Autorität ausgestrahlt, den Blick immer nach vorne gerichtet. Denkverbote habe es bei ihr keine gegeben, obwohl sie durchaus gut abwägen konnte, was zur jeweiligen Zeit ökumenisch möglich war. Die „Ökumenische Morgenfeier“ wurde von 1968 bis 1997 ausgestrahlt. Auch danach sei Gleixner eine medial viel beachtete kirchliche Stimme gewesen, so Wesely.

Der orthodoxe Priester Wolfgang Nikolaus Rappert erinnerte in sehr persönlichen Worten an seine gemeinsame Zeit mit Oberin Gleixner in der Wiener Diözesankommission für Ökumene. Er habe sie als wegweisende Brückenbauerin erlebt, die sehr wohl bestehende Grenzen zwischen den Kirchen bzw. in der Ökumene ernst nahm, zugleich aber immer nichts als unüberwindbar ansah, so Rappert.

Ökumenisches Gipfeltreffen

Von der gastgebenden katholischen Seite waren neben Erzbischof Grünwidl unter anderen der Linzer Bischof Manfred Scheuer, Domdekan Rudolf Prokschi und Caritas-Europa-Präsident Michael Landau beim Gottesdienst dabei. Die Ökumene war an erster Stelle vom armenisch-apostolischen Bischof und ÖRKÖ-Vorsitzenden Tiran Petrosyan vertreten. Mitgefeiert haben u.a. auch die evangelische Oberkirchenrätin Ingrid Bachler, die methodistische Pastorin Esther Handschin, der reformierte Ökumene-Pfarrer Thomas Hennefeld, die emeritierten lutherischen Bischöfe Michael Bünker und Michael Chalupka, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopus Emmanuel Aydin. Weiters etwa der altkatholische Altbischof Bernhard Heitz, Reverend Christian Hofreiter von der Anglikanischen Kirche, der bulgarisch-orthodoxe Bischofsvikar Ivan Petkin, der Ratsvorsitzende der Freikirchen Pastor Peter Zalud, der griechisch-orthodoxe Bischofsvikar Ioannis Nikolitsis und der katholische Ostkirchen-Generalvikar Yuriy Kolasa.

Teilgenommen haben auch Hirte Walter Hessler von der Neuapostolischen Kirche, Erzpriester Nikolaus Wahbe vom griechisch-orthodoxen Patriarchat von Antiochien, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, Bischofsvikar Slavica Bosic von der Serbisch-orthodoxen Kirche und Diakon Nikolai Markovich von der Russisch-orthodoxen Kirche sowie Vertreter der Malankarisch Syrisch-orthodoxen Kirche, der Äthiopisch-orthodoxen Kirche sowie der Koptisch-orthodoxen Kirche. Für die Stiftung Pro Oriente nahm Generalsekretär Bernd Mussinghoff teil. Auch die langjährige Begleiterin und Mitschwester Gleixners in der kleinen Wiener Ordensgemeinschaft der Frauen von Bethanien, Sigrid Mühlberger, war zum Gottesdienst gekommen.

Veranstalter des Gedenkens waren der Ökumenische Rat der Kirchen, die Stiftung Pro Oriente und die Diözesankommission für ökumenische Fragen der Erzdiözese Wien.

Ein Leben für die Ökumene

Christine Gleixner war über Jahrzehnte eine der prägendsten Persönlichkeiten der Kirchen in Österreich und trug maßgeblich dazu bei, die Einheit der Kirchen in Österreich voranzubringen. Gleixner verstarb am 30. November 2015 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 89 Jahren.

Christine Gleixner wurde am 22. Juni 1926 in Wien geboren. Sie wuchs als einziges Kind einer sehr liberalen Familie in kritischer Distanz zur Kirche und zur damaligen Gesellschaftsordnung auf. Nach dem Studium der Biologie in Wien trat sie 1949 in Bloemendaal (Niederlande) in die Kongregation der Frauen von Bethanien (CFB) ein, studierte dort und in Nijmegen, Utrecht und Paris Theologie und kehrte 1962 nach Wien zurück, wo sie die Verantwortung für die Niederlassung ihres Ordens übernahm.

In der Erzdiözese Wien und in ganz Österreich und darüber hinaus war Gleixner auf verschiedensten Ebenen der Ökumene tätig: etwa als langjähriges Mitglied und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, der Diözesankommission für ökumenische Fragen der Erzdiözese Wien, der Gemischt-Katholisch-Evangelischen Kommission oder auch in der Vorbereitung und als Delegierte bei den Europäischen Ökumenischen Versammlungen (Basel 1989, Graz 1997, Sibiu 2007).

Gleixner baute das Ökumenische Forum Christlicher Frauen in Österreich mit auf, war ab 1990 Konsultorin der Stiftung Pro Oriente und wirkte von 1997 bis 2001 an der Vorbereitung der „Charta Oecumenica“ mit. Sie gestaltete lange Zeit die ORF-Radioreihe „Ökumenische Morgenfeier“ mit. Großen Wert legte Gleixner auch auf den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen, vor allem auf das besondere Naheverhältnis zum Judentum.

Viele Jahre war Gleixner in der Vorbereitung des „Österreichischen Ordenstages“, bei „Österreichischen Katholikentagen“ und beim Weltgebetstag der Frauen engagiert. Von 1969 bis 1971 war sie Delegierte bei der Wiener Diözesansynode. 1986 begleitete sie die KSZE-Konferenz in Wien. Ab 1990 war sie Mitglied im Beirat der Kontaktstelle für Weltreligionen.

Gleixner war auch treibende Kraft für das Ökumenische Sozialwort der Kirchen in Österreich (2003) und arbeitete von 2003 bis 2005 beim Verfassungskonvent des österreichischen Nationalrates („Österreich-Konvent“) mit. Von 1996 bis 2004 war sie Mitglied in der Kommission „Iustitia et Pax“ der Österreichischen Bischofskonferenz.

Die Republik Österreich ehrte Gleixner im Jahr 2000 mit dem Professorentitel. 2006 erhielt sie das Ehrendoktorat der Katholischen Privatuniversität Linz, 2008 die Ehrenmitgliedschaft bei der Bildungsinitiative PILGRIM, 2009 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, 2009 die Ehrenmitgliedschaft des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Im selben Jahr wurde sie mit dem Abt-Emmanuel-Heufelder-Preis der bayrischen Benediktinerabtei Niederaltaich ausgezeichnet.

Synodaler Studientag zum neuen Evangelischen Gesangbuch

Mi, 24/06/2026 - 12:30
Landeskantor Krampe: „Vorfreude ist sehr groß“

Wien / St. Pölten (epdÖ) – Nach Jahren der intensiven Überlegungen neigt sich der Entstehungsprozess für das neue Evangelische Gesangbuch (EG neu), das in Deutschland und Österreich in den Gottesdiensten verwendet werden wird, dem Ende zu. Etwa 40 Personen (Synodale, Diözesan- und weitere Kantor:innen, Vertreter:innen der Erprobungsgemeinden, junge Menschen) trafen sich am Freitag, 19. Juni, in St. Pölten zu einem synodalen Studientag, um gemeinsam über das neue Gesangbuch zu beraten. Geleitet wurde das Informations- und Arbeitstreffen von Landeskantor Matthias Krampe (Vorsitzender der Gesangbuchkommission), Pfarrerin Marianne Fliegenschnee (Vorsitzende der Kommission für Gottesdienst und Kirchenmusik der Synode A.B.) sowie dem reformierten Pfarrer Johannes Wittich.

Der Studientag war Teil eines breiten Erprobungsprozesses in Deutschland und Österreich. Die dabei gesammelten Erkenntnisse werden an das Projektbüro der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) rückgemeldet. In gedruckter Form soll das neue Evangelische Gesangbuch Ende 2029 erscheinen.

Von der Theorie in die Praxis

Auf dem Programm des Tages standen einerseits Informationen über historische, rechtliche organisatorische etc. Hintergründe des sehr komplexen Entstehungsprozesses, auch zur online-Materialplattform www.mitsingen.de, der vorgesehenen digitalen Möglichkeiten und der Verortung des aktuellen Projektstands. Freilich kamen auch Debatten sowie die musikalische Praxis nicht zu kurz: „Mit Unterstützung aus dem Kreis der Diözesankantor:innen und ‚ProPOP‘ haben alle in kleineren Teilgruppen je zwei verschiedene Rubriken intensiv durchgearbeitet und den Inhalt entlang dem Frageraster der Rückmeldebögen diskutiert“, so Krampe zum Evangelischen Pressedienst. Auch im Plenum wurde das getan, wozu das Gesangbuch ja dienen soll: Singen. „Insgesamt wurde deutlich, dass die Vorfreude auf das Neue Gesangbuch sehr groß ist, und dass die Grundlinien des zukünftigen gedruckten wie digitalen Produkts auf hohe bis sehr hohe Zustimmung stoßen.“ Der Synodenpräsidentin dankte Krampe für die „großartige Unterstützung“, er sei „sehr dankbar, dass dieser Tag in diesem guten Rahmen möglich gemacht wurde“.

Monjencs unterstrich, dass die Beschäftigung mit der vorliegenden Auswahl an Liedern und Texten sehr gut aufgenommen wurde und wertvolle Einblicke in Aufbau und Inhalt des neuen Gesangbuchs brachte. „Das Format hat sich für die Aufgabenstellung eindeutig bewährt“, so ihr Resümee. „Sollte es angezeigt scheinen, für die Implementierung des neuen Gesangbuchs neuerlich in einer erweiterten Runde von Synodalen und Expert:innen zu tagen, wird das von Seiten des Präsidiums der Generalsynode sehr gerne ermöglicht werden!“

Am Samstag tagte dann die Gesangbuchkommission der Generalsynode, um die Ergebnisse des Studientags zu sichern und weiterzuleiten.

Laufend aktuelle Informationen finden Sie hier zum Gesamtprojekt sowie zum Regionalteil.

Land Niederösterreich ehrt Militärsuperintendent Karl-Reinhart Trauner

Mi, 24/06/2026 - 12:20
LH Mikl-Leitner: Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen

St. Pölten (epdÖ) – Im Rahmen eines Festaktes in St. Pölten wurde am Dienstag, 23. Juni, Militärsuperintendent Karl-Reinhart Trauner mit dem Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich ausgezeichnet. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner verlieh ihm das Silberne Komturkreuz mit dem Stern des Ehrenzeichens. Mikl-Leitner sprach von „einer schönen Tradition, für besondere Leistungen Danke zu sagen“. Geehrt wurden bei der Feier mehrere Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, dem Kulturbereich und den Einsatzkräften.

„Wir leben in einer Zeit großer Herausforderungen“, sagte die Landeshauptfrau in ihrer Festansprache und erinnerte unter anderem an den Krieg in der Ukraine und die Konflikte im Nahen Osten. Viele Menschen hätten derzeit den Eindruck, dass „die Welt aus den Fugen gerät“, betonte sie. „Gerade in solchen Zeiten wird deutlich, worauf es ankommt: auf Menschen, die Verantwortung übernehmen, Leistung erbringen und sich für andere einsetzen. Auf Menschen, die nicht fragen, was andere für sie tun können, sondern die fragen, was sie für andere tun können“, hob Mikl-Leitner hervor.

Stellvertretend für die Geehrten zeigte sich Militärsuperintendent Karl-Reinhart Trauner dankbar für die Auszeichnung und betonte: „Wir leben in der Gnade, dass in Österreich seit über 80 Jahren kein militärischer Konflikt stattgefunden hat. Nur im Zusammenstehen, im Zusammenhalt und in einem Miteinander werden wir weiterkommen.“

GEKE verabschiedet Erklärung zum Schutz vor sexualisierter Gewalt

Mi, 24/06/2026 - 12:16
Europaweiter Sensibilisierungs- und Präventionsprozess in den evangelischen Kirchen

Warschau (epdÖ) – Unter dem Titel „Conference on Safeguarding Measures against Sexualized Violence in Churches“ tagte die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen Europas (GEKE) vom 18. bis 21. Juni 2026 in Warschau. Vertreter:innen aus 40 evangelischen Kirchen kamen dabei zusammen, um Schutzkonzepte zu erarbeiten und den evangelischen Austausch zu fördern sowie Kirchen mit bisher noch wenig Erfahrung im Umgang mit Missbrauch zu unterstützen.

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) hat den konsequenten Schutz vor und die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt als zentrale Priorität verankert. Auf ihrer Vollversammlung hat die GEKE den Rat ausdrücklich beauftragt, einen länderübergreifenden Arbeitsprozess zu initiieren. Im Vorfeld der Konferenz hatte der Rat der GEKE eine Erklärung mit dem Aufruf aller evangelischer Mitgliedskirchen verabschiedet, dem Schutz vor sexualisierter Gewalt hohe Priorität einzuräumen.

Der Rat bedauert geschehenes Unrecht und unterstützt die Resolution 2533 der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, welche die umfassende Anerkennung, Aufarbeitung und Wiedergutmachung aller Formen von Missbrauch in staatlichen, privaten und kirchlichen Einrichtungen in ganz Europa fordert. Die Konferenz wurde in Kooperation mit der schweizerischen Guido Fluri Stiftung durchgeführt, die die europäische „Justice Initiative“ ins Leben gerufen hat und 2024 beim Europarat erfolgreich für die Resolution 2533 lobbyiert hat.

„Safeguarding“ sei für die Evangelische Kirche „der Beginn einer Heilung“, sagte der Schweizer Unternehmer und Aktivist gegen Kindesmisshandlung Guido Fluri im Rahmen der Tagung bei einer hybriden Pressekonferenz am 19. Juni mit Blick auf Missbrauchsfälle in der Vergangenheit. „Die Folgen von Missbrauch sind verheerend und dauern ein Leben lang an“, unterstrich Fluri, der seit 2010 die Aufarbeitung historischer Fälle von Kindesmissbrauch in der Schweiz unterstützt. Er sprach sich zudem für die Erarbeitung eines Modells für Kirchen weltweit zur Prävention von Missbrauchsfällen aus.

„Die evangelischen Kirchen sollen voneinander lernen“, bekräftigte Pfarrerin Rita Famos, die geschäftsführende Präsidentin der GEKE sowie Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz. „Es reicht nicht aus, wenn einzelne Kirchen Schutzkonzepte und Meldestellen für Missbrauchsfälle haben, sondern wir müssen das alle als Kirchengemeinschaft haben“, stellte Famos klar. „Europa muss seinen Werten im Umgang mit schutzbedürftigen Menschen gerecht werden“, hob Famos hervor. „Wir gewinnen unsere Glaubwürdigkeit zurück, wenn wir unsere leidenden Mitglieder schützen“, sagte die GEKE-Präsidentin und fügte hinzu: „Ich denke, das ist eine wichtige Erkenntnis, und manchmal brauchen wir Druck von außen.“

In der Aufarbeitung dürften nicht die Kirche geschont werden, „sondern die betroffenen Menschen – und müsse dort hinschauen, wo es wehtut“, erklärte Dorothee Wüst, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, mit Bezug auf Vorwürfe gegen den ehemaligen Präsidenten der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), Gottfried Locher. Die Vorwürfe führten 2020 zu Lochers Rücktritt und zogen jahrelange Untersuchungen nach sich. „Wir haben eine große Chance, aus Fehlern und Erfahrungen zu lernen und folglich Standards zu erarbeiten“, betonte die Pfarrerin. „Safeguarding“ sei eine wichtige Basis, um in der Zukunft Pfarrgemeinden zu unterstützen, so Wüst.

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa umfasst fast 100 Mitgliedskirchen, die rund 40 Millionen Protestanten in Europa vertreten.

NÖ: Superintendentialkuratorin legt Amt mit Ende des Arbeitsjahres zurück

Mo, 22/06/2026 - 13:30
Gisela Malekpour: „Herausfordernde“ und „erfüllte Zeit“ nach 15 Jahren mit 3 Superintendenten, 3 Wahlen und längerer Vakanz

St. Pölten (epdÖ) – Die niederösterreichische Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour hat angekündigt, ihr ehrenamtliches Leitungsamt mit Ende des Arbeitsjahres im September zurückzulegen. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, „nach 15 Jahren in diesem Amt mit drei Superintendenten, drei Wahlen und zweieinhalb Jahren Vakanz kann ich auf eine durchaus herausfordernde, aber auch äußerst erfüllte Zeit zurückblicken“, schreibt Malekpour in einem Brief, der am Montag, 22. Juni, an alle Mitglieder der Superintendentialversammlung verschickt wurde. Darin dankt Malekpour den Delegierten der Pfarrgemeinden für das „wertschätzende, freundliche und gedeihliche Miteinander“, insbesonders auch den ehemaligen und derzeitigen Mitgliedern des Superintendentialaussschusses für die „langjährige, professionelle und auch freundschaftliche“ Zusammenarbeit.

Die niederösterreichischen evangelischen Pfarrgemeinden sind nun aufgerufen, bis zum 10. September jeweils bis zu zwei Personen als Wahlvorschlag für die Wahl zum/zur Superintendentialkurator/in zu übermitteln. Der/Die Superintendentialkurator/in bildet nach der evangelischen Kirchenverfassung gemeinsam mit dem/der Superintendent/in die Spitze der Diözese. Wählbar zum Superintendentialkurator bzw. zur Superintendentialkuratorin ist jedes wahlfähige weltliche Mitglied der Evangelischen Kirche A.B. in der Superintendenz Niederösterreich. Der Termin für die Wahlsitzung wird noch durch den Superintendentialausschuss festgelegt.

Am Donnerstag, 18. Juni, hatte der amtierende niederösterreichische Superintendent Michael Simmer „aus persönlichen, privaten“ Gründen seinen Rücktritt mit Ende des Arbeitsjahres angekündigt. Nach der Wahl eines/einer Superintendentialkurator/in bei der nächsten Sitzung der Superintendentialversammlung startet dann das Prozedere für die Wahl des/der neuen Superintendent/in. In der Zeit einer Vakanz übernehmen die Seniorinnen und Senioren, d.h. die Stellvertreter:innen des Superintendenten, gemeinsam mit dem/der Superintendentialkurator/in die Amtsgeschäfte der Superintendentur.

Dr. Gisela Malekpour (geb. 1957) ist seit 2011 Superintendentialkuratorin der Superintendenz Niederösterreich der Evangelischen Kirche A.B. Bis 2012 war Malekpour als Oberärztin im Krankenhaus St. Pölten tätig und führte eine chirurgische Praxis in Lilienfeld. Auf gemeindlicher Ebene engagierte sich Malekpour bereits von 1984 bis 2015. Zudem ist sie seit 2018 Aufsichtsratsvorsitzende der „Diakonie eine Welt“ und war über mehrere Jahre auch 2. Vizepräsidentin der gesamtösterreichischen Synode A.B.

TV-Gottesdienst aus Rutzenmoos

Mo, 22/06/2026 - 12:29
Am Sonntag, 28. Juni, auf ORF 2 – Motto: „Ich bin getauft!“

Rutzenmoos / Wien (epdÖ) – Unter dem Motto „Ich bin getauft!“ steht der TV-Gottesdienst am Sonntag, 28. Juni, live aus der evangelischen Kirche Rutzenmoos (OÖ). Rund um das alte Taufbecken der Kirche feiern Kinder und die Pfarrgemeinde ihre Tauferinnerung.

„Heute denken wir miteinander daran: Ich bin getauft!“, freut sich Ortspfarrer Roman Fraiss auf die gemeinsame Feier. Taufsymbole weisen auf das, was in der Taufe passiert und unterstützen den bedingungslosen Zuspruch Gottes: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein! Das Licht der Taufkerze etwa zeige, „dass Gottes Licht ins Leben hinein leuchtet. In der Taufe kommt Gott zu uns“, bekräftigt Fraiss. Im Gottesdienst werden auch Kinder zu Wort kommen und von ihren Vorstellungen zur Taufe erzählen. Am Schluss werden sie gesegnet, ein Zuspruch der Kraft und Hilfe für die kommende Zeit.

Die Gemeinde feiert mit Pfarrer Fraiss, Gemeindepädagoginnen der Pfarrgemeinde und 16 Kindern. Die musikalische Begleitung kommt vom Posaunenchor Rutzenmoos unter der Leitung von Manuel Kofler, an der Orgel ist Daniel Bollhorst

Übertragen wird der Live-Gottesdienst am 28. Juni in ORF 2 und im ZDF. Beginn ist 9.30 Uhr.

Salzburg-Tirol: Fachinspektor Peter Pröglhöf von seinem Amt entpflichtet

Mo, 22/06/2026 - 12:17
„Religionsunterricht zeigt: Ein anderes Lernen ist möglich“

Hallein (epdÖ) – In einem feierlichen Gottesdienst in der Schaitbergerkirche Hallein wurde Fachinspektor Peter Pröglhöf am Mittwoch, 17. Juni, durch Superintendent Olivier Dantine von seinem Amt entpflichtet. Nach seiner Tätigkeit als Pfarrer wirkte Pröglhöf 26 Jahre lang als Fachinspektor für den Evangelischen Religionsunterricht an allgemeinbildenden Schulen in Salzburg und Tirol, später auch für den Bereich der weiterführenden Schulen und schließlich für Vorarlberg. Zahlreiche Gäste aus Kirche, Bildung und Ökumene – etwa die Fachinspektor:innen für evangelische Religion aus ganz Österreich – würdigten Pröglhöfs Einsatz als Fachinspektor, Seelsorger, Brückenbauer und engagierten Gestalter der Kirche. Die Entpflichtung wurde als Kantatengottesdienst gefeiert. Zur Aufführung gelangte die Bach-Kantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ durch das Ensemble „BachWerkVokal Salzburg“ unter der Leitung von Diözesankantor Gordon Safari.

Vonseiten des Oberkirchenrates dankten Oberkirchenrätin Ingrid Bachler und Oberkirchenrätin Eva Lahnsteiner für Pröglhöfs Dienst als „Pfarrer, als Fachinspektor, Mentor, Seelsorger und als engagierter Gestalter unserer Kirche“. Er habe es „auf bewundernswerte Weise verstanden, durch deinen persönlichen Einsatz und durch die Qualität deiner Arbeit Akzeptanz zu schaffen und Entwicklungen anzustoßen, die unsere Kirche nachhaltig geprägt haben“. Mit großer Klarheit und Beharrlichkeit habe er Fragen der Gleichbehandlung eingebracht. „Besonders wichtig war dein Einsatz für die rechtliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften in der Evangelischen Kirche in Österreich“, betonten die Oberkirchenrätinnen. Er habe damit wichtige Debatten angestoßen, Brücken gebaut und Veränderungen ermöglicht, „nicht nur innerhalb unserer Kirche, sondern auch weit darüber hinaus“.

Dantine: „Zielgerichtet, mit Geduld und Beharrlichkeit“

In seiner Festpredigt widmete sich Superintendent Olivier Dantine der Versorgung durch Gott, dem Sich-Sorgen für andere und der Hoffnung. Christliche Hoffnung führe nicht dazu, „sich beruhigt ins fromme Kammerl zurückzuziehen, sondern hinauszugehen und sich der Welt in Liebe zuzuwenden“, so Dantine. Genau das habe man in allen Arbeitsbereichen Pröglhöfs gespürt: Sei es als Fachinspektor, „wo du an einer Schaltstelle zwischen Kirche und Staat warst, und damit diese Weltzugewandtheit der Kirche nicht nur repräsentierst sondern auch lebst“. Gleichermaßen auch in der Schulseelsorge oder der Kirchenmusik, „die die christliche Verkündigung auch für Menschen außerhalb der Kirche zugänglich macht“. Nicht zuletzt sei an Pröglhöfs Einsatz für die Anerkennung und Gleichstellung von Menschen der LGBTIQ+ Community in der Evangelischen Kirche und für die Hochzeit gleichgeschlechtlicher Paare zu denken. „Ich habe dich dabei einerseits sehr zielgerichtet, und doch mit Geduld und Beharrlichkeit erlebt. Also mit dieser christlichen Gelassenheit, die nicht einfach hinnimmt, was ist, aber beharrlich daran arbeitet, dass es besser wird“, so der Superintendent.

Religionsunterricht als Lernort für Frieden

In seiner Dankesrede bekannte Pröglhöf, dass die Fachinspektorenstelle „ehrlich gesagt nicht Liebe auf den ersten Blick“ gewesen sei, „sondern ein langsames Erkennen, dass das tatsächlich eine große Aufgabe, eine erfüllende Aufgabe sein kann“. Als Grundpfeiler eines Religionsunterrichtsverständnisses, das den Religionsunterricht als Teil der Allgemeinbildung und wesentliches Element der öffentlichen Schule sieht, nannte er „Miteinander und voneinander lernen, das Fremde wertschätzen, im Eigenen zuhause sein, den ganzen Menschen im Blick haben“. So sei es ihm wichtig gewesen, dass der Religionsunterricht „Stachel im Fleisch des Schulwesens“ bleibe. „Der Religionsunterricht zeigt: Ein anderes Lernen ist möglich.“ Ein Lernen, das nicht durch Notendruck, Kompetenzmessungen und Standardüberprüfungen geprägt ist, „sondern ein Lernen, das auf Liebe beruht: auf Beziehung, auf Freude am Lernen, auf Liebe zum Dialog“, betonte Pröglhöf.

Angesichts der aktuellen Kriege sei für ihn auch offenkundig, dass der Weg der Waffen immer der falsche sei. Pröglhöf: „Wer Gott vertraut, der kann auch lernen, dem Mut zum Frieden zu vertrauen. Ich halte das für eines der wichtigsten Zukunftsthemen, und der Religionsunterricht muss dafür ein Lernort sein.“

Nachfolgerin von Pröglhöf als Fachinspektorin ist die Salzburger Pfarrerin Karin Kirchtag.

Abschied

Sa, 20/06/2026 - 07:00
Michael Chalupka über den Tod und den Trost

Es passiert. Das Leben steht still. Gerade noch war alles in Bewegung. Alles war im Fluss, war unbeschwert und heiter. Betriebsam, rastlos, vielleicht ein wenig lärmig und störend drängt der Tag voran. Aber auf einmal diese Stille, wenn uns die Nachricht erreicht, dass ein Leben zu Ende gegangen ist. Es geschieht jeden Tag an vielen Orten. In Österreich stirbt alle sechs Minuten ein Mensch. Der Tod ist mitten unter uns. Leise und nur dort, wo Menschen von uns gehen, die in der Öffentlichkeit gestanden sind, nehmen wir Notiz davon.

Diese Stille ist kaum zu ertragen. Und der Abschied braucht Zeit. Auch der Trost braucht Zeit. Trost, der zu früh kommt, geht am Ziel vorbei. Denn nichts wird mehr, wie es früher war. Alles wird anders. Das Land, das hinter der Trauer liegt, zeigt sich noch nicht am Horizont. Der Trost, der im Glauben liegt, ist noch ferne Verheißung, wenn es in der biblischen Offenbarung heißt: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Es braucht Zeit, bis diese Verheißung gehört werden kann in der tosenden Stille des Verlusts.

Und es braucht jemanden, der bereit ist, einfach da zu sein. Der einem den Arm um die Schulter legt und bei einem bleibt, um das Unerträgliche zu ertragen. Es braucht wen, die mit einer weint und eine spüren lässt, das Leben ist nahe.

Bischöfin zum Weltflüchtlingstag: Flüchtlingsschutz darf nicht ausgehöhlt werden

Do, 18/06/2026 - 13:05
Diakonie und Evangelische Kirche A.B. fordern Bekenntnis zur Genfer Flüchtlingskonvention

Wien (epdÖ) – Der Schutz von Menschen auf der Flucht und das Recht, Asyl zu suchen, seien „ein Testfall für die Achtung der Menschenwürde und für den Wert, dem wir einem Menschenleben beimessen“, betonten Bischöfin Cornelia Richter und die Direktorin der Diakonie Österreich, Maria Katharina Moser, im Vorfeld des Weltflüchtlingstags am 20. Juni. Denn beim Flüchtlingsschutz gehe es um das Leben von Menschen. „Menschen, die Schutz vor Verfolgung suchen, dürfen nicht an geschlossenen Grenzen abgewiesen und nicht in Folter, Gewalt oder Tod zurückgeschickt werden. Das garantiert die Genfer Flüchtlingskonvention seit 75 Jahren. Diese Garantie hat unzählige Menschenleben gerettet“, bekräftigte Richter.

Diakonie und Evangelische Kirche A.B. fordern ein klares Bekenntnis zur Genfer Flüchtlingskonvention, deren Verabschiedung sich heuer zum 75. Mal jährt. Die Genfer Flüchtlingskonvention gieße in moderne völkerrechtliche Regelungen, was schon in der Bibel verankert ist: Das Recht soll dem Schutz der Fremden dienen. „Dieser ethische Grundsatz ist auch heute leitend für unsere Kirche“, erklärt Bischöfin Richter. Sie kritisiert die Verschiebung in der Ausgestaltung des Asylrechts weg vom Schutz von Menschen auf der Flucht hin zu Abschottung als „Bruch mit unseren christlichen und gesellschaftlichen Werten. Unsere Werte – Schutz von Leib und Leben, Sicherheit, Freiheit, Familie – können wir nur leben, wenn wir sie auf alle gleichermaßen anwenden. Auch die Herkunft eines Menschen darf daran nichts ändern“, sagte die Bischöfin und verwies auf Artikel 1 der Kirchenverfassung, demzufolge die Evangelische Kirche A.B. „in ihrem Handeln die Würde jedes einzelnen Menschen zu achten und für sie einzutreten“ habe. „Die Bedeutung, welche die Evangelische Kirche dabei dem Flüchtlingsschutz beimisst, zeigt sich auch an der hohen Zahl der Resolutionen zum Thema Flucht und Asyl, die von der Synode, dem obersten Gremium der Evangelischen Kirche, verabschiedet wurden“, so Richter.

Genfer Flüchtlingskonvention ist Schutzauftrag für die Gegenwart

„Die Genfer Flüchtlingskonvention ist entstanden aus dem Wissen, was geschieht, wenn Menschen auf der Flucht keinen Schutz finden. Sie ist keine bloß historische Errungenschaft, sondern ein konkreter Schutzauftrag für die Gegenwart“, sagte Diakonie-Direktorin Moser. „Wer Schutzsuchenden den Zugang zu einem fairen Asylverfahren verwehrt, rüttelt an den Grundfesten von Menschenwürde und Rechtsstaat. Österreich muss seiner humanitären Tradition und seiner völkerrechtlichen Verantwortung gerecht werden“, hob Moser hervor.

„Als Kirche und Diakonie erinnern wir daran, dass der Schutz von Menschen in Not nicht verhandelbar ist. Europa und Österreich müssen Orte bleiben, an denen Menschen nicht abgewehrt, sondern gehört und geschützt werden“, unterstreichen Richter und Moser. Zugleich brauche es konkrete, politisch gewollte Maßnahmen, um Geflüchteten einen schnellen Zugang zum Erlernen der deutschen Sprache, zu Ausbildung und Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Das gelte besonders für die konstruktive Begleitung minderjähriger Geflüchteter, so Richter und Moser.

Gewalt an den europäischen Außengrenzen

Während die Genfer Flüchtlingskonvention Schutz garantiert, zeige sich der Diakonie zufolge an Europas Grenzen vielfach das Gegenteil: „Rechtswidrige Pushbacks, Gewalt gegen Schutzsuchende und Praktiken, durch die Menschen daran gehindert werden, überhaupt einen Asylantrag zu stellen.“ Seit Jahren unterstützt die Diakonie unter anderem ein Projekt in Bosnien (Bihac, nahe dem Camp in Lipa). Dieses hilft, Menschen notzuversorgen, denen alles genommen wurde und die Pushbacks an der kroatischen Südgrenze erlebt haben.

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NÖ: Superintendent Michael Simmer kündigt Rücktritt an

Do, 18/06/2026 - 13:00
Freiwillige Amtsniederlegung mit Ende des Arbeitsjahres

St. Pölten (epdÖ) Der Superintendent der evangelischen Diözese Niederösterreich, Michael Simmer, hat seinen Rücktritt angekündigt. In einem Schreiben vom Donnerstag, 18. Juni, informiert Simmer die Mitglieder der Superintendentialversammlung, in der die Delegierten der niederösterreichischen Pfarrgemeinden vertreten sind, dass er sein Amt „aus persönlichen, privaten Gründen“ nach Ende des laufenden Arbeitsjahres im September niederlegt.

Der Superintendentialausschuss wird bei seiner Sitzung am 25. Juni den Ort und fristgerechten Sitzungstermin für die Superintendentialversammlung im September festlegen, bei der dann nach der evangelischen Kirchenverfassung die freiwillige Amtsniederlegung durch die Superintendentialversammlung anerkannt werden muss.

Daraufhin wird das Prozedere für die Wahl eines Nachfolgers bzw. einer Nachfolgerin festgelegt. In der Zeit einer Vakanz übernehmen die Seniorinnen und Senioren, d.h. die Stellvertreter:innen des Superintendenten, gemeinsam mit der Superintendentialkuratorin die Amtsgeschäfte der Superintendentur.

Michael Simmer ist seit September 2024 niederösterreichischer Superintendent. Davor wirkte er als Fachinspektor und Jugendpfarrer.

Krumpendorf: Evangelische Kirche bietet „Champing“ an

Do, 18/06/2026 - 12:59
Pfarrer Madrutter: Alternative Nutzung von Kirchenräumen als Chance

Wien / Krumpendorf (epdÖ) – Zum zweiten Mal nach dem letzten Sommer bietet die evangelische Kirche Krumpendorf am Wörthersee auch heuer für Urlaubsgäste „Champing“ an. Die Wortkreation aus „Church“ und „Camping“ zeigt, worum es geht: um eine Übernachtungsmöglichkeit in der Kirche. Schlicht, preisgünstig und eine besondere Erfahrung.

Ihn habe die Möglichkeit fasziniert, dass Menschen „Kirche ganz anders erleben“ können, erzählt Ortspfarrer Martin Madrutter über die Entstehung des ungewöhnlichen Angebotes. „Nicht als Besucher eines Gottesdienstes, sondern als Gast in der Nacht. Der Raum wirkt dann anders – ruhiger, intensiver, vielleicht sogar spiritueller. Ich finde, das ist eine Chance“, so Madrutter.

Freilich ist die Martin Luther-Kirche kein Luxushotel, wie es deren etliche am Wörthersee gibt. Für Matte, Schlafsack und Polster müssen die „Champer“ selbst sorgen, eine kleine Küche sowie ein WC sind vorhanden. „Wir stellen den Raum – warm, trocken und besonders. Den Rest bringt jede und jeder selbst mit“, erklärt Isabella Angerer. „Der Wörthersee ist zu Fuß nur fünf Minuten entfernt“, weist die Kuratorin der Muttergemeinde Pörtschach auf die besondere Lage der Predigtstelle in Krumpendorf hin. Vor allem aber ist es auch für sie ein Anliegen, dass die Gäste Zeit zum Innehalten finden und zur Ruhe kommen können. Und „vielleicht auch Gott auf neue Weise begegnen.“

Das „Champing“-Angebot hängt mit einer sich verändernden Gesellschaft und damit auch der Rolle der Kirche zusammen, betont Madrutter: „Es wird in Zukunft nötig sein, über alternative Nutzungen von Kirchenräumen nachzudenken – und zwar mit Kreativität und Offenheit. Champing ist da ein Beispiel, wie Spiritualität und neue Formen der Begegnung Hand in Hand gehen können.“

Die Übernachtungskosten pro Person belaufen sich auf 5 Euro. Kinder unter zwölf Jahren schlafen kostenlos.
Buchungsmöglichkeit: znvygb:ct.cbregfpunpu@rinat.ng">ct.cbregfpunpu@rinat.ng